Jahrgang 
1909
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II. Aus den Erlassen und Verfügungen.

1. Berlin, 18. März 1908. In der ersten Religionsstunde des neuen Jahres sind die evangelischen Schüler auf J. HI. Wichern und seine Bedeutung hinzuweisen.

2. Cassel, 1. Juli 1908. Als Geschenk des Herrn Ministers der geistl. pp. Angelegen- heiten für einen würdigen Schüler wird ein ExemplarBerner, Geschichte des Preußischen Staates überwiesen.

3. Berlin, 29. September 1908. In der dem 19. November zunächstliegenden Ge- schichtsstunde soll der 100 jährigen Wiederkehr der Einführung der preußischen Städteordnung gedacht werden.

4. Cassel, 10. Dezémber 1908. Als Geschenk des Herrn Ministers der geistl. pp. An- gelegenheit für einen würdigen Schüler wird ein ExemplarBerner, Geschichte des preußischen Staates überwiesen.

5. Cassel, 2. Januar 1909. Auch in der Provinz Hessen-Nassau sollen fortan Direktoren-Konferenzen abgehalten werden.

6. Cassel, 15. Januar 1909. Als Geschenk Seiner Majestät für einen würdigen Schüler der oberen Klassen wird der Anstalt ein ExemplarWislicenus, Deutschlands Seemacht überwiesen.

7. Berlin, 19. Februar 1909. Beim Auftreten übertragbarer Krankheiten unter Kon- firmanden sind die betr. Pfarrämter zu benachrichtigen.

III. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Schulanfang. Am 28. April begann das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienst und der Versammlung der Lehrer und Schüler im Zeichensaale. Am Tage vorher hatte bereits die Aufnahmeprüfung stattgefunden. Die Schülerzahl betrug 171, darunter 25 Lateiner(10 in IV, 11 in V, 4 in Vh).

2. Lehrerkollegium. Am Schlusse des vorhergegangenen Schuljahres verließen die Anstalt Hlerr Frühmesser Dezius und fierr Kandidat Ruez. Beide gingen nach Limburg. Mit Beginn des neuen Schuljahres traten neu in das Lehrerkollegium ein: flerr flarsy¹), um sein Probejahr zu beenden und die etatsmäßige wiss. Hilfslehrerstelle wahrzunehmen; fierr Hoffmann²), um sein Probejahr abzuleisten und den erkrankten Oberlehrer Plangemann zu

¹) Wilhelm Harsy, geboren zu Wiesbaden am 8. August 1881, katholisch, studierte auf den Universitäten Straßburg und Marburg nenere Philologie und bestand am 13. Juli 1906 die Staatsprüfung für das höhere Lehr- amt. Am 28. Februar 1907 erwarb er zu Bonn das Zeugnis als staatlich geprüfter Turnlehrer. Während des Seminar- und Probejahres war er an dem Gymnasium in Fulda, der Oberrealschule mit Reform-Realgymnasium in Marburg a. L., dem Realgymnasium in Wiesbaden und der Realschule in Geisenheim tätig und wurde am 1. Februar 1909 als Oberlehrer an der hiesigen Realschule angestellt.

²) Karl Hoffmann. geboren am 11. Januar 1877 zu Erfurt, evangelisch, besuchte von 1888 bis 1897 die Realabteilung des Gymnasium Ernestinum zu Gotha, studierte von Ostern 1897 bis Herbst 1900 in Marburg. und München, unterrichtete bis Herbst 1903 an der Privatschule in IImenau i. Thür., nahm dann in Marburg seine Studien wieder auf und pestand am 15./16. Dezember 1906 das Staatsexamen. Bis Ostern 1907 war er an der New-School Abbotsholme in Derbyshire als Lehrer des Deutschen und Französischen tätig. Das Seminar- jahr leistete er am Königl. Gymnasium zu Wiesbaden Ostern 1907 bis 1908, das Probejahr an der Realschule zu Geisenheim Ostern 1908 bis Ostern 1909 ab.