Jahrgang 
1911
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3. Schulfeiern. Der Geburts- und Todestage der flochseligen beiden Hohenzollern- kaiser wurde in den einzelnen Klassen in der üblichen Weise gedacht. Vor den Sommer- und Weihnachtsferien, sowie am Schlusse des Schuljahres wurde dem Herkommen gemäß eine aus Gesang, Deklamation und Ansprache bestehende kleine Schulfeier veranstaltet. Am 15. Juli fand aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages der Hochseligen Königin Luise eine größere Schulfeier statt, in welcher in Deklamationen und Rede das Leben der Hohen Frau dargestellt wurde. Die Sedanfeier wurde diesmal etwas erweitert, indem nach dem Schulakt ein gemeinsamer Besuch des Niederwalddenkmales stattfand, woselbst in Gesang und Rede die Bedeutung des vierzig Jahre vorher erreichten Zusammenschlusses des gesamten Deutschlands den Schülern nochmals vor Augen geführt wurde. Den Allerhöchsten Geburtstag beging die Schule durch einen großen Festakt im Saale desDeutschen Hauses. Zahlreiche geschätzte Gäste aus Geisenheim und den benachbarten Rheingauorten beehrten uns mit ihrer Anwesenheit. Die Festrede, welche Herr Prof. Dr. Cnyrim übernommen hatte, behandelte die Vorläufer der Freiheitskriege. Die Turnfahrt der Realschule wurde am 13. September in 4 Abteilungen unternommen. Die obere Abteilung(I und I!) fuhr mit der Bahn über St. Goarshausen nach Nastätten, besuchte dann das Römerkastell bei Holzhausen, marschierte nach Laufenselden und kehrte mit der Bahn über Langenschwalbach und Wiesbaden nach Geisenheim zurück; Il marschierte von Wiesbaden über Schlangenbad nach Eltville; IV fuhr mit dem Rheindampfer nach Caub, machte einen Fußmarsch nach Dörrscheid und zurück nach Caub und kehrte mit dem Schiffe nach Geisenheim zurück; V und VI fuhren nach Lorch, besichtigten dort die sehenswürdige Kirche und kehrten des strömenden Regens wegen um 1 Uhr in die Heimat zurück.

4. Prüfung und Revisionen. Der schriftliche Teil der Schlußprüfung fand in den Tagen vom 21. 25. Februar statt. Die mündliche Prüfung wnrde unter dem Vorsitz des Unterzeichneten, dem hierfür die Geschäfte des Königlichen Kommissars übertragen waren, am Donnerstag, den 16. März, abgehalten. 15 Primaner konnten für reif erklärt werden. Am 29. November war der Dezernent unserer Anstalt, Herr Geh. und Oberregierungsrat Dr. Paehler, Direktor des Kgl. Provinzial-Schulkellegiums, anwesend, wohnte in einer Anzahl von Klassen dem Unterrichte bei und nahm eine genaue Besichtigung der Schulräume vor. Am 29. Närz wurde im Auftrage des fferrn Bischofs von Limburg von fierrn Generalvikar ffilpisch der katholische Religionsunterricht einer Revision unterzogen.

5. Ferien. Die Ferien dauerten zu Pfingsten von 14. bis 23. Mai, im Sommer vom 16. Juli bis 15. August, im Herbst vom 2. bis 12. Oktober, zu Weihnachten vom 22. Dezember bis 3. Januar einschließlich. Wegen der flitze mußte der Nachmittagsunterricht an 5 Tagen ausgesetzt werden.

6. Unterrichtszeit. Im Interesse der auswärts wohnenden Schüler richtet sich die Unterrichtszeit nach den Fahrplänen der Eisenbahn. Dementsprechend begann der Unterricht morgens um 8 Uhr, nachmittags um 2 Uhr 30 Minuten.