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vertreten; Herr Szymanski), um die neugeschaffene Stelle eines technischen Lehrers zu über- nehmen; Herr Kaplan Dr. iur. Jak. Rauch, um an Stelle des Herrn Frühmessers Dezius den kathol. Religionsunterricht zu erteilen.
Am 24. Oktober wurde uns unser lieber Kollege, Herr Oberlehrer Plangemann, durch den Tod entrissen. Er starb nach 12monatlichem schwerem Krankenlager im Josephshospital zu Wiesbaden, im jugendlichen Alter von noch nicht 35 Jahren. Mit aufrichtiger Trauer gaben wir ihm das Abschiedsgeleite zu seiner letzten Ruhestätte, denn mit ihm ist ein Mann von uns gegangen, der mit der größten Hingabe an seinen Beruf ein edles Gemüt verband uùnd uns allen ein Freund voll Bescheidenheit, Liebenswürdigkeit und Zuverlässigkeit war. Sein Andenken wird von uns dauernd in Ehren gehalten werden. Möge die Erde ihm leicht sein!
An seine Stelle wurde vom Kuratorium gewählt und vom Kęl. Provinzial-Schulkollegium (5. Dez. 1908) bestätigt Herr Oberlehrer Harsy, der sein Amt am 1. Februar d. Js. antrat. Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 22. Dezember 1908 wurden die Herren Oberlehrer Dr. Rauch und Dr. Cnyrim zu Professoren ernannt und erhielten am 9. Februar 1909 den Rang der Räte IV. Klasse.
3. Schulfeiern. Der Geburts- und Todestage der Hochseligen beiden Hohenzollern- kaiser wurde in den einzelnen Klassen in der üblichen Weise gedacht.— Vor den Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien, sowie am Schlusse des Schuljahres wurde dem Herkommen gemäß eine aus Gesang, Deklamation und Ansprache bestehende kleine Schlußfeier veranstaltet. Bei der letzteren wurde auch im Beisein einér Anzahl von Freunden der Schule des Tages gedacht, an dem 25 Jahre früher Herr Professor Sauerborn in das Lehrerkollegium unserer Anstalt eintrat.— Am 2. September fand ein feierlicher Festakt statt, bei dem ferr Hoffmann die Festrede hielt.— Den Allerhöchsten Geburtstag beging die Schule durch einen großen Festakt im Saale des„Deutschen fHlauses“. Zahlreiche geschätzte Gäste aus Geisenheim und den benachbarten Rheingauorten beehrten uns mit ihrer Anwesenheit. Die Festrede, welche Herr Prof. Sauerborn übernommen hatte, behandelte die Bedeutung der Naturwissenschaft für die Entwickelung der materiellen Kultur und den Bildungswert des Naturstudiums. Das der Anstalt überwiesene Kaiserprämium(Wislicenus, Deutsche Schiffahrt) wurde dem Sekundaner Albert Choisi aus Lorch zuerkannt.— Die Turnfahrt der Realschule wurde am 10. September in 4 Abteilungen unternommen. Die obere Abteilung( und I) fuhr nach Braubach und wanderte von dort, nach Besichtigung der Marxburg, über den Höhenrücken nach Bad Ems; IIl und IV hatten als Zielpunkte die fallgarter Zange, Schlangenbad und Eltville gewählt; die Quinta setzte nach Bingen über und marschierte zum Schweizerhause, von dort zum Jägerhause und kehrte durch das Morgenbachtal an der Falkenburg und Rheinstein vorbei nach Bingen- Rüdesheim zurück. Die Sexta besuchte das Nationaldenkmal und zog dann durch die Wälder zum Teufelskädrich und dem Kammerforst. Der Rückweg wurde wiederum über Rüdesheim gewählt.
³) Bruno Szymanski, geboren am 28. August 1874 zu Berent, Regierungsbezirk Danzig, katholisch, besuchte die Seminar-ibungsschule und das Progymnasium daselbst. Ostern 1891 trat er in das Königliche Lehrer-Seminar zu Rüthen in Westfalen ein und bestand dort am 22. Februar 1894 die erste Lehrerprüfung. Am 1. März 1894 wurde ihm eine Lehrerstelle in Gelsenkirchen übertragen. Die zweite Lehrerprüfung bestand er im Juli 1896 am Seminar zu Rüthen. Von Ostern 1898 bis 1899 machte er musikalische Studien an der Königlichen akademischen Hochschule für Musik sowie am Sternschen Konservatorium in Berlin und wurde am 1. April 1902 als Lehrer an das Gymnasium in Gelsenkirchen berufen, wo er 6 Jahre tätig war. Am 1. April 1908 erfolgte seine Anstellung als Lehrer an der Realschule zu Geisenheim.


