Jahrgang 
1905
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22. Oktober 1805 eine neue höhere Anstalt unter dem Namen eines Lyceums in Verbindung mit dem Gymnasium. Diese beiden von Anfang an vereinigten Schulen mit je 3 Jahreskursen erhielten 1835 eine noch engere Verbindung und den gemeinschaftlichen Namen Kurfürstlich Hessisches, seit 1866 Königlich Preussisches Gymnasium.

So kann also das jetzige Königliche Gymnasium mit einem gewissen Rechte im Herbst d. Is. auf das erste Jahrhundert seines Bestehens zurückblicken, wenngleich nicht verkannt- werden darf, daß die Anstalt eigentlich aus der altberühmten Klosterschule hervorgegangen ist und somit seit mehr denn 1150 Jahre bis auf den heutigen Tag ununterbrochen fortbestanden hat. Zu einer Feier des letzten Abschnittes unserer altehrwürdigen Anstalt liegt aber um so mehr Veranlassung vor, als die Schule trotz ihres hohen Alters noch keine öffentliche Jubel- feier ihres Bestehens aufzuweisen hat, wahrscheinlich weil ihr Gründungsjahr bisher nicht genau festgestellt werden konnte. Abgesehen von der Beteiligung des Gymnasiums an der tausend- jährigen Erinnerungsfeier an den hochverdienten Vorsteher der Klosterschule Rhabanus Maurus im Jahre 1856 hat nur im Jahre 1885 eine auf den Kreis der Schüler und Lehrer beschränkte Feier zur Erinnerung an die 50 Jahre vorher erfolgte engere Verbindung des Lyceums und Gym- nasiums stattgefunden, an der sich indes die vorgesetzte Behörde nicht beteiligte.

So wird denn die 100 jährige Jubelfeier des Gymnasiums voraussichtlich am Schlusse des nächsten Sommerhalbjahres festlich begangen werden. Die Feier selbst soll sich in bescheidenen Grenzen halten. In Aussicht genommen ist am 28. September vormittags ein Festaktus mit vor- aufgehendem Festgottesdienst, mittags Festmahl und abends Bankett. Zudem wird eine Fest- schrift erscheinen, die außer einem kurzen ÜUberblick über die Geschichte der alten Kloster-

schule und des Jesuiten- und Hochfürstlichen Gymnasiums die Geschichte der letzten 100 Jahre

des jetzigen Gymnasiums sowie das Verzeichnis aller Lehrer und Abiturienten desselben ent- halten soll.

Im Namen des Lehrerkollegiums möchte der Unterzeichnete alle, die ein Interesse an der Anstalt haben, schon im voraus bitten, durch recht zahlreiche Beteiligung aus der Nähe und Ferne das in Aussicht genommene Fest verschönern zu helfen. Ganz besonders erwünscht würde es sein, wenn auch frühere Lehrer und Schüler des Gymnasiums durch ihr persönliches

Erscheinen bei der Feier ihre Beziehung zu der altehrwürdigen Anstalt erneuern würden. Eine-

besondere Fest-Einladung wird seiner Zeit ergehen.