Jahrgang 
1886
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am 1. Juli 1873 pro facultate geprüft. Sein Probejahr leiſtete er am Gymnaſium zu Inowrazlaw ab. Zu Oſtern 1875 wurde er als Hilfslehrer dem Gymnaſium in Schneidemühl überwieſen und vom 1. Januar 1878 ab zum ordent⸗ lichen Lehrer an derſelben Anſtalt ernannt. Durch Miniſterial⸗Verfügung vom 27. November v. J. wurde er an das hieſige Gymnaſium verſetzt.

Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums während des abgelaufenen Schuljahres war im allgemeinen ein günſtiger; jedoch war der Prorektor Prof. Gegenbaur vom 1. bis 13. September und ſodann vom 21. September bis 22. November durch Krankheit dem Unterrichte entzogen.

b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.

1. Am erſten Tage der Oſterferien, den 28. März 1885, ſtarb ein braver Schüler der Untertertia, Meier Stern aus Fulda, an Diphtheritis.

2. Am 12. April, dem weißen Sonntag, wurden 7 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ Unterricht des Herrn Inſpektor Rollmann vorbereitet worden waren, feierlich konfirmiert.

3. Am 13. April wurde das neue Schuljahr eröffnet. Zunächſt wurden die(34) neu angemeldeten Schüler geprüft und den verſchiedenen Klaſſen zugewieſen. Am anderen Tage begann, nachdem ein feierlicher Gottesdienſt in der Nonnenkirche ſowie der übliche Eröffnungsakt mit Choralgeſang, Gebet, Anſprache des Direktors, Verleſung der Schulgeſetze ꝛe. in der Aula voraufgegangen war, der Unterricht.

4. Am 21. Mai(mit Rückſicht auf die Wünſche mancher Auswärtigen, welchen die Teilnahme am 22. Mai, der urſprünglich für die Feier in Ausſicht genommen war, unmöglich geweſen wäre, hatte man dieſen Tag beſtimmt) wurde die Feier des 50 jährigen Jubiläums unſerer Anſtalt in feſtlicher Weiſe begangen. Zu derſelben war bereits durch das vorjährige Programm und ſodann aufs neue durch Zuſend⸗ ung der von dem Prorektor Prof. Jak. Gegenbaur verfaßten FeſtſchriftEin Jahrhundert aus der Geſchichte der höh. gelehrten Schulen Fuldas(1734 1835) eingeladen worden. Wenn ja auch die früheſte Jugend unſerer Schule in die Zeit hinaufreicht, wo noch die dunkeln Nebel des Heidentums auf den Wäldern Buchoniens und den Gauen ringsumher lagerten und die Truggebilde des Wahns vor der Erſcheinung des Kreuzes, das der Apoſtel der Deutſchen in erhobener Hand begeiſtert vorantrug, und der Predigt des Evangeliums allmählich verſchwanden; wenn ſie auch als Tochter des akademiſchen Lyceums und Gymnaſiums, als Enkelin des nach Aufhebung des Jeſuitenordens im Jahre 1773 von dem um das Schulweſen jener Zeit ſo hochverdienten Fürſtabte Heinrich von Bibra begründeten hochfürſtlichen Gymnaſiums, endlich als Urenkelin der einſt ſo hochberühmten Kloſterſchule Fuldas auf einen ungleich größeren Zeitraum einer ruhmreichen Vergangenheit zurückblickt denn ſeit dem Tage, wo ſie ans Licht trat und wo der helle Glanz eines leuchtenden Geſtirns wie Hrabanus Maurus ihren frühen Morgen begrüßte, ſind mehr als 1000 Jahre vorübergegangen: ſo hatte ſie doch in ihrer jetzigen Da⸗

ſeinsform, welche ſeit der i. J. 1835 nach dem Vorbilde der preußiſchen Gymnaſien erfolgten Reor⸗ ganiſation im Großen und Ganzen dieſelbe geblieben iſt, erſt ein halbes Jahrhundert vollendet. Von

nah und fern waren zahlreiche ehemalige Schüler, Männer in allen Lebensſtellungen, der Einladung gefolgt, um an der Feier teilzunehmen und ihre Dankbarkeit und Liebe der Anſtalt zu bekunden, an der ſie den Grund zu ihrem Wiſſen und Können gelegt haben. Von andern, welche an perſönlichem Erſcheinen ver⸗ hindert wurden, waren herzliche Zuſchriften in großer Zahl eingegangen, die den gleichen Geſinnungen und