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ſind, errangen 54 Schüler den Sieg.— Im übrigen konnte ſich die Turnvereinigung im abge⸗ laufenen Jahr nicht ſo umfaſſend wie in den vorhergehenden betätigen, weil der Leiter, Ober⸗ reallehrer Klös, durch Abhaltung von Turnlehrerkurſen ſtark in Anſpruch genommen war.
Der Auguſtinerſchultag.
Schule und Yereinigung ehemaliger Auguſtinerſchüler(V. e. A.) begingen am 20. und 21. Juni 1925 zum drittenmale den Auguſtinerſchultag, deſſen Feier ſich in würdiger Weiſe an die der beiden Vorgänger anſchloß. In herkömmlicher Weiſe legten die 4 Primen am frühen Yormittag des Feſttages vor dem Gedenkbild für die im Kriege gefallenen Lehrer und Schüler der Anſtalt Kränze nieder. Das Feſt wurde eröffnet durch den Feſtakt, zu deſſen Gelingen unſere Inſtrumentalklaſſe weſentlich beitrug. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den Direktor und nach dem Vortrag eines von Oberſtudiendirektor Philipps gedichteten Prologes antwortete namens der Stast Bürgermeiſter Dr. Seyd. Dann ergriff Altbürgermeiſter Maul aus Oſſenheim, ein Mitglied der Vereinigung, das Wort und erzählte den teilnehmenden Schülern aus den Mittel⸗ und Oberklaſſen von ſeiner faſt 60 Jahre zurückliegenden Schulzeit, gab ihnen dabei ein lebensvolles Bild von den recht beſcheidenen Verhältniſſen der„guten alten Zeit“ und wußte Erhebendes und Ergötzliches von ſeinen alten Lehrern und den kleinen Leiden und Freuden der damaligen Auguſtinerſchüler zu plaudern. Nach ihm richtete der Vorſitzende der V. e. A., Medizinalrat Dr. Ad. Weckerling, wirkſame Worte an die Schüler, in denen er von der Uot der Zeit und von den daraus erſtehenden größeren Pflichten des heranwachſenden Geſchlechtes ſprach. Er überreichte dem Direktor als Spende der Vereinigung einen von Frl. Dr. med. Teichtnam, gleichfalls einer ehemaligen Schülerin der Anſtalt, geſtickten Wimpel, um den alljährlich in den am Auguſtinerſchultag ſtattfindenden turneriſchen Wettkämpfen zwiſchen Gymnaſium und Oberrealſchule gerungen werden ſoll, ſowie einen als Sonderpreis von Herrn Kander⸗Berlin zu dem Feſte geſtifteten ſilbernen Ehrenbecher. Endlich gab er das Zeichen zur Enthüllung des Fackelträgers, eines neuen der Schule gewidmeten plaſtiſchen Werkes unſeres ſeit 1. Mai 1924 im Ruheſtand lebenden ehemaligen Zeichenlehrers, des Studien⸗ rates Ludwig Roth. Wie der Schöpfer des Werkes ehemaliger Schüler der Anſtalt iſt, ſo ſind auch die Koſten der Ausführung durch gegenwärtige und ehemalige Schüler aufgebracht. Die Geſtalt wurde in jähriger Arbeit, wobei zwei Primaner als Modelle dienten, in Ton hergeſtellt und von der Geislinger Metallwarenfabrik in galvaniſchem Verfahren in Kupfer aus⸗ geführt. Sie ſtellt einen edel gebauten Jüngling in Lebensgröße dar, der in kräftigem Vorwärts⸗ und Aufwärtsſchreiten in der erhobenen Linken die Fackel ſchwingt und mit dem leicht nach rückwärts geſchwungenem rechten Arm, an dem ſich die Hand energiſch ballt, und dem ſeitwärts niederſchauenden, von innerer Kraft erfüllten Geſicht die nachfolgenden Kameraden mitzureißen ſtrebt. Nachdem die Hülle gefallen, trug Frau Profeſſor Kloos mit bekannter NMeiſterſchaft das Weihegedicht Dr. Weckerlings vor, währenddeſſen die Anweſenden in tiefer Ergriffenheit das herrliche Kunſtwerk betrachteten. Noch am gleichen Tage wurde es aus der Feſthalle an ſeinen Standort im großen Treppenhaus gebracht und konnte dort ſchon am folgenden Tage von den Feſtgäſten beſichtigt werden. Acht Tage darauf wurde auch der Oeffentlichkeit die Beſichtigung freigeſtellt. Es ſei dankbar anerkannt, daß gegenwärtige und ehemalige Schüler bei der Auf⸗ ſtellung des Kunſtwerkes in der Feſthalle, der Anbringung der Enthüllungsvorrichtung und der Yerbringung an den enoͤgültigen Standort bereitwillig ihre Kräfte zur Verfügung ſtellten.— Die übrigen Veranſtaltungen verliefen in üblicher Weiſe. Nachmittags bewegte ſich der Feſtzug durch die beflaggten Hauptſtraßen der Stadt zur Seewieſe, wo die turneriſchen und ſportlichen Vorführungen erfolgten. Die Oberrealſchule erkämpfte zum erſtenmale den neu geſtifteten Wimpel, und der Oberprimaner Wilhelm Schwarz gewann den ſilbernen Becher. Abenòs fand der Feſtabendé ſtatt, zu dem ſich die ehemaligen Schüler vereinigten. Hier ſprachen wiederum Dr. Weckerling und Bürgermeiſter Dr. Seydé, für die Anſtalt Profeſſor Gebhard. Im übrigen war der Abend dem geſelligen Beiſammenſein gewidmet, das durch Abſingen eigens für die Feier gedichteter Tieder, die in einem Tiederbuch zuſammengefaßt ſind, und durch die Aufführung eines Einakters verſchönt wurde. Für die Feier war nach dem Entwurf des Zeichenlehr⸗ amtsanwärters Siegler ein Vereinsabzeichen geſchaffen. Tiederbuch und Vereinsabzeichen ſind in der Buchhandlung Scriba erhältlich..


