Jahrgang 
1876
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2. Lateiniſcher Aufſatz: A. Quam mobilis sit aura popularis, exemplis ex memoria rerum et Graecarum et Romanarum petitis demonstretur. B Fabium cunctando, Scipionem audendo optime meruisse de republica Romana.

3. Lateiniſches Extemporale: A. Nach einem DiktatUeber Sophokles Elektra(Süpfle 2. Th. Nr. 336). B. Diktat nach Süpfle 2. Theil Nr. 145 und zum Theil vom Lehrer gefertigt.

4. Griechiſches Skriptum: A. Diktat, nach Franke. B. Diktat, vom Lehrer gefertigt.

5. Franzöſiſches Exercitium: A. Diktat, nach Mignet, histoire de la révolution. B. Diktat, nach Rollin, Alexandre le Grand.

6. Mathematiſche Aufgaben: A. 1) Ein Dampſſchiff legt 12 Kilometer mit dem Strom und 8 Klm. in ruhigem Waſſer zurück, zuſammen in 1 Stunde; ein andermal legt es 10 Klm. gegen den Strom und 2 Klm. in ruhigem Waſſer, zuſammen in 1 St., zurück; wie groß iſt die Geſchwindigkeit des Dampf⸗ ſchiffes in ruhigem Waſſer und wie ſchnell fließt der Strom? 2) Ausdrücke für den Flächeninhalt des regelmäßigen Zehnecks und Fünfecks zu finden, wenn die Seite(a) als gegeben angenommen wird. 3) Die Winkel und den Inhalt eines Dreiecks zu berechnen, von welchem eine Seite(a= 0,409), der Halb⸗ meſſer des umſchriebenen Kreiſes(x= 0,4107) und der Halbmeſſer des eingeſchriebenen Kreiſes((= 0,02625) gegeben ſind. 4) Die Formel für den Inhalt des ſphäriſchen Dreiecks abzuleiten und aus den Winkeln A= 50⁰, B= 80°, C= 70° eines ſphäriſchen Dreiecks ſowie aus deſſen Inhalt= 234970 Quadr.⸗M. den Inhalt der zugehörigen Kugel zu berechnen. B. 1) Zehn Tage nach der Verproviantirung einer Feſtung begann die Belagerung derſelben und dauerte 20 Tage länger, als die Vorräthe für die anfängliche Beſatzung von 10,000 Mann gereicht haben würden; da aber während der Belagerung täglich zehn Mann fielen, ſo kam man damit aus. Wie lange dauerte die Belagerung? 2) Ein Dreieck zu zeichnen, von dem man die algebraiſche Summe a+be= 8 der 3 Seiten, die zu a gehörige Höhe h und den a gegenüberliegenden Winkel« kennt. 3) Die Winkel und eine Seite des vorigen Dreiecks zu berechnen für die Werthe s= 368,22; h= 494;= 520⁰ 53/ 6. 4) Aus dem Halbmeſſer der umſchriebenen Kugel die Oberfläche und den Inhalt des regelmäßigen Ikoſaeders zu berechnen.

B. Chronik.

a) Perſonalnachrichten.

1. Durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 20. März 1875(S. 1548) wurde der ſeitherige Hilfslehrer am Gymnaſium zu Marburg, Hermann Schaub, als ordentlicher Lehrer am hieſigen Gymnaſium angeſtellt und am 10. April eidlich verpflichtet.

Hermann Schaub, Sohn des verſtorbenen Pfarrers Schaub zu Altmorſchen, wurde am 11. Oktober 1847 zu

Lichtenau im Regierungsbezirk Caſſel geboren. Er erhielt ſeine Gymnaſialvildung auf dem Gymnaſium zu Hersfeld,

ſtudirte dann auf der Univerſität zu Marburg klaſſiſche Philologie und Geſchichte von Oſtern 1866 bis dahin 1870

und unterzog ſich darauf dem Examen pro facultate docendi, welches er im Februar 1872 beendigte. Nachdem er das

vorſchriftsmäßige Probejahr von Oſtern 1872 an am ſtädtiſchen Gymnaſium zu Frankfurt a,M. abzuhalten begonnen hatte, wurde er im Herbſt deſſelben Jahres am Königlichen Gymnaſium zu Marburg als Hilfslehrer beſtellt, in welcher

Stellung er bis Oſtern 1875 verblieb. K

2. Durch Verfügung derſelben Behörde vom 22. September 1875(S. 4823) wurde dem Gymnaſial⸗

lehrer Dr. Phil. Braun, welcher ſeit Herbſt 1867 zunächſt als Praktikant und ſeit Oſtern 1869 als