Jahrgang 
1888
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III. Chronik der Schule.

a) Perſonalnachrichten.

1. Durch Verf. des Königl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 23. März pr. S. 1288 wurde der Kandidat des höheren Schulamts Dr. Theodor Haas dem hieſ. Gymnaſium zur Ableiſtung des pädagogiſchen Probejahres überwieſen.(Der Beginn des letzteren wurde jedoch nachträglich durch Verf. vom 12. April S. 1870 auf den 1. Oktober verſchoben.)

2. Ebenſo durch Verf. vom 5. Oktober S. 4318 der Kandidat Hugo Diemer.

3. Durch Verf. vom 30. Auguſt S. 3677 wurde genehmigt, daß vom Beginn des Winterhalbjahres ab der Kandidat Heinrich Stern als(unbeſoldeter) wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer am hieſ. Gymnaſium beſchäftigt und mit Erteilung einiger Unterrichtsſtunden beauftragt werde.

4. Durch Verf. vom 13. Dezember S. 5456 wurde der Gymn.⸗Lehrer Wilh. Wiskemann zum 1. April 1888 als erſter ordentl. Lehrer an das Gymnaſium zu Dillenburg verſetzt. Unſere Anſtalt, der er ſeit Michaelis 1878 angehört und eine ebenſo eifrige wie erfolgreiche Thätigkeit gewidmet hat, verliert an ihm einen tüchtigen und gewiſſenhaften Lehrer, ſowie einen freundlichen und hochgeſchätzten Kollegen.

5. Infolge dieſer Verfügung rückten die Gymn.⸗Lehrer Wagner, Dr. Drygas und Dr. Müller je in die nächſthöhere Stelle auf, während der ſeitherige wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Jung(Verfügung vom 22. Dezember S. 5654) zum ordentlichen Lehrer vom 1. April c. ab ernannt wurde.

6. Durch Verf. vom 23. Dezbr. S§. 5647 wurde der Gymn.-Lehrer Dr. Heinr. Karl Müller von dem hieſ. Gymnaſium, an welchem er ſeit 1883 eifrig und erfolgreich gewirkt hat, an das Oſtern 1888 zu eröffnende ſtaatliche Gymnaſium zu Frankfurt aM. verſetzt. Auch an ihm verliert unſere Anſtalt ſowohl einen tüchtigen und pflichttreuen Lehrer als einen ſehr rührigen und geſchätzten Kollegen.

7. Durch Verf. vom 27. Febr. S 828 wurde genehmigt, daß von Oſtern ab bis auf Weiteres dem Kandidaten des höh. Schulamts Julius Sander einige Unterrichtsſtunden unentgeltlich übertragen werden.

Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war während des verfloſſenen Jahres wenig günſtig. Außer den Herren Dr. Müller, Jung und Rathmann war keiner, der nicht durch Krankheit wenigſtens einen oder mehrere Tage dem Unterrichte wäre entzogen worden. U. a. mußte der Prorektor Prof. Gegenbaur im Monat Mai 5 Tage, im September 15, im November 10 und im Febr. 10 Tage, der Oberlehrer Dr. Bölke im Juni 14 und im November 8 Tage der Schule fern bleiben, der Unterzeichnete ſelbſt aber vom 9. Januar bis auf Weiteres in ſeinen Unterrichtsſtunden ſich vertreten laſſen(vgl. S. 11 Nr. 11). Erſt mit dem 20. Febr. konnte er ſie teilweiſe wieder aufnehmen.

b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.

1. Am 17. April, dem weißen Sonntag, wurden 5 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ Unterricht des Herrn Superintendenten Rollmann vorbereitet worden waren, feierlich konfirmiert.

2. Am 18. April wurde das neue Schuljahr eröffnet. Zunächſt wurden die neu angemeldeten Schüler geprüft und den verſchiedenen Klaſſen zugewieſen. Am anderen Tage begann, nachdem ein feierlicher Gottes⸗ dienſt in der Nonnenkirche ſowie der übliche Eröffnungsakt mit Choralgeſang, Gebet, Anſprache des Direktors,