Jahrgang 
1898
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Herrn Geheimen Regierungsrat Dr. Goebel ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein, einmütig und von Herzen an. Festliche Ehrungen, die von einem aus allen Ständen der Stadt zusammengesetzten Komité, dem Lehrerkollegium, der Schule und den früheren zahlreichen Schülern dem langjährigen Direktor der Anstalt er stand seit Ostern 1863 an der Spitze der Anstalt zugedacht waren, wurden von ihm zum allseitigen Bedauern mit Rücksicht auf seine Gesundheit abgelehnt. Der Magistrat der Stadt Fulda überreichte dem in der Bürgerschaft allseitig verehrten Herrn den Ehrenbürgerbrief.

2. Der Unterzeichnete, der seit dem 28. April 1896 mit der Leitung der Geschäfte des Direktors beauftragt gewesen war, wurde durch Allerhöchste Bestallung vom 24. November 1897 zum Königl. Gymnasial-Direktor ernannt und ihm vom Herrn Minister die Direktion des hiesigen Gymnasiums übertragen. Am 8. Januar d. J. wurde er durch den Königlichen Provinzial- Schulrat Herrn Dr. Pacehler feierlich in sein Amt eingeführt. Dem Einführungsakt in der Aula ging ein feierliches Hochamt in der Gymnasialkirche voraus.

3. Auch Herr Lehrer Rathmann war für das Sommerhalbjahr weiter beurlaubt gewesen und hatte indessen sein Abschiedsgesuch eingereicht, das zum 1. Oktober v. J. bewilligt wurde. Se. Majestät verlieh dem hochverdienten Lehrer, der seit Ostern 1860 mit grossem Erfolge und segensreich an der Anstalt gewirkt hatte, bei dieser Gelegenheit den Königl. Kronen-Orden IV. Klasse.

4. Durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom l. Okt. 1897 S. 6002 wurde der Lehrer Nikolaus Linz an die durch Pensionierung des Lehrers Rathmann

erledigte Stelle vom 1. Okt. 1897 ab berufen und ihm auch die Erteilung des Zeichenunterrichts übertragen. Nikolaus Linz, katholisch, geb. zu Montabaur am 28. November 1885, besuchte 1883 1886 das Königl. Schullehrerseminar seiner Vaterstadt, wirkte vom 1. Juni 1886 ab als Lehrer an der Volksschule und zugleich als Zeichenlehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule zu Flörsheim am Main. Im August legte er zu Montabaur seine zweite Lehrerprüfung ab, worauf seine definitive Anstellung erfolgte. Am 1. Oktober 1897 wurde er als Elementar- und Zeichenlehrer an dem Gymnasium zu Fulda apngestellt.

5. An Stelle des in die Provinz Schleswig-Holstein übergetretenen und dort zum Ober- lehrer ernannten Herrn Marxhausen wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Kilb von Hanau mit der Wahrnehmung der etatsmässigen Hilfslehrerstelle beauftragt und ihm vom 1. Januar d. J. ab die durch Ernennung des Unterzeichneten zum Direktor frei gewordene Ober- lehrerstelle übertragen.(Verf. vom 29. Dez. 1897 S. 7987).

Dr. Johann Alexander Kilb, kath., geb. zu Lindenholzhausen(Kreis Limburg) am 6. März 1862, studierte von Herbst 1883 87 in Bonn, München und Marburg klass. Philologie, Deutsch, Geschichte und Philosophie. Am 27. Juli 1887 bestand er zu Marburg das ex. pro fac. doc. und im August die Doktor- prüfung.(Dissertation: Platos Lehre von der Materie). Von Herbst 1887- 1888 leistete er das püdagogische Probejahr am Gymnasium zu Wiesbaden ab. An dieser Anstalt blieb er noch drei weitere Jahre als unbe- soldeter Hilfslehrer beschäftigt. Von Herbst 1891 bis Ostern 1892 nahm er an dem Kursus der Königl. Turnlehrerbildungsaustalt in Berlin teil und erwarb sich die Befähigung zur Erteilung von Turnunterricht. zu Berlin blieb er noch 2 Jahre, von Ostern 1892 94 und lag an den dortigen Hochschulen weiteren