Jahrgang 
1925
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B. Das Schuljahr 1924/25.

Das Schuljahr nahm ſeinen Anfang am 29. April 1924 mit 816 Schülern und Schüle⸗ rinnen, die über 25 Klaſſen verteilt waren. Aus dem Lehrkörper ſchieden folgende Herren aus:

1. Studienrat Dr. Georg Faber, der durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungs⸗ weſen vom 19. April 1924 als Oberſtudiendirektor an die Aufbauſchule(Lehrer⸗ ſeminar) in Friedberg berufen wurde. Faber hat ſeit Beginn des Schuljahres 1909/10, zuerſt als Lehramtsreferendar bis Oſtern 1910, von da ab als Lehramtsaſſeſſor bis April 1913 der Schule angehört. Im April 1913 erfolgte ſeine definitive Anſtellung. Bei der Loslöſung unſerer Anſtalt vom Realgymnaſium verblieb er bei uns. Er hat ſich insbeſondere bei der Ausbildung der Studienreferendare im pädagogiſchen Seminar mit großem Erfolg betätigt.

2. Studienrat Dr. Georg Heußel wurde durch Verfügung des Landesamtes für das Bil⸗ dungsweſen vom 23. April 1924 zum Studienrat am Realgymnaſium in Gießen ernannt. Anſrer Anſtalt hatte er von Oſtern 1913 an, im ganzen 11 Jahre, angehört.

3. Studienrat Dr. Paul Wolkewit, der nach ſeiner Ausweiſung aus dem beſetzten Ge⸗ biet ſeit Mai 1923 kommiſſariſch eine Studienratsſtelle an unſerer Schule verwaltet hatte, trat mit Beginn des Schuljahres 1924/25 in den Lehrkörper des Realgym⸗ naſiums zu Gießen über.

4. Studienaſſeſſor Erich Schmidt; er war ſeit 23. März 1921 bei uns tätig und wurde durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen vom 23. April 1924 an die Oberrealſchule i. E. in Butzach verſetzt.

5. Studienaſſeſſor Dr. Friedrich Kämmerer; er übernahm von Oſtern 1924 ab die Ver⸗ waltung einer Studienratsſtelle am Gymnaſium in Büdingen.

Es traten mit Beginn des Schuljahres neu in den Lehrkörper ein:

1. Studienrat Dr. Friedrich König, von der Realſchule in Langen, zunächſt kommiſſariſch bis zum 16. Februar 1925 und von da ab endgültig.

Dr. König wurde am 16. Auguſt 1883 in Kayersberg in Oberelſaß geboren. Sein Vater ſtammt aus Rheinheſſen. K. beſuchte die Gymnaſien zu Schlettſtadt, Diedenhofen und Mühlhauſen i. E. Er be⸗ zog die Aniverſitäten München, Heidelberg und Straßburg, um zunächſt Staatswiſſenſchaft, dann aber Geſchichte, Deutſch und Philoſophie zu ſtudieren. Im November 1909 legte er zu Straßburg ſein philologiſches Staatsexamen ab und promovierte ſpäter in Freiburg i. B. Er wurde ſodann an den Oberrealſchulen zu Straßburg und Metz verwandt und war ein Jahr lang im Austauſch mit einem preußiſchen Kollegen am Hohenzollerngymnaſium zu Düſſeldorf tätig. Bei Kriegsausbruch gehörte er der Oberrealſchule beim Kaiſerpalaſt zu Straßburg an, an der er am 1. Januar 1915 zum Oberlehrer beſtellt wurde. Im Krieg war er zunächſt Militärkrankenwärter in einem Feldlazarett, wurde dann Feld⸗ artilleriſt und als ſolcher zum Leutnant befördert. Im Frühjahr 1918 wurde er Landesbeirat bei der Heeresgruppe Herzog Albrecht zu Straßburg i. E. Nach ſeiner Ausweiſung durch die Franzoſen war er in Berlin und Frankfurt a. M. zunächſt journaliſtiſch tätig; im Herbſt 1920 fand er Verwendung als Studienrat an der Realſchule zu Langen in Heſſen. Nach ſeiner Verdrängung aus Langen durch die Franzoſen wurde er Oſtern 1924 unſrer Anſtalt überwieſen.

2. Studienaſſeſſor Eduard Schoen, von der Oberrealſchule i. E. in Butzbach.

3. Studienaſſeſſor Wilhelm Geck, ſeither Leiter der höheren Bürgerſchule in Hungen. Er blieb zunächſt mit Genehmigung des Landesamtes für das Bildungsweſen bis zu den Sommerferien noch an ſeiner Stelle in Hungen und wurde an unſerer Anſtalt durch den Studienreferendar Dr. Heinrich Fuhr, ſeinen Nachfolger in Hungen, ver⸗ treten, da dieſer noch bis zu den Sommerferien als Aſſiſtent am mathematiſchen Seminar der Landesuniverſität verpflichtet war.

Die Stellen der Studienräte Dr. Heußel und Dr. Wolkewitz wurden infolge des Abbaugeſetzes nicht mehr beſetzt.

Durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen vom 31. März 1924 wurden der Konrektor unſerer Anſtalt Prof. Dr. Krausmüller und der Studienrat Prof. Dr. Männchen zu Oberſtudienräten ernannt.