12 Niederlassungen der Rheinischen Volksbank und der Rheingauer Bank. Vorgedruckte Post- anweisungen werden im Bedarfsfalle den Schülern ausgehändigt. Für von den Schülern mit-— gebrachte Beträge kommt als Zahlungstag nur der erste Schultag des Monats in Frage. Wer mit der Zahlung im Rückstand bleibt, wird gebührenpflichtig gemahnt; nach ergebnislosem Ablauf der für die Zahlung gestellten Nachfrist wird alsbald das Beitreibungsverfahren einge- leitet, wenn nicht Stundung gewährt werden kann. Wenn die Beitreibung nicht zum TZiele führt, ist der Schüler aus der Anstalt zu entlassen.(Erl. des Ministers f. W., K. u. V. v. 1. 2. 28.— Zentralbl. vom 20. 2. 28, Seite 61.) Bedürftigen und würdigen Schülern konnten Freistellen ge- geben werden. Zur weiteren Unterstützung minderbemittelter Schüler wurden aus den zur Ver— fügung stehenden Mitteln für die flilfsbücherei eine stattliche Zahl von Lehrbüchern, sowie einige in den Arbeitsgemeinschaften zu verwendende Werke erworben. Die filfsbücherei wurde stark in Anspruch genommen.
k) Berufsberatung.
Die Berufsberatung wurde in der Hauptsache von den Lehrern der Ol und UII aus— geübt. Die Unschlüssigkeit der Schüler und der öftere Wechsel eines einmal gefaßten Ent- schlusses zeigten heuer deutlicher denn je die großen Schwierigkeiten, denen die jungen Leute bei der Wahl eines für sie geeigneten Berufes gegenüber stehen. In vielen Fällen entschieden die Wahl nicht Anlage und Neigung, sondern äußere Umstände. Bei unseren fast ländlichen Verhältnissen bedeutet die geringe Zahl der in den Gesichtskreis unserer Schüler tretenden Berufsarten eine nicht geringe Erschwerung des entscheidenden Schrittes. Um die Schüler mit der Eigenart der an Zahl immer wachsenden neuzeitlichen Berufe besser bekannt zu machen, wird die Schülerbücherei— im Rahmen der vorhandenen Mittel— einschlägige Werke für die Berufswahl zu beschaffen suchen und den Schülern zur Verfügung stellen.
Im übrigen gelang es in einer Anzahl von Fällen den Bemühungen der betr. Lehrer, für die ratsuchenden Schüler die rechten Auskunftsquellen aufzufinden und nachzuweisen; nicht immer gelang es, Schüler von einem nach dem Urteil ihrer Lehrer für sie nicht passend er- scheinenden Berufe zurückzuhalten.
4. Elternbeirat. Elternversammlung. Spenden.
Der Elternbeirat bestand aus den Herren: 1. Sanitätsrat Dr. Joseph Bank, Geisenheim, 2. Gartenbauoberlehrer Arthur Glogau, Geisenheim, 3. Apothekenbesitzer flugo Grandjean, Geisenheim, 4. Weinhändler Jakob Lill, Rüdesheim, 5.„ Hermann We il, Winkel.
Unter dem Vorsitz des Herrn Weil fand am 23. 3. 28 eine Sitzung statt, in der wichtige Erziehungsfragen besprochen wurden.
Die Fa. Asbach& Co. stiftete der Anstalt zwei wertvolle Sportbücher aus dem deutschen Sportverlag in Berlin, von denen das eine der Lehrerbibliothek, das andere dem Wunsche der Firma entsprechend bei den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen dem besten Schüler als Geschenk zuerkannt werden soll. Wie in früheren Jahren versorgte die Chemische Fabrik in Winkel unser Laboratorium mit destilliertem Wasser. Fräulein Grandjean in Geisenheim über- ließ uns geschenkweise Chemikalien. Der Oberprimaner Beiderlinden stiftete ein geschnitztes


