Jahrgang 
1928
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Durch das Kreiswohlfahrtsamt wurden für 19 Schüler der Klaſſen Obertertia bis Sexta Sommer⸗Erholungsaufenthalt an der Oſtſee vermittelt; 5 Schüler waren 6 Wochen in Bruns⸗ haupten, 14 auf der Inſel Fehmarn. Bei allen Schülern wurden ausgezeichnete Erfolge feſt⸗ geſtellt, beſonders auch günſtige Nachwirkungen gerühmt. Die Anmeldoungen zu dieſen Kuren waren geringer als in den Vorjahren, ſodaß alle ärztlich als erholungsbedürftig Bezeichneten teilnehmen konnten. Man könnte daraus auf eine allgemeine Beſſerung des Geſundheitszuſtandes ſchließen; es könnte aber auch die Geldknappheit der Hauptgrund der Abnahme der Anmeloͤungen ſein. Auch in dieſem Jahre erwarb ſich Profeſſor LTampas den Dank der Schule durch ſeine Bemühungen um die Anterbringung der Schüler.

Zur Förderung der Geſundheit unſerer Schüler geben wir ſeit dem Sommer täglich in zwei Pauſen beſonders gute und ſorgfältig behandelte rohe Milch aus. Ein Fläſchchen von ½¼ Titer wirè verſchloſſen mit Strohhalm für 10 Pfg. geliefert. Etwa ein Drittel der Schüler von Sexta bis Prima nahmen an dieſem Nilchfrühſtück teil.

Wegen großer Hitze fiel der Anterricht am 17. Juni, 30. Juni, I. Juli, 5. Juli, 6. Juli, 11. Juli, 14. Juli teilweiſe aus.

Zum Reichsjugenôwettkampf am 15. September traten auf dem Sportplatz der hieſigen Schutzpolizei, der uns wieder in dankenswerter Weiſe zur Verfügung geſtellt wurde, 163 Schüler an und zwar: 83 Schüler der Altersſtufe I zum Fünfkampf und 80 Schüler der Altersſtufe Il und IIl zum Sechskampf. Errungen wurden 116 Auszeichnungen des Reichsausſchuſſes und 12 Ehrenurkunden des Reichspräſidenten. Von den Schülerinnen der Oberſekunda, Anter⸗ und Oberprima beteiligten ſich am Wettkampf der Altersſtufe Il und III elf Schülerinnen, von denen 9 mit Auszeichnungen des Reichsausſchuſſes und eine mit einer Arkunde des Reichs⸗ präſidenten bedacht werden konnten.

In den beſtehenden Schülervereinen herrſchte reges Leben.

Der Auguſtinerſchul⸗Bibelkreis konnte unter ſeinen beiden Führern, den Kandidaten der CTheologie Bremmer und Kempf, im abgelaufenen Schuljahre in einer älteren und einer jüngeren Schar weitergeführt werden. Die Zahl ſeiner Mitglieder erhielt ſich auf der alten Höhe, ja iſt im jüngeren Kreiſe noch etwas gewachſen. NUeben der wöchentlichen B. K.⸗Stunde mit Bibelbeſprechung für jede der beiden Abteilungen wurden im Sommer gemeinſame Spiel⸗ ſtunden, im Winter eine Spielſtunde für die Jüngeren und ein Budenabend für die Aelteren gehalten, bei dem man ſich zu gemeinſamem Teſen, Spielen und Singen vereinigte. AUeben klei⸗ neren Wandoͤerungen und Geländeſpielen brachte ein Marſch auf die Saalburg mit Beſichtigung derſelben und zwei Fahrten zum Beſuche des Butzbacher B. K. erwünſchte Abwechslung. Auch am Gautage beteiligte man ſich mit zwei VYertretern. Die große Ferienfahrt ging diesmal auf den Hainſtein bei Eiſenach, wobei ſich unſren zehn Teilnehmern noch fünf Wormſer B. K.ler angeſchloſſen hatten, die ihre Dankbarkeit dadurch betätigten, daß ſie die ganze Feriengeſellſchaft in und außer dem Heime reichlich mit derStrahlenfalle knipſten. Es waren köſtliche Tage der leiblichen und geiſtigen Erfriſchung auf den Höhen und in den Tälern des Chüringer Waldes, in der Kapelle der dortigen Jugendhochſchule wie beim Spielen und Singen in Waloͤpark und Luftbad. Dieſe Ferienfahrt war durch einen Werbeabend mit LTichtbildern aus einer Java⸗ ferienfahrt vorbereitet, den Herr Studienrat Dr. Krämer aus Darmſtadt, der eifrige Mit⸗ arbeiter im Darmſtädter B. K., abhielt, und an dem auch Eltern und Angehörige unſrer B. K.ler teilnahmen. Als Einleitung zur Weihnachtsfeier im ſtimmungsvoll geſchmückten Saale der Kaſinogeſellſchaft wurde dann an Hand von lebenden Bildern mit verbindendem Terxte berichtet, wie es auf der Ferienfahrt zuging. Im Mittelpunkte der Weihnachtsfeier aber ſtand ein ſchlicht⸗eindrucksvolles Chriſtgeburtſpiel, dargeſtellt von unſren jugendlich begeiſterten B. K.lern mit Hilfe einiger Glieder der Vereinigung derWeggenoſſen. Mit Beginn des neuen Jahres durfte unſer B. K. ſein neues Heim im prächtig eingerichteten evangeliſchen Gemeindehauſe beziehen und durch eine ſchlichte Feier weihen. Schließlich ſei noch dreier beſonderer Beſuche gedacht, die unſren Beſtrebungen neuen Zuſtrom brachten: im Februar ſprach der Reichs⸗B. K. Sekretär, Herr Güldner, über das neue B. K.⸗Tiederbuch und die ZeitſchriftenNeue Jugend (für die Aelteren) undJugenoͤkraft(für die Jüngeren), die nun eingeführt worden ſind, erzählte von großen Ferienfahrten und hielt eine ernſtmahnende Bibelſtunde. An einem andren Nachmittage erzählte ein junger Evangeliſt, der als Glaubenszeuge nach der Bergpredigt ſein Leben zu geſtalten ſucht, in tiefergreifender Weiſe vonErlebtem, Geſchautem und Erhofftem. Schließlich war auch ein bewährter Frankfurter B. K.⸗Führer zu Gaſt, der viel Anregendes, Ernſtes und Frohes aus ſeinem reichen Leben zu bringen verſtand. Alles in allem: Das ab⸗