— 17—
Ernſt Dietz, geboren am 2. Mai 1863 zu Liſpenhauſen bei Rotenburg a. d. Fulda, evangeliſcher Konfeſſion, wurde vorgebildet auf der höheren Bürgerſchule zu Rotenburg und dem Gymnaſium zu Hersfeld, ſtudierte zu Berlin, München und Marburg von Michaelis 1882 bis dahin 1886 klaſſiſche Philologie und Geſchichte und beſtand am 29. Juli 1887 das Examen pro. fac. doc. in Marburg. Von Michaelis 1887 bis dahin 188s leiſtete er das Probejahr am Gymnaſium zu Rinteln ab. Nachdem er darauf ſeiner Militärpflicht genügt hatte, privatiſierte er ein Jahr und war von November 1890 bis Oſtern 1891 als unbeſoldeter Hülfslehrer an der Bürgerſchule zu Rotenburg beſchäftigt. Von Oſtern 1891 bis dahin 1892 war er Hauslehrer bei einer deutſchen Familie in Warſchau und zuletzt von Oſtern 1893 bis 1. Oktober desſelben Jahres an der„von Hartung'ſchen“ Militärvorbildungsanſtalt zu Caſſel thätig.
6. Mit Ende des Schuljahrs wird der zum Pfarrer in Oberdorfelden vom 1. April ab ernannte ſeit⸗ herige Hülfspfarrer Herchenröder, welcher ſeit Auguſt 1891 mit Erteilung des evangeliſchen Religi— onsunterrichts an unſerer Anſtalt betraut war, aus dieſer amtlichen Stellung ſcheiden.
7. Der wiſſ. Hülfslehrer Phil. Schäfer wurde im Juli 1893 von der philoſoph. Fakultät der Uni⸗ verſität Erlangen zum Dr. phil. promoviert.
Die Geſundheitsverhältniſſe der Lehrer waren in dem verfloſſenen Schuljahre äußerſt ungünſtig. Am 26. Mai erkrankte der Lehrer Rathmann an ſtarkem Luftröhrenkatarrh und Aſthma, ſo daß er bis Ende des Quartals zum Gebrauch einer Bade- und Inhalationskur in Ems beurlaubt werden mußte. Die Vertretung desſelben im Unterricht erfolgte teils durch den Hülfslehrer Marxhauſen, teils durch andere Lehrer, insbeſondere durch den Geſanglehrer Kantor Geſang.— Auch nach Beendigung ſeiner Kur war der Geſundheitszuſtand des p. Rathmann derartig, daß eine Entlaſtung in ſeinem Dienſte dauernd erforder⸗ lich war. Infolgedeſſen wurde dem wiſſ. Hülfslehrer Marxhauſen der deutſche Unterricht in VI und der geographiſche in IV gegen entſprechende Erhöhung ſeiner Remuneration übertragen(Verf. vom 12. Juli S. 4650 ꝛc. ꝛc).— Außerdem waren im Sommerſemeſter noch erkrankt Prof. Breitung 4 Tage, Oberlehrer Sonne 19 Tage, Dr. Schäfer 6 Tage, anderweitig verhindert reſp. beurlaubt der Unterzeichnete 5 Tage, Prof. Dr. Weſener 11 Tage, Oberlehrer Hoffmann 1 Tag und Pfr. Herchenröder 3 Tage.— Schlimmer geſtaltete ſich der Geſundheitszuſtand im Winterſemeſter, namentlich in den Monaten November und Dezem— ber, wo auch unter den Schülern die„Influenza“ graſſierte, ſo daß z. Bſp. am 18. November ein Fünftel der Schüler in der Klaſſe fehlte. Am 24. November waren nicht weniger als 6 wiſſenſchaftliche Lehrer zu gleicher Zeit erkrankt, ſo daß an eine Vertretung durch die Kollegen und an eine Erfüllung des Lehr⸗ plans nicht zu denken war. Da die Erkrankungen auch im Dezember noch andauerten, ſo war der durch Verfügung vom 25. November uns überwieſene Kandidat Dietz eine dankenswerte Hülfe. Erkrankt waren im Winterſemeſter bis dahin(9. März) überhaupt außer dem Unterzeichneten und dem Oberlehrer Hoffmann ſowie den Kandidaten Marxhauſen und Dietz ſämtliche wiſſenſchaftliche Lehrer, und zwar Prof. Dr. Koerber 9, Prof. Range 28, Prof. Dr. Weſener 13, Prof. Breitung 17, Oberl. Dr. Drygas 8, Oberlehrer Jung und Oberlehrer Dr. Haas je 4, Oberlehrer Sonne 15, Hülfslehrer Dr. Schäfer 11 und Pfr. Herchenröder 5 Tage.— Der Zeichenlehrer Binder endlich mußte ſowohl im Sommer- wie im Winterhalbjahr ſeinen Unterricht ſehr häufig wegen Krankheit ausſetzen.
b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.
1. Am 9. April, dem weißen Sonntag, wurden 9 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ unterricht des Herrn Superintendenten Schäfer dazu vorbereitet worden waren, feierlich konfirmiert. 3


