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wünſchen, das bedarf kaum der Ausführung. Wir wünſchen, daß auch im Hauſe die Schüler an Selbſtbeherrſchung und Enthaltſamkeit gewöhnt werden, daß ihr Eigenſinn gebrochen, ihr Muthwille gezügelt, ihre Unverträglichkeit unterdrückt und ihr Zorn gebändigt werde, daß ſie in allen Genüſſen, ſei es Eſſen oder Trinken, Ruhe oder Vergnügen, an ein unwandelbares Maas gebunden und daß ſie an einen ſtrengen Gehorſam gewöhnt werden. Eine ſtrenge und ernſte Erziehung iſt überall beſſer, als eine ſchlaffe und weiche, und die Erfahrung aller Zeiten beweiſt es, daß tuͤchtige Männer in der Regel nur aus einer ſtrengen Zucht hervorgehen, während eine nachſichtige und ſchlaffe Zucht nur haltloſe und ſchwache Menſchen hervorbringt. Was wir wünſchen, iſt weiter, daß die Eltern mitwirken, daß die Schüler zu Haus ihre Arbeiten mit Fleiß und Sorgfalt ausführen, daß ſie auf Einhaltung einer beſtimmten Lebensordnung mit Strenge halten, die Abwechslung von Arbeit und Erholung, von Lernen und Spielen ſorgſam überwachen und in Allem, womit die Schüler in Berührung kommen, auf Pünktlichkeit und Ord⸗ nung ſehen.
Nur wenn wir auf dieſe Weiſe von den Eltern unterſtützt werden, wird es uns möglich ſein, unſeren Schülern diejenigen Gewöhnungen, Richtungen und Tugenden zu eigen zu machen, die ihr künftiger Beruf von ihnen verlangt.
Noch weniger aber kann die Schule dieſer Unterſtützung von Seiten der Eltern entbehren hinſichtlich einer dritten Aufgabe, die ihr geſtellt iſt und die darin beſteht, daß ſie ihre Schüler zu gottesfürchtigen, zu religiöſen Menſchen erziehen ſoll.
Der Menſch gehoört nicht blos der Erde und ihren Zwecken an, ſondern er iſt auch ein Glied einer höheren Weltordnung und empfängt ſeine wahre Weihe erſt dadurch, daß er ſich dieſer ſeiner Verbindung mit der höheren Welt, mit dem Himmel und ſeinen ewigen Gütern, bewußt wird. Ihn in dieſer Verbindung heimiſch zu machen und darin zu erhalten, iſt der Zweck der Religion. Die Religion iſt darum ebenſowohl höchſtes Bedürfniß, als ſchönſter Schmuck und ſicherſter Leitſtern der Seele und die unentbehrliche Vorausſetzung jeder geordneten Gemeinſchaft im Menſchenleben.
Sobald der Menſch zum Selbſtbewußtſein gelangt iſt, genügt ihm das Wiſſen um das Zeitliche, Wechſelnde und Vergängliche nicht mehr, ein innerer Zug des Herzens zieht ihn vielmehr nach dem Himmliſchen, Bleibenden und Vergänglichen hin. An dem Buſen der ganzen geſchaffenen Natur wird ihm nicht wohl, er ſucht etwas Höheres und Beſſeres; tauſend Fragen über ſein Woher und Wohin und Wozu drängen ſich ihm von allen Seiten entgegen, und ohne die Antwort auf die⸗ ſelben bleibt das Innerſte ſeines Weſens, bleibt ſeine Würde und ſeine Beſtimmung, kurz ſeine eigentliche Lebensſphäre ihm verſchloſſen..
Was aber allein die völlig befriedigende Antwort auf alle dieſe Fragen gibt, das iſt die Religion, und darum ſagen wir, dieſelbe gibt dem Geiſte ſein innerſtes und vollſtes Leben, indem ſie ſein tiefſtes Bedürfniß befriedigt. Aber ſie iſt auch der ſchönſte Schmuck und der ſicherſte Leitſtern der Menſchenſeele.
Oder gibt es eine höhere Erkenntniß, als die Erkenntniß Gottes? Wie un⸗ gewiß, wie ſchwankend und unzuyerläſſig iſt jede Wahrheit, die ſich von Gott trennt, ſich nicht auf ihn bezieht und zu ihm hinführt! Oder könnte das Gefühl einen erhabeneren Schwung nehmen, als wenn es ſich in frommer Begeiſterung zum Himmel erhebt und die dort entzündete Liebe auf die Menſchheit und auf
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