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Durch freundliches Entgegenkommen der Intendantur des Staatstheaters wurde den Schülern wie im vergangenen Jahre ein öfterer Theaterbesuch zu billigerem Preise ermöglicht.
5. Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 17. April mit der Aufnahmeprüfung. Am folgenden Tage nahm nach feierlichem Gottesdienst für beide Bekenntnisse der regelmäßige Unterricht seinen Anfang. Ein schwerer Verlust traf die Schule am 23. Mai. Auf einer Dienstreise starb in Frankfurt ganz plötzlich Herr Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg, der langjährige Dezernent der Anstallt. Sie wird dem wohlwollenden Freunde, unter dessen Amtszeit sie die Anerkennung als Vollanstalt erlangte, ein ehrendes Andenken bewahren. Die Verfassungsfeier fand nach den Sommerferien am 25. August statt. Die Festrede, die von Gesangsvorträgen und Deklamationen umrahmt war, hielt Studienrat Meyer-Kredell. Am 21. Sept. wurden nach der Turnreifeprüfung in den volkstümlichen Übungen die Reichsjugendwettkämpfe ausgetragen. Mit ihnen wurde am Abend die Jahnfeier verbunden, bei der nach turnerischen Vorführungen und der Aufführung des Jugendspiels„Beowulf“ Studienrat Kops ein packendes Gedenkwort auf den wackeren deutschen Mann sprach. Am Gedenktage Schuberts wurde des großen Meisters der Töne in einer würdigen Feier gedacht. Neben musikalischen Vorträgen und den Gedächtnis- worten des Oberschullehrers Berz machte sich in dankenswerter Weise Frau Studienrat Meyer- Kredell um die Feier verrdient, indem sie mehrere Schubertlieder sang. Der neue Dezernent der Anstalt, Hlerr Oberschulrat Dr. Grau, besuchte die Schule am 18. und 19. Dezember und wohnte dem ÜUnterricht sämtlicher Lehrer bei. Unter seiner Leitung fand am 26. und 27. Februar die mündliche Reifeprüfung statt. 15 Prüflinge bestanden, darunter sechs mit„gut“. Die feierliche Entlassung der Abiturienten erfolgte am 5. März.
6. Aus den Verfügungen der Behörden.
1. Ministerialerlaß vom 29. November 1928: Praktische Vorbereitung für den Besuch technischer Mittelschulen: Für den Besuch technischer Mittelschulen ist eine gute praktische Ausbildung von mindestens 2 Jahren unerläßlich. Sämtliche preußische Maschinenbau- schulen haben die Aufgabe übernommen, ihre zukünftigen Besucher über ihre praktische Tätigkeit zu beraten. Es wird den jungen Leuten empfohlen, etwa 3 Monate vor Abgang von der höheren Lehranstalt den Direktor derjenigen Anstalt, die sie nach Vollendung ihrer praktischen Tätigkeit besuchen wollen, um Beratung anzugehen. Staatliche Maschinen- bauschulen, zu deren Besuch Obersekundareife erforderlich ist, befinden sich in Aachen, Altona, Breslau, Dortmund, Elberfeld-Barmen, Frankfurt a. M., fHlagen i. W., Kiel, Köln, Magdeburg und Stettin.
2. Ministerialerlaß vom 22. Januar 1929: Ausbildung von Volksschullehrern: Am 1. Mai werden die bereits bestehenden Pädagogischen Akademien je 50 Studenten auf- genommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und-lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und Jehrerinnen. Ferner wird beabsichtigt, zum gleichen Zeitpunkte neue Pädagogische Akademien zur Ausbildung evangelischer Volks- schullehrer und-lehrerinnen in Breslau, Erfurt, Hlannover und Dortmund zu eröffnen und dort ebenfalls je 50 Studierende aufzunehmen.


