Jahrgang 
1864
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Jacob Grimm.

Während ich dieſe Blätter niedergeſchrieben, erſcholl die Kunde von dem Tode des großen Sprach⸗ forſchers durch Deutſchlands Gaue. Mächtig ergriff mich dieſe Trauerbotſchaft, und dasſelbe Gefühl der Trauer und der Wehmuth wird ſo manchen erfüllt haben. Iſt es doch, als ob die Sonne aus dieſer Welt geſchieden wäre. Mit jeder Zeile, die der unvergleichliche Mann ſchrieb, war ein tiefes Räthſel des menſchlichen Geiſtes gelöſt; man lernte durch ihn niederſchauen in die unerſchöpfliche Tiefe der Sprache, und mit jedem Zuge brachte er unvergängliche Schätze, wunderbar ſtrahlende Edelſteine ans Licht. Was im Schoße dunkler, unvordenklicher Zeiten verborgen ſchlief, rief er wie durch einen Zauber wieder zu neuem Leben. Wer ſann tiefer die alten, Jahrtauſende in den Tod verſunkenen Mythen nach, als er? Wer wuſte kühner mit einem einzigen Griffe den Genius der Sprache zur Enthüllung ſeiner tief ver⸗ ſchleierten Geheimniſſe zu zwingen, als er, der echte vates des Wortes? Der einzelne Buchſtabe ſogar gewann durch ſeinen Anhauch Leben und erzählte die Geſchichte vergangener Aeonen. Ein Siegfried, gewann er den Hort, den alle nicht heben konnten. Wer könnte auch, gleich ihm, ſo vieles auf ſich nehmen? In ſeiner Stirne ruhten die Schätze lebender und verſchollener Sprachen; ſein Geiſt griff ordnend in dieſe für andere Menſchen erdrückende Maſſe und ſchuf ſo klare, lichtvolle Gebilde wie ſeine Geſchichte der deutſchen Sprache. Vieles, was anſcheinend dem Untergange anheimgefallen war, machte er wieder zu unvergänglichem Eigenthume der dankbaren Nachwelt, und unvergänglich iſt ſein Name auf Erden. Wilhelm von Humboldt und Jacob Grimm glänzen als Dioskurenpaar am philologi⸗ ſchen Himmel. Sie leuchten noch gar manchem voran in das Dunkel der Forſchung, durch ihren Glanz die Kleinodien beſtrahlend, daß ſie ausgebrochen werden zur Verzierung ihrer Unſterblichkeitskrone. Aber auch aufwärts leuchtet ihr Glanz

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Druckfehler.

Im Motto lies zxei für: 2et.

Seite 10, Note*) lies Sieh für: Siehe.

Unter V, Liquiden, Zeile 1, lies ⁴αeςρας für ⁴α⁴eραρs. Seite 15, Zeile 5 von oben, lies da für: Da.

Unter VI, w= b, Zeile 4, lies noch für: nach. Einigemal lies G. d. S. für: G. D. S.