IV. Zur Geschichte der Xnstalt.
Das abgelaufene Schuljahr 1895/96, das Mittwoch den 24. April begann, hat für unsere Schule eine grössere Reihe von Personalveränderungen gebracht, die im Sommerhalbjahr den ruhigen Fortgang des Unterrichts nicht unwesentlich beeinflusst haben.
Durch Allerhöchstes Dekret wurde mit Wirkung vom 24. April der Reallehrer Opel auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner treuen Dienstführung pensioniert. Das Lehrerkollegium hatte sich schon vor Beginn der Osterferien unter Uberreichung eines An- denkens an die gemeinsam durchlebte Zeit von ihm verabschiedet und ihm die besten Wünsche für sein weiteres Leben dargebracht..
Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtei- lung für Schulangelegenheiten trat dann mit Wirkung vom 1. Mai zunächst der Lehramts- accessist Krauss in die erledigte Stelle ein, wurde aber schon mit Wirkung vom 26. Mai zur Verwaltung einer Lehrerstelle an das Gymnasium zu Mainz abberufen.
Zur provisorischen Verwaltung dieser Stelle wurde nun der seitherige Pfarrverwalter H. Zinn zu Neu-Isenburg ernannt. Da nun hiermit die Möglichkeit gegeben war, alle Religionsstunden in die Hand eines theologisch gebildeten Lehrers zu legen, wurde die Thätigkeit des Seminarlehrers Schüler, der in den beiden oberen Klassen ausgeholfen hatte, überflüssig. Mit Zinns Eintritt schied er aus der Anstalt aus..
Ferner wurde der Lehramtsassessor Dr. Keller mit Wirkung vom 16. Juni zur Verwaltung einer Lehrerstelle an das Gymnasium Fridericianum zu Laubach berufen.
An seine Stelle wurde durch Allerhöchstes Dekret mit Wirkung von demselben Datum der Reallehrer Konrad Grein, seither in Alsfeld, ernannt.
Ferner wurde durch Allerhöchstes Dekret mit Wirkung vom 16. Juli der Reallehrer Dr. Egon Ihne an das Neue Gymnasium in Darmstadt berufen.
Für ihn wurde der Lehrer an der erweiterten Volksschule zu Homberg a. d. O. W. Völsing durch Allerhöchstes Dekret unter Verleihung der Rechte eines Civilstaats- dieners zum Reallehrer ernannt.
Endlich erfolgte durch hohe Verfügung mit Wirkung vom 16. September die Ver- setzung des Lehramtsassessors Dr. Sommerlad an die höhere Mädchenschule zu Giessen.
An seine Stelle rückte ein ebenfalls durch hohe Verfügung mit Wirkung vom 16. September der Lehramtsassessor R. Walz seither in Gross-Umstadt.
Mieht ohne Einfluss auf den Fortgang des Unterrichts war auch die mit Wirkung vom 1. Juni erfolgte zeitweilige Versetzung des noch in der Ableistung seines Accesses begriffenen Lehramtsaccessisten K. Schmidt zur provisorischen Verwaltung einer Lehrer- stelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey..
Ebenso fanden wieder mehrfach Einziehungen zu militärischen Ubungen statt.
Für den zu einer 4wöchentlichen Ubung eingezogenen provisorischen Lehrer Müller trat durch Hohe Verfügung der Lehramtsaccessist F. Werner ein.
Kollege Altendorf war vom 31. Juli auf 8 Wochen eingezogen. In der Zeit bis zu dem Beginn der Herbstferien übernahm der Lehramtsaccessist Schmidt, der wieder von Alzey zurückgekehrt war, seinen Unterricht.
Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtei- lung für Schulangelegenheiten, war der Direktor zur Teilnahme an einem Archäologischen Kurs in Italien bestimmt und erhielt zu diesem Zweck einen S8wöchentlichen Urlaub vom 21. September bis 16. November. Während dieser Zeit war der Reallehrer Karg beauftragt mit der Führung der Direktionsgeschäfte und Reallehrer Wiesehahn übernahm seinen Unterricht. Beiden Herren sei an dieser Stelle nochmals für ihre Mühewaltung herzlich gedankt.


