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lI. Aus den Erlassen und Verfügungen.
1. Berlin, den 7. Februar 1910. Beim Zeichnen nach der Natur sollen auch die Bauwerke und Kunstdenkmäler der Heimat nach Möglichkeit zum Gegenstand genommen werden.
2. Berlin, den 15. Februar 1910. Die Schule hat ebenfalls(insbesondere durch ihre Schülerbibliothek und im deutschen Unterricht) die Pflicht, die Bestrebungen zu unterstützen, welche gegen die durch Schund- und Schmutzliteratur entstehenden Schädigungen der sittlich- religiösen Anschauungen unseres Volkes gerichtet sind.
3. Berlin, den 14. Mai 1910. Die 100. Wiederkehr des Todestages der Königin Luise(19. Juli 1910) soll an allen preußischen Schulen unter Ausfall des Unterrichts festlich begangen werden.
4. Berlin, den 13. Juni 1910. Erlaß betr. Einführung von Schülerübungen in den naturwissenschaftlichen Fächern.
Berlin, den 13. Juni 1910. An den Tagen ohne Turnunterricht sollen für die einzelnen Klassen fortan außerhalb der Pausen besondere körperliche UÜbungen vorgenommen werden.
5. Berlin, den 2. Juli 1910. Ernennung des fferrn Oberlehrer G. Nägler zum Pofessor.
6. Berlin, den 21. Juli 1910. Für den Gesangunterricht wird(unter Vermehrung der wöchentlichen Stundenzahl) ein neuer Lehrplan aufgestellt.
7. Cassel, den 1. September 1910. S. M. der Kaiser und König haben mittels Aller- höchsten Erlasses von 13. 8. 1910 dem Prof. Nägler den Rang der Räte IV. Klasse zu ver- leihen geruht.
UI. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Schulanfang. Am 5. April begann das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienst und Versammlung der Lehrer und Schüler im Zeichensaale. Am Tage vorher hatte bereits die Aufnahmeprüfung stattgefunden. Die Schülerzahl betrug 167 darunter 13 Lateiner(4 in IV, 8 in V, 1 in Vh.
2. Lehrerkollegium. Am Schluß des Schuljahres verließ uns Herr Schreiner um eine Oberlehrerstelle in Neunkirchen b. Saarbrücken zu übernehmen. Zur Ableistung seines Probejahres sowie zur Wahrnehmung der etatsmäbigen Hlilfslehrerstelle trat Herr Scharowskil) zu Ostern neu in das Kollegium ein. Herr Pfarrer Michel, der einen einjährigen Urlaub zu Studienzwecken in ltalien und Nordafrika verbringt, wurde im Winter durch Herrn Pfarrer Anthes vertreten.
¹) Artur Scharowski, geboren am 20. Dezember 1881 zu Mühlhausen in Thür., evang. Konfession, bestand die Reifeprüfung am Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte in Greifswald und Marburg neuere Philologie und Geschichte. Nachdem er am 24. Oktober 1908 an der letztgenannten Universität die Staats- prüfung für das höhere Lehramt bestanden hatte, war er während des folgenden Winterhalbjahres an der städtischen Rektoratsschule zu Kupferdreh im Rheinlande tätig; von Ostern 1909 bis Ostern 1910 leistete er sein Seminarjahr am Königl. Gymnasium zu Wiesbaden ab; für sein Probejahr wurde er Ostern 1910 zunächst der Oberrealschule am Zietenring zu Wiesbaden überwiesen, um diese Stelle gleich darauf mit einer anderen an der Realschule zu Geisenheim zu vertauschen. Hier war er bis Ostern 1911 zugleich als wissenschaftlicher Hilfslehrer tätig.


