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Julian Caess.
Wie nah man auch die Sitze der einzelnen Völkergruppen unſres großen indogermaniſchen Sprach⸗ ſtammes zuſammenrücken, und wie hoch hinauf in das Alterthum man auch das Beiſammenleben dieſer Familienglieder verfolgen mag, nie wird man es leugnen können, daß ſelbſt in ſo naher Berührung und in ſo hohem Alterthume ſchon die einzelnen Völker eine individuelle Selbſtändigkeit für ſich nicht nur entwickelt, ſondern als angebornes Eigenthum für ſich beſeſſen haben müſſen. Von einem eigentlichen Urvolke, wie man dieß früher ſich träumte, iſt man abgekommen; dennoch aber ſcheinen viele Sprach⸗ forſcher ſich ein viel zu großes Maß für die ſ. g. Urzeit gebildet zu haben. Man nehme nur die, wie uns es dünkt, qualvolle Bemühung einzelner Gelehrten, bei ihren Unterſuchungen auf indogermaniſchem
Gebiete Streifzüge auf ſemitiſches Revier zu machen. Es ſind natürlich hier nicht jene Donquixotiaden gemeint, die im Hebräiſchen die Urſprache aller Völker geſucht haben; allein noch neuerdings begegnet man in den nüchternſten und von fruchtbaren Kenntniſſen getragenen Unterſuchungen einzelnen ſemitiſchen Wurzeln, die mit unter den Beweiſen für die geſuchte Wahrheit auf unſerm Gebiete erſcheinen*). Ja, es mögen einzelne Wurzeln, durch den Zufall vielleicht weniger als durch einen allgemein menſch⸗ lichen Inſtinct erzeugt, in beiden Gebieten Uebereinſtimmung aufweiſen; allein nimmermehr ſind zwei in ihren Grundzügen ſo verſchiedene Bildungen, wie Indogermaniſch und Semitiſch, aus einer gemeinſamen Wurzel entſproſſen. Nur wenn ſich nachweiſen ließe, daß dieſe Sprachbildungen pſychologiſch vereinigt werden könnten, würde eine Beweiskraft von dem einen Elemente auf das andere geſtattet werden dürfen. So wenig die ſchwarze Menſchenraſſe ſich mit der kaukaſiſchen anatomiſch vereinigen läßt, ſo wenig kommen die genannten beiden Sprachſtämme von einer gemeinſamen Quelle.— Man hat wohl für das Semitiſche auch Pluralbildung und Reduplication nach indogermaniſcher Weiſe nachzuweiſen geſucht, vielleicht auch damit glückliche Fingerzeige für das richtige Verſtändniß auf dieſem Boden gegeben; allein dennoch muß für die ſemitiſche Sprachbildung ein eigner pſychologiſcher Vorgang angenommen werden, der unſres Bedünkens niemals mit dem des Indogermaniſchen vereinigt werden kann.
*) Beluſtigend iſt in Schmidt's Idioticon Bernense zu leſen: baal= mox; pronunciatio rustica ab hebr. n; (in Frommanns D. M. A., woſelbſt auch Woeſtes Beiträge zum niederdeutſchen Wörterbuch, worin das Hebräiſche eine ungebührliche Rolle ſpielt). 3 1*


