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Erfahrungen aber und die, im Gedankenaustauſch mit vielen älteren, wohl erfahrenen Landwirthen und ſtrebſamen Studiengenoſſen ge⸗ wonnenen Anſichten ließen an der Zweckmäßigkeit des gegenwärtig befolgten Syſtems abwechſelnder praktiſcher Uebung und Studiums auf Univerſitäten oder landwirthſchaftlichen Inſtituten zweifeln und eine andere Durchbildung nach beiden Richtungen hin als wünſchens⸗ werth erkennen..
Seit 1857 als Docent der Landwirthſchaftslehre in Gießen thätig, widmete er ſeine Kräfte hauptſächlich der Vervollkommnung der Landwirthſchaftslehre in einer, den Anforderungen der Gegen⸗ wart und Zukunft entſprechenden Weiſe und der Auffindung des⸗ jenigen Bildungsganges für angehende Landwirthe, welcher ihnen neben gründlichſter fachlicher Befähigung die Erlangung aller ihnen nothwendigen Kenntniſſe mit den mindeſten Opfern an Geld und Zeit zu gewähren verſpräche..
So ſtrebten die Unterzeichneten in den angedenteten Richtungen, Jeder für ſich, nach demſelben Ziele, ohne jedoch bisher im Stande zu ſein, ihre weiter gehenden Pläne zu verwirklichen, indem ihre Kräfte und Mittel vereinzelt hiezu nicht ausreichten.
Es war für Beide ein Zuſammenwirken, es war ein geeigneter Boden, ein ihre Pläne fördernder, durch hinreichende Lehrapparate unterſtützter gemeinſamer Uebungsplatz für ihre Kräfte und ihr Streben nothwendig. 1
Sie können es nunmehr nicht dankend genug anerkennen, daß die Munificenz Seiner Durchlaucht des Fürſten zu Solms⸗Lich es ihnen möglich machte, ihrem Ziele näher zu kom⸗ men und daß gleichzeitig mit einer ſo ſehr erfreulichen Unterſtützung die Großh. Heſſiſche Staatsregierung, die Stadtbe⸗ hörde von Gießen und, auf Antrag Sr. Erlaucht des Grafen zu Solms⸗Laubach, auch der landwirthſchaft⸗ liche Verein von Oberheſſen hülfreiche Hand zu bieten ge⸗ neigt ſind.
Mit der Ernennung des Dr. Löll zum Fürſtlichen Gutsver⸗ walter in Lich wurde demſelben zugleich die Erlaubniß ertheilt, da⸗ ſelbſt angehende Landwirthe als Cleven in einer, den Gutsverhelt⸗ niſſen entſprechenden Anzahl ansbilden zu dürfen.


