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Gefühlen dankbarer Liebe und ehrender Anerkennung Ausdruck gaben. Außer dieſen Zuſchriften, welche meiſtens von Beiträgen zu der Jubiläums⸗Stiftung begleitet waren, und andern Beweiſen der Teilnahme einzelner, wie den der Jubilarin gewidmeten Feſtgedichten, gingen uns auch verſchiedene ehrenvolle Kundgebungen und Gratulationen ſeitens mehrerer Lehrerkollegien zu. Der Direktor des Königl. Gymnaſiums zu Caſſel, Herr Dr. Gideon Vogt, gab perſönlich bei dem Schulaktus in der Aula den herzlichen Wünſchen der Schweſter⸗ anſtalt beredten Ausdruck und überreichte als Feſtgabe eine von Oberlehrer Dr. Lange verfaßte Abhandlung „De coniunctivi et optativi usu Thucydideo“ nebſt einer Widmungstafel. Ebenſo gratulierten auch die Herren Seminardirektor Dr. Flügel und Realprogymnaſial⸗Rektor Dr. Bergmann von hier im Namen der beiden anderen höheren Schulen Fuldas perſönlich in der Aula.— Das Lehrerkollegium des Königl. Gymnaſiums zu Wiesbaden und in gleicher Weiſe auch des Königl. Realgymnaſiums daſelbſt hatte in einer lateiniſchen Votivtafel, das Lehrerkollegium der Realſchule zu Caſſel in einem kalligraphiſch ſchön aus⸗ geführten Gedenkblatt und das des Königl. Gymnaſiums zu Rinteln durch eine epistula gratulatoria ſeine Glückwünſche dargebracht.— Auch die Stadt hatte durch reichen Flaggenſchmuck wie durch rege An⸗ teilnahme ſeitens weiterer Kreiſe der Bürgerſchaft, die ſich gleich am Vorabend bei der geſelligen Vereinigung im Lokale des Bürgervereins kundgab, zur Verſchönerung und Erhöhung der Feſtfeier das Ihrige beigetragen. — Das Königl. Prov.⸗Schulkollegium war leider bei der Feier nicht vertreten, da ſämtliche Mitglieder desſelben dienſtlich abgehalten wurden, und auch der hochwürd. Herr Biſchof war zu ſeinem Bedauern durch die ſchon vor der Verlegung der Feſtfeier auf den 21. Mai angeſetzte Firmungsreiſe verhindert der⸗ ſelben anzuwohnen.
Die Feſtfeier begann mit einem feierlichen Hochamte, welches um ⁰½ 8 Uhr von dem hochwürd. Herrn Domdechanten und Generalvikar Kalb unter Aſſiſtenz der Herrn Cajetan Bott und Dr. Damian Schmitt, zweier Zöglinge der Anſtalt, in der Nonnenkirche celebriert wurde. Bei demſelben wurde unter Leitung des Gymnaſiallehrers Pfarrer Hermann Breitung und deſſen Bruders, Herrn Pfarrer Breitung aus Hilders, der Gregorianiſche Choral geſungen. Während die wechſelnden Teile von einem Männerchor
ausgeführt wurden, trugen das Ordinarium missae Knaben⸗ und Männerſtimmen vor.— Um ½ 10 Uhr
nahm ſodann in der durch Fahnen, Guirlanden, Kränze und Büſten unter Mitwirkung der Damen des Lehrerkollegiums und anderer zu einem Feſtraum umgewandelten Aula, welche die Zahl der Gäſte kaum faſſen konnte, obwohl die Schüler an den Seiten des Saales plaziert waren, der eigentliche Schulaktus ſeinen Anfang und verlief in der durch das Feſtprogramm angegebenen Ordnung.— Er wurde eingeleitet durch den von Haydn für gemiſchten Chor komponierten Geſang„Erhabnes aller Weſen“, welcher wie alle folgenden von dem Sängerchor der Anſtalt vorgetragen wurde. Dann folgte zunächſt die Deklamation eines Unterſekundaners„Das Kloſter“ aus„Dreizehnlinden“ von W. Weber, die Bonifatius⸗Cantatine für gemiſchten Chor von Mich. Henkel, der Vortrag von Horatii Serm. I, 6: Non, quia, Maecenas etc., zwei Märſche für Klavier(vierhändig) von Niels W. Gade, der Monolog aus Schillers„Tell“(IV, 3), das Lied„Ihr Vögel in den Zweigen ſchwank“, für gem. Chor von Mendelsſohn⸗Bartholdy, eine von dem Oberprimaner Ernſt Kley verfaßte und von dem Oberprimaner Wilh. Jeſtädt vorgetragene Dichtung „Hrabanus“, ſowie zwei Soloſtücke für Klavier von Steffen Heller.— Hierauf ergriff der Unterzeichnete das Wort zu der Feſtrede, worin er ein geſchichtliches Bild der Anſtalt in den verſchiedenen Phaſen ihrer Entwickelung von den älteſten Zeiten bis auf die Gegenwart ſkizzierte und bei dem letzten Zeitraum, dem die Feier des Tages galt, etwas länger verweilte. Unter Hinweis auf das letzte Oſterprogramm, welches


