Jahrgang 
1930
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und Kunsthornstäbe; Stadiarchiv Worms, Denkschrift über die Hafen- und Uferbauten zu Worms. 1893. Pfarrer Quack, Stockstadt, Schulbücher; Valentin Schäfer, Büffelhorn; stud. jur. Heinz Kissel, Glasgeräte für den chemischen Unterricht.

Wir möchten bei dieser Gelegenheit die Einwohner Gernsheims nochmals bitten, uns von gelegentlichen Funden, von alten Urkunden, Büchern, Bildern, die sich auf die Ge- schichte Gernsheim und seiner Einrichtungen beziehen, Kenntnis zu geben und uns diese Dinge wenigstens einmal zur Einsicht zu überlassen, wenn sie nicht der Heimatsammlung vermacht werden können.

Die bildnerische Ausstattung des vorliegenden Jahres- berichtes stammt aus dem TZeichenunterricht von Reallehrer Mössinger. Sie gibt Proben des neu bei uns eingeführten Linolschnittverfahrens unter Zugrundelegung von heimatlichen Motiven.

Ehe wir diesen Teil unseres Berichtes zur Geschichte der Anstalt abschliessen, sei uns noch eine Bitte gestattet. Im Jahre 1911 hat der damalige Direkior Dr. Seidenberger ein Familien- und Gemeindebuch erscheinen lassen, in dem er die ehemaligen Schüler der Höheren Bürgerschule und der daraus hervorgegangenen Realschule nach Familien geordnet mit- unter sind es 3 Generationen zusammenstellt. Ein gutes Stück Gernsheimer Familiengeschichte steckt in diesem Buch, das allein aus Gernsheim über 600 Namen enthält, aber leider seit fast 20 Jahren keine Fortsetzung gefunden hat. Eine grosse

PETELER(II b) Anzahl Schüler hat seitdem die Realschule teilweise oder ganz durchlaufen und wurde in alle Winde zerstreut. Das Band, das damals bei der Einweihung des neuen Realschulgebäudes im Jahre 1911 wieder fester um alle früheren Schüler geschlungen wurde, ist zerrissen. Ein Blick in das Familien- und Gemeindebuch genügt, um zu erkennen, wie interessant es wäre, diese Chronik fortzusetzen, d. h. eine weitere Generation anzufügen. In diesen Tagen geht darum ein Aufruf hinaus an alle ehemaligen Bürger- und Realschüler zum Zweck des engeren Zusammenschlusses. Wir haben den Wunsch, dass ein Band uns Lehrer und diejenigen umschlinge, die nach erhaltener Ausbildung ins praktische Leben eintreten, dass sie Gelegenheit finden, von Zeit zu Zeit ihre alte Schule wieder aufzusuchen, um Teil zu nehmen an ihren Veranstaltungen und ihren Problemen, und dass wir eine Stütze an ihnen haben in ideeller und materieller Beziehung; dass der Zusammenhalt derjenigen unter sich fester werde, die zusammen auf der gleichen Schulbank sassen, und dass wir erfahren, was aus denen geworden ist, die das Leben von einander trennte, die aber immer noch zu uns gehören. Dann wird es deutlich, dass die Zahl derer gar nicht so gering ist, die mit Erfolg draussen im Leben Heimat und Schule vertreten und auf wichtigen Posten, zum Teil in leitender Stellung, stehen. Wir bitten darum herzlichst alle früheren Schüler und Schülerinnen, zunächst ihre Anschrift dem gebildeten Ortsausschuss oder der unterzeichneten Direktion mitzuteilen, damit weitere Schritte getan werden können.

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IVV. AN DIE ELTERN.

In der engen Verbindung zwischen Schule und Elternhaus erblicken wir ein wertvolles Mittel der Erziehung und der Steigerung der Leistungen. In der Schule erfolgt die Darbietung des Stoffes Erklärung, Anwendung, Ubung vorwiegend zu Hause aber die Aneignung. In der Stille des Arbeitszimmers, unabgelenkt durch Geschwister und häusliche Dienste, soll der Schüler das in der Schule Gehörte zu seinem geistigen Eigentum verarbeiten. Aber nicht die Zeit, die er über seinen Büchern sitzt, ist dabei ausschlaggebend, sondern die Sorgfalt der Arbeit und der Wille, nicht eher zu ruhen, als bis die Aufgabe ohne Zuhilfenahme des Buches selbständig wiedergegeben werden kann. Wenn Eltern oder ältere Geschwister irgendwie eine Kontrolle über die Güte der Vorbereitung ausüben können, dann ist das von höchstem Werte, wenn nicht die guten Leistungen ihres Kindes zeigen, dass es selbständig und gewissenhaft genug ist und einer solchen Nachprüfung nicht bedarf. Nur in der oft fehlenden oder mindestens oberflächlichen Aneignung des Stoffes sehen wir die Erklärung dafür, dass die Leistungen eines Schülers oft gering sind, obwohl die Eltern bezeugen, dass er szlange über seinen Büchern sitzt. Immer aber, wenn die Eltern ein Sinken der LAMELI(I b)

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