49
Schon in einiger Entfernung von dem Tempel der Göttin legten die Bewaffneten ihre Waffen ab, und schickten sich nun zum Opfer und Gebet an. Die übrige bürgerliche Mannschaft, welche Theil an der Procession nahm, und unbewaffnet erschienen war, folgte nun, wie es wahrscheinlich ist, nach den verschiedenen Demen geordnet, unter Anführung der Dem- archen. Die schönsten und ehrwürdigsten Greise der Stadt trugen einen J 1168, d. h. einen Oelzweig, und hiefsen daher Sallogôgot. Die Ephe- ben zogen mit Kränzen geschmückt einher und waren mit stattlichen Ge- wändern angethan. Eine ganz besondere Zierde der Procession bildeten nun aber auch die Sieger, welehe in den vorausgegangenen verschiedenen
athenäischen Kampfesarten obgesiegt hatten, mit ihren Siegeszeichen. Namentlich aber dienten Kie Sieger im Wagenrennen, welche einzeln n 8 ner langen geordneten Reihe auf ihren Wagen einherfuhren, zur Ver- herrlichung des Zuges. Andere trugen die verschjedenen dabei erforder- lichen Opfergeräthe. Diese Schaugefälse(ouaela, iegd aypeta) bestanden
öͤſstentheils aus Gold und Silber, waren von den Händen der besten und
schicktesten Meister gefertigt, und mit sinnvollen und kunstreichen Ver- 26 ngen geschmückt. Sie wurden in einem besonderen Gebäude, oder Pehe cht auch in einem eigens hierfür bestimmten Raume des Tempels 7 20) sorgsam aufbewahrt. Aber auch bürgerliche Frauen und Jung- (ollre folgten dem Zuge. Da nämlich das ganze Fest zu Ehren einer ſeanen menen Göttin gefeiert wurde, so wurden zu besonders religiösen Pree natürlich auch vorzugsweise nur auserlesene Jungfrauen zuge- Gescl Für sie war es daher auch eine Auszeichnung, als 1.½ο90 zu z0gen. d. E. Körbe mit Opfergeräthen auf den Köpfen zu tragen. ſanede den Bumern durften indessen auch Freigelassene und Schutzver- Müene dit khren Frauen und Töchtern Antheil nehmen, jedoch hatten sie van te erade sehr ehrenvolle Verrichtungen dabei zu besorgen, sondern nicht g hr als dienendes Personal dabei verwendet. So z. B. hatten die Vurden 6— Markr mit Eichemlaub zu schmücken, und dem weiblichen Nünnen. le es ob, Theils Näpfe und Krüge zum Gebrauch des Opfers, Naas den Lügarlchen Frauen und Jungfrauen Schirmé und Sessel nachzu-
Li Tfermanf Gottesd. Alterth. d. Gr. 8. 54. n. 25. 25. 27... tragen. ſs der gesammten panathenäischen Feierlichkeiten bildete, Den Selnu 8 und solenne Opfer und die damit verbundene ie Lenenn V— Das Opfer konnte natürlich, um der Würde Speisung Bue chörig au entsprechen, nur in einer Hekatombe bestehen. Ses Seaan Puor aig antserordentlich groſse Anzahl der Theilnehmer an der ortadis und der hierzu unumgänglich nöthige enorme Aufwand scheint dieses dringend geboten zu haben. B der Angabe des Scholiasten zu Aristophan. Nub. v. 385. überlielsen sich die Theilnehmenden den Freuden des Mahles in reichlichem Maſse, und kehrten wohlgesättigt in ihre Be- hausungen zurück.
Auſser Meursius(Panathenaica in Gronov's Thesaur. T. VII. p. 83. seq.) haben die Panathenden ausfährlich beschrieben: Creuzer Symbol. Th. II. S. 88. ff. H. A. Müller Panathenaica, Bonn 1837. K. Hoff- mann Panathenaikos, Archaeol. liber. Cassel 1835. Meier in der hall.
5


