— 10— b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.
Am Dienstag den 21. April begann das neue Schuljahr mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler; tags darauf nahm nach einem feierlichen Gottesdienst in der Gym- nasialkirche der regelmäßige Unterricht seinen Anfang.
Am 2. September wurde die übliche Gedenkfeier des Sedantages in der Schule veranstaltet. Die Festrede hielt Professor Dr. Schmitthenner.
Am 21. September besichtigte der Direktor des Königlichen Provinzial-Schulkol- legiums Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler das mit dem Gymnasium verbundene Pädagogische Seminar.
Das Winterhalbjahr begann Donnerstag den 15. Oktober.
Am 10. und 11. Dezember unterzog der Dezernent der Anstalt, Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler, das Gymnasium einer Besichtigung und wohnte in allen Klassen dem Unterricht der Lehrer bei.
Am 27. Januar vormittags 9 Uhr beging die Anstalt die Feier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula mit Gesang, Musik und Deklamationen. Die Festrede hielt Oberlehrer Schöne.
c) Krieg und Schule.
1. Lehrer. Mit Beginn des Krieges wurden von den Lehrern der Anstalt zum Heere einberufen: 1. Professor Brokmann, 2. Oberlehrer Gotthardt, 3. Oberlehrer Schnädter, 4. Oberlehrer Schäfer,
von den Mitgliedern des Pädagogischen Seminars die Kandidaten M. Braun, Ruez, Aldag und Michel.
Oberlehrer Schäfer wurde am 22. August bei Neuf Chateau schwer verwundet, von den Kandidaten erlitt Karl Aldag am 15. Januar 1915 im Schützengraben unweit Lille den Tod auf dem Felde der Ehre; Moritz Braun wird schon seit den ersten Kämpfen in den Vogesen vermisst, Joseph Michel wurde in diesen Kämpfen schwer verwundet.
2. Schüler. Als unser Kaiser und König am 31. Juli zum Schutze des bedrohten Vaterlandes zu den Waffen rief, da ging der Sturm der vaterländischen Begeisterung auch durch die Herzen unserer Schüler. Alles, was nur wehrfähig war, drängte sich zu den Fahnen, um dem bedrängten Vaterlande in der schweren Zeit Hilfe zu bringen. Sämt- liche Oberprimaner mit Ausnahme eines erkrankten Schülers— 43 an der Zahl— und 2 Unterprimaner legten die Not-Reifeprüfung ab, um freiwillig in das Heer einzutreten.
Als Kriegsfreiwillige sind ferner im Laufe des Winterhalbjahres mit dem Reife- zeugnis für Oberprima abgegangen die Unterprimaner: 1. Allard Fritz, 2. Ahrens Bernhard, 3. Bielefeld Heinrich, 4. Diel Ludwig, 5. Eekmann Franz, 6. Neu- bauer Engelbert, 7. Selig Karl, 8. Wickmann Karl,


