das Werk von Meinecke, Weltbürgertum und Nationalſtaat. Der Direktor ge⸗ dachte bei deſſen Ueberreichung des 150. Geburtstages von Friedrich Ludwig Jahn. Auch anderer Gedenktage(Leſſing, Luthers Katechismus, Schubert) wurde im engen Rahmen der Schule gedacht. Bei der üblichen Weihnachtsfeier verlas Herr Stu⸗ dienrat Caſſelmann das Weihnachtsevangelium.
Die Wandertage führten die einzelnen Klaſſen nicht nur in die nähere Um⸗ gebung. In Kaſſel hörten die Schüler der oberen Klaſſen eine Symphonie von Mahler, in Marburg ſahen ſie das Feſtſpiel„Die heilige Eliſabeth“, ein anderes Mal eine Aufführung von Schillers Don Karlos, in Braunfels wurde das Schloß beſichtigt, in Frankfurt a. M. Altſtadt, Hafenanlagen, Stadion, Senkenbergiſche Sammlung, Zoologiſcher Garten, auf dem Heiligenberg bei Genſungen beteiligte ſich die Schülergruppe an der Tagung des Vereins f. d. Deutſchtum im Auslande.
Die Aufnahmeprüfung am 19. 3. beſtanden 15(2) Schüler. Die im Vergleich zu früheren Jahren geringere Zahl erklärt ſich, abgeſehen von Geburtenrückgang und wirtſchaftlichen Schwierigkeiten der Landbevölkerung, auch dadurch, daß zum erſten Male keine Schüler der hieſigen Höheren Privatſchule angemeldet waren. Dieſe ſollen nach einer ſtrengerer Beachtung empfohlenen Verfügung der Behörde in der Regel erſt in die Unterſekunda der Aufbauſchulen übergehen dürfen. Die Aufbauſchulen ſind ihrer beſonderen Eigenart nach Sammelſchulen für begabte Schüler, die mindeſtens 7 Jahre in der Volksſchule vorgebildet ſind.
Mit einer vom Schülerorcheſter begonnenen und vom Geſamtchor ſtimmungs⸗ voll geſchloſſenen Feier endete am 27. 3. das Schuljahr. Den von uns ſcheiden⸗ den Herren Caſſelmann und Dr. Schleypen widmete der Direktor Worte des Dankes und Abſchieds, unſeren Konfirmanden die Glückwünſche der Schule, den abgehenden Schülern unſer aller Wünſche für ihr ferneres Leben.
M 7. Verfügungen und Erlaſſe.
Der Herr Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung hat die ſtaat⸗ liche Edertalſchule in Frankenberg durch Erlaß vom 1. Mai 1928— U II 5810— als Deutſche Oberſchule in Aufbauform anerkannt.
5. Juni 1928— U I 864 U II.
Das Bayeriſche Staatsminiſterium für Unterricht und Kultus hat nunmehr auch die Reifezeugniſſe:
1. der deutſchen Oberſchulen,
2. der Aufbauſchulen mit dem Ziele der deutſchen Oberſchule für die Zulaſſung zum Studium an den bayeriſchen Hochſchulen als gleichwertig mit dem Reifezeugnis einer neunſtufigen Höheren Lehranſtalt allgemein anerkannt.
Die Inhaber dieſer Zeugniſſe ſind jedoch in Bayern nicht berechtigt, ſtaatliche, akademiſche oder kirchliche Prüfungen abzulegen, ſoweit nicht Ausnahmen aus⸗ drücklich zugelaſſen ſind.
6. Juli 1928— U II, 674 III(auf das uns vom Herrn Reichsminiſter zugelei⸗ tete Schreiben)
Wir haben die Reichsbahndirektion ermächtigt, Inhaber des Reifezeugniſſes einer deutſchen öffentlichen Aufbauſchule zur Laufbahn der Beamten des gehobenen mittleren nichttechniſchen Dienſtes zuzulaſſen.
Deutſche Reichsbahngeſellſchaft. Hauptverwaltung.
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