Jahrgang 
1902
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Vorſchule, die im Sommerhalbjahr in einigen Räumen der landwirtſchaftlichen Winterſchule, im Winter⸗ halbjahr im Realſchulgebäude unterrichtet wurde. Da infolge der beſagten Erweiterung der Anſtalt insbeſondere infolge des erweiterten Betriebs des chemiſchen Unterrichts die Räumlichkeiten des Realſchulgebäudes für den Unterrichtsbetrieb nicht mehr ausreichten, ſo wieſen die ſtädtiſchen Behörden der Realſchule 4 große Räume in dem ihr nahegelegenen Stadtſchloſſe an. Einer derſelben wurde ſo⸗ fort als Klaſſenzimmer für die Oberſekunda benutzt, und nachdem die hohe Schulbehörde die Räume als ge⸗ eignet für die Schulzwecke befunden hatte, wurden die 3 übrigen Zimmer für den chemiſchen Unterricht als Lehrzimmer, Laboratorium und Sammlungszimmer in gediegener Weiſe ausgeſtattet, zu welchem Zweck die Stadt den Betrag von 3000 Mk. bewilligt hatte. Der Herr Miniſter der geiſtlichen ꝛc. An⸗ gelegenheiten hat jedoch in Anbetracht der vom Realſchulgebäude getrennten Lage der Schloßräume die Benutzung dieſer nur proviſoriſch geſtattet und dem Magiſtrat der Stadt Fulda auf ſeinen Antrag zur Löſung der Baufrage für die Oberrealſchule eine Friſt von 5 Jahren bewilligt. Der Vorlage des Projekts zum Neubau ſieht der Herr Miniſter ſeiner Zeit entgegen.

3. Das Kuratorium der Anſtalt beſtand wie im vorigen Schuljahre aus den Herren: Landrat Steffens, Oberbürgermeiſter Dr. Antoni, Stadtverordnetenvorſteher Halbleib, Fabrikdirektor Spatz und dem Direktor der Anſtalt.

4. Im Lehrerkollegium fanden folgende Veränderungen ſtatt:

Am 1. Mai ſchied Herr Religionslehrer Domkaplan Ernſt, der vom Biſchöflichen Ordinariat zum Gefängnispfarrer an der Strafanſtalt zu Preungesheim bei Frankfurt a. M. ernannt war, von der Schule. Er hat mit vielem Eifer 3 Jahre ſegensreich an ihr gewirkt und ſich bei den Lehrern und Schülern ein dauerndes Andenken geſichert.

Am 8. Mai trat Herr Pfarrer Weiler aus Wehr als kathol. Religions⸗ und viſſenſchaftlicher Hülfslehrer in das Lehrerkollegium ein.

Peter Joſef Weiler, geboren am 8. März 1863 zu Trier, abſolvierte das dortige Gymnaſium, widmete ſich alsdann philoſophiſchen und theologiſchen Studien und wurde 1891 als Zögling des Prieſterſeminars zu Trier zum Prieſter geweiht. Er war zunächſt 2 Jahre Kaplan zu Saarlouis, während welcher Zeit er zugleich in der Militärſeelſorge beſchäftigt wurde, dann faſt 1 Jahr Pfarrverwalter zu Watthauſen, Kreis Kreuznach, hierauf 4 ½ Jahre Pfarrer zu Tündorf, Kreis Saarburg, und zuletzt 2 Jahre Pfarrer zu Wehr, Kreis Mayen.

Als Vorſchullehrer wurden mit Beginn des Schuljahres die Herren Rauck und Happ angeſtellt. Mit der Erteilung des evangeliſchen Religionsunterrichts war bis Oktober Herr Hofmann, von da ab Herr Löwer beauftragt, beide Lehrer der evangl. Volksſchule hierſelbſt.

Franz Rauck, katholiſch, geboren den 3. Juli 1866 zu Fulda, abſolvierte die Realſchule und das Lehrerſeminar ſeiner Vaterſtadt und beſtand am 31. März 1886 ſeine erſte Lehrerprüfung. Am 16. Mai 1886 zum Lehrergehülfen nach Rückers, Kreis Hünfeld, berufen, wurde er am 19. Auguſt 1886 proviſoriſch und am 15. Juni 1889 ebendaſelbſt definitiv als Lehrer angeſtellt, nachdem er am 12. Oktober 1888 die 2. Prüfung abgelegt hatte. Am 1. Januar 1890 erhielt er auf ſein Nach⸗ ſuchen die Lehrer⸗ und Organiſtenſtelle in Roßdorf, Kreis Kirchhain und am 1. Januar 1895 die 1. Lehrerſtelle in Neuhof, Kreis Fulda, wurde dann am 23. April 1900 als Lehrer an die dom⸗ pfarrliche Knabenſchule und am 15. April 1901 als Lehrer an die Vorſchule zu Fulda berufen.

Rudolf Happ, katholiſch, geboren am 18. September 1876 zu Grüſſelbach, Kreis Hünfeld, beſuchte von 18911893 die Präparandenſchule zu Fritzlar und von Herbſt 1893 bis Herbſt 1896 das Königl. Lehrer⸗Seminar zu Fulda. Am 25. September 1896 wurde ihm auf Grund der erſten