5. Verſchiedenes.
Seit Oſtern ſchmücken unſer kleines Unterrichtszimmer zwei wertvolle Bil⸗ der, von den dankbaren erſten Abiturienten der Schule geſtiftet. Die Firma Her⸗ mann Adler Nachf.(Fritz Stahl) ſchenkte eine elektriſche Heizplatte für Zwecke des Phyſikunterrichts, der Oberpräparator der Univerſität Marburg Wieſe einen ausgeſtopften Reiher für die biologiſche Sammlung, zu deren Ver⸗ vollſtändigung auch Schüler und Gönner der Schule durch kleine Geſchenke bei⸗ trugen. In Erfüllung ihrer Vertragspflichten leiſtete auch in dieſem Jahre die Stadt Frankenberg wieder erhebliche Aufwendungen, die beſonders der Neueinrich⸗ tung eines Unterrichtsraumes für Chemie zuſtatten kamen. Mit der ebenfalls neu⸗ aufgeſtellten Blaugaseinrichtung können jetzt an 16 Arbeitsplätzen die Schüler ſelbſtändig experimentieren. Weiter erforderliche Aufwendungen, die für neuzeit⸗ lichen Chemieunterricht unerläßlich ſind, wurden mit Rückſicht auf die finanzielle Lage mit Einverſtändnis der ſtaatlichen Behörde auf einen ſpäteren Zeitpunkt ver⸗ ſchoben. Wegen der Schwierigkeiten, die ſich durch anderweitige Unterbringung einer Volksſchulklaſſe für die Stadt ergeben hätten, verzichteten wir auf den eben bezogenen großen Bibliotheksraum, der wieder als Klaſſenzimmer verwendet wer⸗ den muß. Hier iſt die ſtarre Form der dem Lehrerpulte gegenüberſtehenden Bänke aufgegeben worden: an Tiſchen ſitzen die Lehrer mit ihren Schülern gemeinſam bei der Arbeit. Die Bibliothek iſt im Dachgeſchoß zwar etwas abgelegener, aber in mehreren recht behaglichen Räumen untergebracht worden.
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6. Aus der Chronik.
Das Schuljahr wurde am 17. 4. mit einer gemeinſamen Morgenfeier eröff⸗ net, in der die neueingetretenen Schüler vom Direktor durch Handſchlag in die Gemeinſchaft der Schule aufgenommen wurden. Muſikaliſche Darbietungen am Flügel oder der Orgel, vom Geſangchor oder kleinen Orcheſter geben dieſen Mor⸗ genfeiern, die am Anfang und Ende jedes Abſchnittes der Schularbeit veranſtaltet werden, ihre beſondere Weihe.
Am 25. 5. beſuchte Herr Oberſchulrat Dr. Deiters als Dezernent die Schule, am 21. 6. Herr Oberregierungsrat von Bamberg, um als Verwal⸗ tungsdezernent über die Erweiterung der Räume für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht und ihre Ausſtattung mit Lehrmitteln mit Vertretern des Magiſtrats zu verhandeln. Der Direktor nahm an dieſen Verhandlungen teil. Am 10. 11. fand auf Veranlaſſung des Miniſters eine weitere Verhandlung ſtatt, in der mit Herrn Baurat Abel als Vertreter des zuſtändigen ſtaatlichen Hochbauamts I Marburg feſtgeſtellt wurde, wie weit die Stadt Frankenberg den mit der preußiſchen Staats⸗ regierung vertraglich vereinbarten Bauzuſtand hergeſtellt hat.
Die Verfaſſungsfeier am 11. 8. fand auch diesmal im Zuſammenwirken mit den ſtaatlichen Behörden und der Stadtſchule einen würdigen Verlauf. Die Feſtrede hielt der Privatdozent der Univerſität Frankfurt a. M. Herr Dr. Rheindorf, in die Darbietungen von Dichtung und Tonkunſt teilten ſich unſere Schüler mit denen der Volksſchule. Als wertvolle vom Herrn Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung zur Verfügung geſtellte Gabe erhielt der Oberprimaner Stalb
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