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haltig wirkender Erzieher ſchied mit ihm zum tiefſten Bedauern ſeiner Schüler und Amtsgenoſſen von unſerer Anſtalt, an der er ſeit dem 8. Oktober 1900 in Segen gewirkt hat. Unſere beſten Wünſche begleiten ihn in ſein neues, verantwortliches Amt. Seine Stellvertretung übernahmen außer dem Unterzeichneten die Herren Fuchs, v. Gall und Kern.
5. Der Unterricht. Das Schuljahr begann den 1. Mai 1916 und ſchließt am 31. März 1917.
Der geſamte Unterricht konnte auch dieſes Jahr in ſeinem lehrplanmäßigen Umfange auf⸗ recht erhalten werden.
Vom 1. Mai an bis Ende September wurde in Deutſchland allgemein die ſ. g. Sommerzeit eingeführt. Der Unterricht begann in dieſer Zeit mit Ausnahme des Septembers zur gewohnten Zeit um 7 ²⁰, der früheren Uhrzeit gegenüber alſo eine Stunde früher. Irgendwelche Minderung der Leiſtungsfähigkeit der Schüler wurde nicht beobachtet. Es fragt ſich jedoch, ob eine ſolche nicht doch, namentlich bei den jüngeren Schülern, zu verzeichnen geweſen wäre, wenn damals bereits die Vollmilch bei der Ernährung der Kinder gefehlt hätte.
4. Reifeprüfung. Bei den unter II? aufgeführten Reifeprüfungen verſah der Unterzeichnete die Stelle des Regierungskommiſſars. Der Prüfung am 17. Nov. unterzog ſich auch unſer Unter⸗ primaner Hans Eſpenſchied mit Erfolg. Er war von ſeinem vor Verdun liegenden Regimente deshalb beurlaubt worden.
5. Schulfeiern. Die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und Sr. Majeſtät des Kaiſers feierte die Anſtalt in der herkömmlichen Weiſe. Die Feſtrede hielt bei jener Herr Aſſeſſor Bauder über den Fürſten Alexander von Bulgarien, bei dieſer ſprach Herr Profeſſor Urſtadt über Parallelen im Leben Friedrichs des Großen und unſeres Kaiſers. Herr Profeſſor Altendorf übte in altbewährter Art die Schülervorträge ein.
Seine Stelle hat bei der Vorbereitung der Feier zu Ehren des 25jährigen Regierungsjubi⸗ läums Sr. Kgl. Hoheit in dankenswerter Weiſe Herr von Gall übernommen. Herr Profeſſor Oßwald wird der Feſtredner ſein. Zu der Jubiläumsſpende ſteuerten unſere Schüler 266 Mark 54 Pf. bei.
6. Geſundheitliches. Der Geſundheitszuſtand von Lehrern und Schülern war nach unſerer Beobachtung im allgemeinen günſtiger als in den vorhergehenden Jahren.
u unſerem tiefſten Bedauern haben wir aber dieſes Mal den Tod eines lieben Schülers zu beklagen. Karl Ampt aus der unterſten Vorſchulklaſſe ſtarb am 28. Mai an Diphtheritis. Seine Klaſſenführerin und der Unterzeichnete nahmen an ſeiner Beiſetzung teil.
Die Monatsſpaziergänge, ſoweit ſolche unternommen werden konnten, machten die einzelnen Klaſſen in die nähere Umgebung. Der Tagesausflug fiel auch dieſes Jahr in Anbetracht der ernſten Zeit aus. Das feuchtkühle Wetter des Sommers erübrigte ein Ausſetzen des Unterrichts wegen Hitze.
Das Fauſtballſpiel wurde wie in den früheren Jahren eifrig gepflegt. Einen erfreulichen Erfolg errangen unſere Schüler bei den Wettkämpfen zwiſchen den hieſigen Schulen am 26. Auguſt. Mit 846 Punkten holte ſich die Mittelſtufe unter ſachkundiger und tatkräftiger Führung des Herrn Aſſeſſors Dr. Kern den Hindenburgſchild, der im vorigen Jahre dem Realgymnaſium als Wanderpreis zugefallen war. Er ziert eben unſere Aula. Zur Aneiferung für die übrigen und zur Anerkennung ihrer ſelbſt mögen die Sieger genannt ſein. Es waren A. Störiko(1*), L. Engiſch(II*), H. Sievers(II⸗), G. A. v. Ihering(II'), L. Oßwald(IIP), A. Walter(), W Cramer(III⸗) und E. Henkel(III-).
7. Pädagogiſches Seminar. Dem Seminare konnten weder Oſtern noch im Herbſte neue Mit⸗ glieder zugewieſen werden. Von den beiden früheren verließ das Seminar im Herbſte Herr Otto Heß, während Herr Bernhard Lühke noch weiterhin an den Seminarſitzungen teilnahm, inſoweit ſeine Stellvertretung(ſ. o.) das zuließ.


