Jahrgang 
1886
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u. a. auch die Nachweiſe über die 460 Abiturienten des Gymnaſiums ſeit 1835 in überſichtlicher Zuſammen⸗ ſtellung enthält, hob er hervor, daß auch während der letzten 50 Jahre manche hervorragende Männer, was mehrere derſelben in ehrenden Zuſchriften(eine Blumenleſe aus dieſen wurde mitgeteilt) dankbar aner⸗ kannt hätten, hier eine gründliche Vorbildung für ihre ſpäteren Berufsſtudien erhalten haben, die jetzt im Dienſte des Staates oder der Kirche eine bedeutende Stellung einnehmen; daß es kaum einen Berufszweig im öffentlichen Leben gebe, in welchem ehemalige Schüler des Fuldaer Gymnaſiums nicht als Zierden ihres Standes gelten. Selbſt jenſeits des Oceans ſeien in einflußreicher Stellung Männer zu finden, die wir und die ſich ſelbſt mit freudigem Stolze Zöglinge des Fuldaer Gymnaſiums nennen. Schließlich gab der⸗ ſelbe im Namen der Anſtalt den Gefühlen des Dankes Ausdruck gegen den gütigen Lenker der Geſchicke ſowohl als gegen alle diejenigen, welche zur Verherrlichung des Tages in irgend einer Weiſe beigetragen, und ſchloß mit dem Wunſche und der Hoffnung, daß die Gelehrtenſchule Fuldas auch in Zukunft durch Bildung und Unterricht der Jugend das Wohl des Staates wie der Kirche zu fördern berufen ſein möge. Der Anblick des Dauernden ſo lauteten ſeine Worte inmitten der raſtlos ſtrömenden Zeit, die in ihren Wellen ſo vieles Andere umher begrub, das Fortbeſtehen einer Anſtalt, welche von Anfang an die Beſtimmung hatte die edelſte Entfaltung des menſchlichen Geiſtes zu fördern, chriſtliche Bildung zur vollen Blüte und Frucht zu bringen, weckt in uns zugleich die tröſtliche Hoffnung und das Vertrauen, es werde die, wenn auch vom Wandel der Zeiten nicht unberührte, aber doch wunderbar geſchirmte und immer aufs neue verjüngte und wieder erblühende Bildungsanſtalt auch fernerhin ſowohl für den Unterricht in den Wiſſenſchaften als für die Erziehung zu wahrer Tugend wohlthätig und ſegensreich wirken. Ja, möge dieſe unſere Anſtalt den Zuſammenhang mit der ehrwürdigen und ruhmreichen Vergangenheit ſtets feſthalten und aus ihren tiefgehenden Wurzeln immer neue Nahrung zu kräftigem Gedeihen und reicher Blüte ſaugen! Möge ſie durch Bildung und Veredlung der Jugend im Geiſte des Hrabanus Maurus noch lange Jahr⸗ hunderte zum Wohle des Staates und zum Heil der Kirche ihre ſegensreiche Thätigkeit fortſetzen! Mögen ſtets tüchtige, für Religion und Tugend nicht minder als für Wahrheit und Viſſenſchaft begeiſterte Lehrer und Leiter ihr beſchieden ſein, und mögen dieſe mit treuer Hingabe an ihren Beruf die erhabenen Ziele des erziehenden Unterrichts bei einer willigen und empfänglichen Jugend zu ihrer eigenen Freude erreicht ſehen, auf daß auch fernerhin charaktervolle, durch Glaubenstreue geadelte und durch wiſſenſchaftliche Tüchtigkeit ausgezeichnete Männer aus ihr erwachſen! Möge ſie, eingedenk des von den Vorfahren ererbten Ruhmes, bei altbewährter Kraft ſtets jugendlich erneuert bis zu den ſpäteſten Geſchlechtern fortbeſtehen als ein Hort wiſſenſchaftlichen Strebens, als treue Hüterin und Pflegerin wahrer Humanität, als eine Feſte chriſtlichen Sinnes und Wandels und echter deutſcher Geſinnung! Möge ſie, getreu ihrem WahlſprucheDeo, Musis, Patriae immerdar bleiben eine Pflegeſtätte der Gottesfurcht, der Wiſſenſchaft, der Vaterlandsliebe! Das walte Gott!

Vor der Feſtrede fand noch die ſchon erwähnte Begrüßung des Herrn Gymn.⸗Direktors Dr. Vogt von Caſſel und nachher die der Herren Dr. Bergmann und Dr. Flügel ſtatt. Es folgte der GeſangJehova, Deinem Namen ꝛc., für gem. Chor von Zambinus, der Vortrag von Akt II, Scene 1, aus Göthes Iphi⸗ genie, das LiedDer Du von dem Himmel biſt, für gem. Chor von C. M. von Weber, eine Cavatine für Violine und Klavier von Raff, ſodann das von dem Primaner Rollmann vorgetragene Feſtgedicht des Herrn Oberlehrer G. Th. Dithmar zu Marburg und zum Beſchluß das LiedKennt ihr das Land ſo wunderſchön ꝛc., für gem. Chor komponiert von J. B. Siebert.