f. Künstlerischer und technischer Unterricht
1. Zeichnen
UNTERSTUFE: Bildhaftes Gestalten aus Vorstellung und Phantasie in Zeichnung, Malerei und Buntpapier. Die Stoffe wurden in großer Mannigfaltigkeit allen möglichen Gebieten ent- nommen(Blumen, Früchte, Schmetterlinge, Obsternte, Sturm, Markt und Messe, Neubau, Plakatsäule, Heilige Nacht, Schulausflug, Besuch im Zoo. Fastnacht). Ausdruckswert der Farbe, Farbabstufung, Flächengliederung, Blockschrift.— Kunstbetrachtung: Urzeitliche Höh- lenmalereien, Stadttore und Türme, Darstellungen der hl. Nacht. Bilder von Thoma und Stein- hausen.
TERTIA: Einführung in das bewußte räumliche Sehen und Darstellen. Straße, Tunnel, Bahn- hof, Parallelperspektive. Kästen und Schachteln. Perspektive der Rundkörper(Flaschen, Va- sen, Krüge usw.). Einfache Stilleben. Naturstudien nach Blüten, Zweigen u. dergl.— Kunst- betrachtung: Dominikanerkloster und Deutschordenshaus als Vertreter des gotischen und Re- naissancebaues. Barockkirchen. Moderne Wohnbauten und technische Anlagen. Dürersche IIolzschnitte und Radierungen. Masken der Griechen, Asiaten und Neger.
SEKUNDA und PRIMA(wahlfrei): s. S. 11 Arbeitsgemeinschaft für Zeichnen und Kunstbe- trachtung.
2. Musikpflege
Nach den ministeriellen Bestimmungen ist kein Schüler von der Teilnahme an diesem Fache befreit; selbst die Beteiligung an den Uebungen des Orchesters darf nicht als„wahlfrei“ be- trachtet werden.
Für Musikpflege stehen insgesamt vier Wochenstunden zur Verfügung:; eine derselben gilt als Chorstunde, in welcher Männer- und Knabenstimmen gemeinsam üben, um die Gesänge bei Schulkonzerten. festen und feiern zu übernehmen. Eine weitere Stunde ist für das Orchester- spiel angesetzt. Für die Musikpflege in den einzelnen Klassen bleiben somit zwei Wochen- stunden übrig. Der neue Lehrplan weist den einzelnen Stufen Stoffe zu, die bisher nicht zur Behandlung kamen; es muß daher versucht werden, von unten her aufzubauen.
Unser Schülerorchester bestand zu Anfang des Schuljahres nur aus einigen Violinspielern:; allmählich wuchs die Zahl auf zwanzig. Es kamen am Schluß des Jahres Holz-(Klarinetten. Flöten) und Blechinstrumente(2 Trompeten) hinzu. Im Verein mit Orgel, Klavier, Cello und Streichbaß konnten Stücke von Mozart. Haydn, Beethoven, Schubert, Lachner, Rheinbrecht und Seybold zur Aufführung gebracht werden.— Aus dem Reinertrag eines Werbeabends konnte die Schule 2 Flöten und eine Trompete beschaffen. Die Ausbildung im Trompeten- bplasen wurde einem Fachmusiker übertragen, während Unterprimaner Nüßle vom Kaiser Friedrichs-Gymnasium die Unterweisung im Flötenspiel übernahm. Die Schule überläßt die Blasinstrumente leihweise und leistet einen Zuschuß zu den Ausbildungskosten. Wirrich-— ten auch an dieser Stelle die herzliche Bittean das Elternhaus, uns durch Spenden beim weiteren Ausbau unseres Schülerorchesters helfen zu wollen. Die Beschaffung von Geigen und der Unterricht im Geigenspiel muß dem Elternhause überlassen bleiben. Um sich jedoch einen gewissen Nachwuchs an Violin- spielern zu sichern, hat die Schule Geigenkursé eingerichtet, in denen eine kleinere Zahl von Knaben aus VI bis IV gemeinsam unterrichtet wird; das Honorar an den Geigenlehrer verteilt sich auf die jeweilige Teilnehmerzahl. Der nächste Violinkursus soll sofort nach Ostern be-— ginnen.
3. Leibesübungen
Es bestanden 8 Turnabteilungen; die beiden Untertertien und Obersekunden sowie Sexta und Quinta waren kombiniert. Die Turnspiele fanden am aufgabenfreien Nachmittag im Som- mer gemeinsam Freitags auf den Sandhöfer Wiesen, im Winter nach Spielabteilungen(5) ge-
10


