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Auf Grund eines Beſchluſſes des Geſamtminiſteriums vom 17. Juli 1924 wurde den
Studienaſſeſſoren Kreiling und Schoen die Amtsbezeichnung„Studienrat“ verliehen.
Durch Arkunden vom 23. Dezember 1924 wurden die Studienräte Kreiling und Schoen und der Studienaſſeſſor Dr. Keßler definitiv angeſtellt und der letztere zum Studienrat ernannt.
Studienrat Karl Kreiling wurde am 8. Januar 1889 zu Heuchelheim(Kr. Gießen) geboren. Nach vierjährigem Beſuche der dortigen Volksſchule, trat er Oſtern 1899 in die Sexta des Realgymnaſiums in Gießen ein. Dort erhielt er 1908 das Reifezeugnis. Darauf bezog er die Aniverſität Gießen und ſtudierte Deutſch, Engliſch und Geſchichte. Nach Ablegung der Fakultätsprüfung im Sommer 1913 trat er in das pädagogiſche Seminar der Liebigs⸗Oberrealſchule in Darmſtadt ein. Die erſte dienſtliche Verwendung erhielt er bei Kriegsausbruch im Auguſt 1914 an der Realſchule in Grünberg, wo er zugleich ſeine Vorbereitungszeit zu Ende führte und zum Aſſeſſor ernannt wurde. Mit kurzer Auterbrechung infolge Einberufung zum Heeresdienſt verblieb er dort bis Oſtern 1918, worauf ihm die Leitung der höheren Bürger⸗ ſchule in Bensheim übertragen wurde. Seit Oſtern 1921 iſt er an der Oberrealſchule in Gießen tätig.
Studienrat Eduard Schoen wurde am 6. Mai 1888 in Lützelſtein i. Elſaß geboren. Er beſuchte die Volksſchule in Lauterburg(Elſaß) und darauf die Oberrealſchule in Straßburg i. Elſaß, an der er im Herbſt 1908 die Reifeprüfung ablegte. Abgeſehen von Ferienkurſen, an denen er in Genf teilnahm, ſtudierte er Germaniſtik und neuere Sprachen ausſchließlich in Straßburg, wo er im Herbſt 1913 ſein Studium abſchloß. Sein Probejahr verbrachte er an der Neuen Realſchule in Straßburg. Im Heeres⸗ dienſt ſtand er von Auguſt 1914 bis Herbſt 1917. Nach ſeiner Entlaſſung aus dem Heeresdienſt unter⸗ richtete er an den Oberrealſchulen in Straßburg, Metz und Dieuze bis zu ſeiner Amtsenthebung durch die franzöſiſchen Behörden. Darauf war er in Kehl a. Rh. im Reichsdienſte tätig bis zu ſeiner Aeber⸗ nahme in den heſſiſchen Schuldienſt im April 1921. Nach dreijähriger Tätigkeit an der Realſchule in Butzbach wurde er an unſere Anſtalt verſetzt.
Studienrat Dr. Heinrich Keßler wurde am 8. November 1889 zu Annerod(Kr. Gießen) geboren. Nach anderthalbjährigem Beſuch der Volksſchule zu Annerod trat er 1897 zunächſt in die Vorſchule des Realgymnaſiums und dann in das Realgymnaſium in Gießen ein und beſtand dort Oſtern 1908 die Reifeprüfung. Im Sommer 1913 legte er ſeine Fakultätsprüfung in Engliſch, Franzöſiſch und Deutſch an der Aniverſität Gießen ab. Von Herbſt 1913 an war er zum Vorbereitungsdienſt an der Realſchule zu Butzbach zugelaſſen. Als Oſtern 1914 das pädagogiſche Seminar von Butzbach nach Gießen an unſere Anſtalt verlegt wurde, ſetzte er dort ſein Seminarjahr fort. Nach Kriegsausbruch war er zunächſt ſechs Wochen zur Vertretung an der Realſchule in Grünberg und wurde am 12. Oktober 1914 mit der Ver⸗ waltung einer Lehrerſtelle an der Oberrealſchule in Gießen beauftragt.
Am 16. Februar 1925 wurde der ſeither kommiſſariſch bei uns tätige Studienrat Dr. Wilhelm Schraub zum Studienrat an unſerer Anſtalt ernannt.(Sein Lebensgang
iſt im geſchriebenen Bericht des vorigen Jahres enthalten).
Gedenktage und Feiern.
Zum diesjährigen Jugendtag am 24. Juni verſammelte ſich die geſamte Schule unter Führung der Lehrerſchaft auf dem Schiffenberg. Studienrat Prof. Wüſtenhöfer hielt vom Chor der Kloſterkirche aus eine Anſprache; den Abſchluß der Feier bildeten Geſangsvorträge, Spiele, ſportliche Veranſtaltungen und Theatervorführungen.
Die allgemeine Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges konnte nicht abgehalten werden, da der 3. Auguſt in die Sommerferien fiel; doch gab die Schule durch Beflaggen des Gebäudes ihrer Anteilnahme für die gefallenen Söhne des Vaterlandes Ausdruck.
Am 11. Auguſt, dem erſten Schultage nach den Sommerferien, fand unter der Gefallenen⸗ gedenktafel die Verfaſſungsfeier ſtatt, bei der Studienrat Dr. König in ſeiner Feſtrede, die von Geſängen des Schülerchors umrahmt war, der Bedeutung des Tages gedachte.
Der 22. November galt dem Andenken der im Weltkriege Gefallenen und führte die Schule wiederum unter der Gedenktafel zuſammen. Die Gedächtnisanſprache hielt Studienrat Prof. Dr. W. Heymann.
Am 28. Februar 1925 erlag unſer erſter Reichspräſident, Herr Friedrich E bert, einer ſchweren Erkrankung, die ihn nur wenige Tage an das Krankenlager gefeſſelt hielt. An der allgemeinen Landestrauer nahm auch die Schule teil. Anſere Totenfeier für den Verſtorbenen wurde in würdiger Weiſe am 5. März in der Turnhalle begangen. Sie wurde durch den Trauermarſch aus der„Eroica⸗Symphonie“ v. Beethoven eingeleitet. Im An⸗


