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8. Mathematik: 4 St. a) Arithmetik: Übungsaufgaben aus der Algebra, insbeſondere quadratiſche Gleichungen mit mehreren Unbekannten, meiſt nach Heis; Reihen, Zinſeszins⸗ und Rentenrechnung. b) Geo⸗ metrie: Stereometrie, nach Kommerell; planimetriſche, trigonometriſche und ſtereometriſche Aufgaben. Dr. Müller.
Mathematiſche Aufgaben für die Maturitätsprüfung.(A. Michaelis 1885.— B. Oſtern 1886.)
A. 1) Auf einer Strecke von 1732,5 m macht das Vorderrad eines Wagens 165 Umläufe mehr als das Hinterrad.
Vergrößert man den Umfang eines jeden Rades um 0,75 m, ſo wird auf derſelben Strecke das Vorderrad 112 Um⸗
läufe mehr machen als das Hinterrad. Welchen Umfang hat jedes der beiden Räder?— 2) Es iſt ein Dreieck zu kon⸗
ſtruieren aus einer Höhe(hi), dem Radius des Inkreiſes(o) und der Differenz der Winkel, welche der Höhe gegen⸗
überliegen(6— 1).— 3) Die Winkel und Seiten desſelben Dreiecks ſind zu berechnen für die Werte hi= 145,6 m,
5= 52,0 m,— 1= 6° 21* 35“.— 4) Wie lang iſt die Grundkante eines regulären, zehnſeitigen Prismas, deſſen
Höhe das Doppelte der Grundkante und deſſen Inhalt von gegebener Größe(K= 31 ebm) iſt?— B. 1) Ein Dreieck
ſoll konſtruiert werden aus a, b+ c, a: h.— 2) Die Winkel und Seiten desſelben Dreiecks ſind zu berechnen für
die Werte: a= 195 m, b+ c= 351 m, a: le²= 65: 56.— 3) Die Höhe eines Kegelrumpfes iſt gleich h
(0,09) m, ſeine Grundkreiſe haben die Durchmeſſer 2 r(0,15) und 2 r⸗(0,075) m: wie groß ſind die beiden Halb⸗
meſſer der Abwickelungsfigur, und wie viel Grade mißt ihr Bogen?— 4) Jemand hat ein Vermögen von 2817 M.,
welches zu 4% ausſteht, und vermehrt dasſelbe jährlich nicht allein um die Zinſen, ſondern auch um 420 M. Wie
groß wird das Kapital nach 8 Jahren ſein?
9. Phyſik: 2 St. Lehre vom Schall und vom Lichte. Mechanik flüſſiger und gasförmiger Körper. Derſelbe.
Ober⸗Sekunda. Ordinarius: Profeſſor Dr. Koerber.
1. Religionslehre: 2 St. a) Kathol.: Die Wahrheit des Chriſtentums, nach Dreher. Breitung. — b) Evangel.: Die Apoſtelgeſchichte, der Brief an die Hebräer, der Brief Jakobi und der erſte Brief Petri. Pfr. Schäfer.
2. Deutſch: 2 St. Lehre von den Formen und Gattungen der Dichtkunſt. Erklärung und Vortrag von Gedichten. Lektüre von Schillers„Wilhelm Tell“ und Leſſings„Minna von Barnhelm“. Beſprechung und Korrektur der Aufſätze. Dr. Zilch.
Themata zu den Aufſätzen: 1) Warum kann Alcibiades nicht zu den großen Männern gezählt werden?
— 2) Nur Beharrung führt zum Ziele(Chrie).— 3) Welchen Gang nehmen die Verhandlungen der Schweizer auf
dem Rütli?(Schillers„Wilhelm Tell“, Akt 2 Scene 2).— 4) Welche Bedeutung hat der erſte Akt in Schillers
„Wilhelm Tell“?(Klaſſenarbeit).— 5) Worauf beruht die Bewunderung, welche wir den alten Römern zollen?—
6) Der Charakter Riccaut's de la Marlinière im Gegenſatze zu dem Tellheims, nach Leſſings„Minna von Barnhelm“.
7) Mit welchen Gründen verteidigt Ulrich von Rudenz in Schillers„Wilhelm Tell“ ſeine Anhänglichkeit an ſtreich?
— 8) a. Die Vorgeſchichte zu Leſſings„Minna von Barnhelm“.— b. Leſſings„Minna von Barnhelm“, ein nationales
Drama.— 9) Gertrud und Hedwig, vergleichende Charakterſchilderung nach Schillers„Wilhelm Tell“.
3. Latein: a) 7 St. Livius lib. VII, 29— IX, 12. Grammatik nach Meiring Kap. 104— 119. Exercit. domest.(wöchentlich) und scholast.(jede dritte Arbeit), ſowie mündliche Überſetzung aus Süpfle, 2. Teil. Im W. einige freie Aufſätze. Der Ordinarius.— b) 2 St. Vergil. Aeneid. lib. III, 1— 550 und lib. VI. Einzelne Abſchnitte wurden memoriert. Wiskemann.
Themata für die Aufſätze: 1) Qua de causa Solon Cleobim et Bitonem beatos praedicaverit.— 2) Qui fuerit exitus Alexandri, regis Epiri.— 3) Herennius Pontius quid Romanis ad Furculas Caudinas clausis fieri iusserit.


