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psion, am Feste Chalkeia, begonnen. Es wurden demnach ohngeführ sieben bis acht Monate darauf verwendet. Der Peplos bestand aus einem groſsen viereckigen Tuche und hatte keine Aermel. Der Stoff desselben war Wolle. Auller Wahrscheinlichkeit nach hatte derselbe einen gelben oder Secharlach- grund.(Euripid. Hecub. v. 470. Virgil. Cir. v. 31.) Die mit vieler Kunst auf demselben ausgeführten Stickereien bezogen sich vorzugsweise auf die von der Göttin ausgeführten Thaten, namentlich ihre mit den Titanen und Giganten siegreich bestandenen Kümpfe. Aufserdem kamen aber auch Darstellungen darauf vor, die sich auf den Zeus, Ares, Apollon, Hermes, Silenos bezogen, nicht minder solche, welche Bezug auf die Thaten ge- wisser Heroen hatten, bei deren Ausführung sie von der Göttin unterstützt worden waren, z. B. der Kampf des Herakles gegen die lernäische Hydra, die Erlegung der Chimaira durch Bellerophon u. s. w. Da man endlich auch die gefeierten Grolsthaten ausgezeichneter Attischer Bürger hauptsäch- lich als Werk der Göttin betrachtete, so waren auch sie mitunter Gegen- stand der auf dem Gewande ausgeführten Darstellungen. Daher konnte Aristophanes den Ruhm der Yäter gewils nicht schöner bezeichnen, als daſs er sie dieses Landes und»des Peplos« würdige Männer(dsιονι,εν ιραdο) nannte. Equit. v. 563.(570.).
Zur Schaustellung des Peplos vährend des Zuges bediente man sich eines eignen, ganz für diesen Zweck bestimmden Schiffes(aradννα⁷ ad, dessen gewöhnlicher Standort in der Nühe des Areopags war,(vergl. Pausan. I. 29, 1.) und welches zwar zum Schein mit Rudern versehen war, aber qurch einen eigenthümlichen, künstlich im Verborgenen angebrachten Mechanismus fortbewegt wurde. Während der Frocesson war der Peplos in Form eines Segels auf dem Schiffe ausgespannt, und jedenfalls so ange- pracht, dals man denselben nicht nur im Ganzen, sondern auch im Einzelnen, namentlich die auf demselben eingestickten bildlichen Darstellungen aus dem Leben der Götter und Heroen von allen Seiten genau betrachten konnte.
Was nun den Gang der Procession selbst betrifft, so setzte sich dieselbe von der Akademie oder dem äulseren Kerameikos ans in Bewegung, und zog die breite grade Straſse entlang durch das Dipylon in die Stadt. Von da bewegte sie sich über den inneren Kerameikos, und kam an dem Leo- korion vorbei. Eigentlich hätte nämlich der Zug auf dem kürzesten Wege sogleich von dem Kerameikos nach der Akropolis gehen sollen. Da man aber, um das herrliehe und imposante Sehauspiel gehörig entfalten und auch möglichst lange genieſsen zu können, absichtlich lieber Umwege ein- schlug, so gieng der Zug nun durch die gröſsten und schönsten Stralsen der Stadt eigentlich um die Burg berum. So kam man denn auch über die Agora an den dort beündlichen Hermen und zahlreichen Tempeln
vorbei, und schlug von da die weitere Richtung nach dem Ilissos und dem Eleusinion ein; und so kam man denn endlich über die Propyläen auf die Burg, und erreichte das vorgesteckte Ziel, den hier gelegenen Tempel der Göttin. Hier wurde nun der Peplos von dem Schiffe herabgenommen, von einigen Personen in den Tempel hineingetragen und dem groſsen Stand- bilde der Göttin umgeworfen. 3 An der Procession nahm fast die gesammte Beyölkerung von Attika,


