Jahrgang 
1864
Einzelbild herunterladen

15

1814 hierorts niemals ausgeſetzte Oktoberfeuer auf dem Wartberg mit beſonderer Feierlichkeit und unter Theilnahme der Geſang⸗, Turn⸗ und Schützenvereine, ſowie der geſammten Jugend abgebrannt, wobei man mehr als 60 andere Jubelfeuer auf den nahen und fernen Bergen der Umgegend zählen konnte. Möchte denn Gott in Gnaden geben, daß die patriotiſchen Wünſche und Hoffnungen, die an dieſem erhebenden vaterländiſchen Feſte alluͤberall ausgeſprochen worden ſind, nicht für immer unerfüllt bleiben!

,.

E. Als Beigabe:

Schulrede des Direktors auf dem Actus 1863.

Indem wir am Schluſſe unſeres Programms und unſerer Prüfung überhaupt angelangt ſind, drängt es mich, Ihnen, v. A., für die freundliche Theilnahme, die Sie auch diesmal unſerer Anſtalt bewieſen haben, herzlichen Dank zu ſagen. Die Schule kann weder darauf rechnen, noch es ihrer Natur nach überhaupt nur wünſchen, daß man ihr im gewöhnlichen Laufe der Dinge eine beſondere, äußerlich ſichtbare Aufmerkſamkeit ſchenkt; je ruhiger und ungeſtörter ihr vielmehr vergönnt iſt ihrer Aufgabe nachzuſtreben, um ſo mehr kann ſie ſich in dieſelbe vertiefen und ihrem Ziele näher kommen. Einmal aber im Jahre, an den Tagen der Prüfung, da tritt ſie aus ihren ſtillen Kreiſen heraus in die Oeffentlichkeit, erſchließt ihre Hallen allen Denen, die ihren Beſtrebungen Theilnahme ſchenken, und beißt freund⸗ lich willkommen, wer ihrer Einladung Folge leiſtet. Liegt ja doch in der Theil⸗ nahme des Publikums an Dem, was die Prüfung darbietet, ein großer Sporn für die Schule, namentlich nach der Seite hin, daß ſie ſich ihres Zuſammenhangs mit der Außenwelt bewußt bleibt.

Nicht ihrer ſelbſt wegen beſteht die Schule, ſondern ſie ſoll Zwecken dienen, die ihr vom Leben als Aufgabe geſtellt ſind. Die Schule wird aber dieſe Zwecke um ſo eher erreichen, je mehr ſie ſich bei ihren Beſtrebungen der Mitwirkung der Eltern verſichert halten darf. Eltern und Lehrer müſſen Hand in Hand gehen; dieſe Wahrheit iſt ſo allgemein anerkannt, daß ſie faſt ein Motto geworden iſt, das überall wiederkehrt, wo es ſich um Schulfragen handelt. Was dieſes Wort aber bedeute und welche gegenſeitigen Verpflichtungen daſſelbe in ſich faſſe, auf dieſe Frage erlauben Sie mir Ihre Aufmerkſamkeit noch einige Minuten hinzurichten.

Wuͤnſchen wir ein Handinhandgehen der Eltern und Lehrer bei der Er⸗ biehung der Jugend, ſo müſſen wir zunächſt an die Aufgaben der Schule erinnern. Daß die Schule vor Allem eine Unterrichtsanſtalt und dazu beſtimmt ſei, die Geiſteskräfte der Schüler zu wecken, zu üben und zu ſtärken und ihre Zöglinge mit einem Schatz nützlicher Kenntniſſe auszurüſten, dagegen beſteht kein Widerſpruch. Lernen ſoll mein Sohn Etwas und zwar etwas recht Tüchtiges, ein verſtändiger, gebildeter Menſch ſoll er werden, das iſt ein Wort, das wir faſt ſo oft hören,