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Prüfung das Zeugnis der Befähigung für das Elementar⸗Lehramt zuerkannt. Nachdem er vom 2. Januar bis 1. Februar 1897 die erledigte katholiſche Schulſtelle zu Roßbach, Kreis Gelnhauſen verwaltet hatte, erfolgte daſelbſt ſeine erſte proviſoriſche Anſtellung. Am 1. Januar 1899 wurde ihm die 2. katholiſche Schulſtelle zu Dietershauſen, Kreis Fulda, übertragen. Am 21. Oktober 1899 beſtand er die zweite Lehrerprüfung. Vom 7. November 1899 bis zum 1. April 1900 war er mit der Vertretung des beurlaubten Elementarlehrers am Königl. Gymnaſium zu Fulda beauftragt, nahm alsdann ſeine Thätigkeit in Dietershauſen wieder auf, wurde am 1. Mai 1900 definitiv als Lehrer daſelbſt angeſtellt und am 15. April 1901 als Lehrer an die Vorſchule zu Fulda berufen.
Am 1. Juli verließ uns Herr Oberlehrer Abt, um eine Oberlehrerſtelle an der Oberrealſchule in Wiesbaden zu übernehmen. Er war 1 ¼ Jahr mit beſtem Erfolge an der Realſchule thätig. Bei dem herrſchenden Mangel an Lehrern für die höheren Schulen gelang es nicht, die vakant gewordene Oberlehrerſtelle alsbald wieder zu beſetzen. Die Unterrichtsſtunden des abgegangenen Lehrers wurden deshalb von den übrigen Mitgliedern des Lehrerkollegiums übernommen.(cf. Stundenverteilungsplan 2.) Zum Nachfolger des Herrn Abt wurde Herr Seminarlehrer Sander von hier gewählt. Sein Eintritt erfolgte am 8. Januar.
Julius Sander, katholiſch, geboren den 8. Oktober 1855 zu Lamſpringe im Regierungsbe⸗ zirk Hildesheim, abſolvierte das Gymnaſium zu Hildesheim und ſtudierte in Göttingen und Münſter Geſchichte, Philologie und Geographie. Von Oſtern 1885—86 legte er am Gymnaſium zu Heiligen⸗ ſtadt nach vorher beſtandener Prüfung pro fac. doc. das vorgeſchriebene Probejahr ab und wurde von Oſtern 1886 bis Herbſt 1888 als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer an den Gymnaſien zu Heiligenſtadt und Fulda beſchäftigt. Von Oſtern 1889 bis Juli 1892 war er an den Lehrerſeminaren zu Fulda und Berent in Weſtpreußen als kommiſſariſcher Lehrer thätig und wurde am 1. Auguſt 1892 zum ordentlichen Seminarlehrer am Lehrerſeminar zu Exin in Poſen ernannt. Von dort wurde er in gleicher Eigenſchaft am 1. Januar 1897 an das Lehrerſeminar zu Fulda verſetz und am 1. Januar 1902 als Oberlehrer an die hieſige Realſchule berufen.
5. Am 24. Juni, dem Aloyſiusſonntag, wurden 11 kathokiſche Schüler, welche von Herrn Religionslehrer Weiler in außerordentlichen Stunden vorbereitet waren, in der Serverikirche feierlich zur erſten heiligen Kommunion geführt. Von den evangeliſchen Schülern wurden 6, welche an dem Kon⸗ firmandenunterrichte des Herrn Pfarrers Hattendorf teilgenommen hatten, am Weißenſonntag feierlich konfirmiert.
6. Die Schulferien ſielen in folgender Weiſe: Pfingſtferien vom 26.—30. Mai, Sommer⸗ ferien vom 6. Juli bis 6. Auguſt, Herbſtferien vom 29. September bis 15. Oktober, Weihnachtsferien vom 22. Dezember bis 8. Januar.
7. Am 6. November war es dem Berichterſtatter vergönnt, auf eine 25jährige Thätigkeit als Leiter der Anſtalt zurückzublicken. Seinem Wunſche entſprechend und mit beſonderer Rückſicht auf ſeine Familientrauer wurde von einer allgemeinen Feier des Jubiläums Abſtand genommen; es fand deshalb nur eine Schulfeier ſtatt. Am Morgen des Tages wurde in der Bonifatiusgruft des Domes ein Feſt⸗ gottesdienſt abgehalten, bei welchem Herr Religionslehrer Weiler die Feſtpredigt hielt. Das Hoch⸗ amt celebrierte Herr Regens Domkapitular Dr. Schmitt. Um 11 Uhr vormittags fand im Rothen Saale des Orangeriegebäudes die öffentliche Schulfeier ſtatt, bei welcher Herr Landrat Steffens als Vertreter des Kuratoriums, Herr Oberbürgermeiſter Dr. Antoni namens der Stadt Fulda, Herr Profeſſor Dr. Melchior im Namen des Lehrerkollegiums der Anſtalt, Herr Direktor Prof. Dr. Weſener im Namen der Kollegen des Gymnaſiums, Herr Stadtverordneter Joſef Fritz als Vertreter der früheren Schüler und je ein Schüler der einzelnen Klaſſen für alle jetzigen Schüler dem Jubilar die herzlichſten


