Jahrgang 
1915
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Sonnabend, den 25. April, fand in der letzten Stunde eine Feier zur Erinnerung an die Erstürmung der Düppeler Schanzen statt, auf der der Direktor die Festrede hielt. M. Fadé(Ib) und E. Schlocker(Ta) erhielten die vom Minister gestifteten künst- lerisch ausgeführten Drucke des LiedesSchleswig-Holstein, meerumschlungen.

Sonnabend, den 9. Mai, in der letzten Unterrichtsstunde erzühlte Herr Professor Velde den Schülerinnen von der Einrichtung und der segensreichen Tütigkeit des Roten Kreuzes. Im Anschluss daran wurde eine Geldsammlung bei den Schülerinnen ver- anstaltet,

Das Maifest fand am 20. Mai statt.

Herr Oberlehrer Dr. Hofsommer war bis zum. 5. Mai, Herr Oberlehrer Dr. Weise vom 15. Mai an zu einer achtwöchentlichen Ubung im stehenden Heere eingezogen.

Vom 15. bis zum 17. Juni wurde die Schule von dem Vertreter des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums, Herrn Provinzial-Schulrat Unruh einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Am 27. Januar wurde der Geburtstag S. M. des Kaisers gefeiert. Die Fest- rede hielt Fräulein Schäfer.

Da die Schülerinnen mit grossem Eifer und schönem Erfolge Gold für die Reichsbank gesammelt hatten, erhielten sie am 13. März zur Belohnung einen schul- freien Tag.

Von den Lehrern der Schule durften 6 mithelfen, das Vaterland zu verteidigen. Es sind die Oberlehrer Hechler, Hofsommer, Maurer, Rücker, Sander und Weise. Von ihnen ist Herr Oberlehrer Dr. Weise schon am 10 September in Frankreich in der Nähe des Rhein-Marnekanals gefallen. Wenige Wochen hat er bei uns gewirkt, aber in dieser kurzen Zeit hat er sich doch schon die Hochachtung der Lehrer und die Verehrung der Schülerinnen erworben. Er war ein stiller, aber von starkem Pflicht- gefühl und hoher Vaterlandsliebe erfüllter Mensch, auf dessen Wirken wir alle die schönsten Hoffnungen gesetzt hatten. So bedeutet sein Tod das schwerste Opfer, das die Schule dem Vaterland gebracht hat. Herr Oberlehrer Hechler trat als Kriegsfrei- williger beim 63. Feldartillerie-Regiment ein und kämpft seit Anfang Februar in Russ- land. Er ist zum Gefreiten befördert worden. Herr Oberlehrer Dr. Hofsommer hatte als Vizefeldwebel anfänglich Rekruten ausgebildet und kämpfte dann seit Oktober als Kompagnieführer in Ostpreussen und Russisch-Polen. Bald wurde er zum Leutnant befördert und erhielt das Eiserne Kreuz. Er war an dem berühmten Durchbruch bei Lodz beteiligt; hier wurde er verwundet und geriet in russische Gefangenschaft, wurde aber nach 12 Stunden durch die 3. Garde Division befreit. Seine Wunden sind fasst völlig geheilt, sodass er schon seit Januar wieder Rekruten ausbilden kann und binnen kurzem voraussichtlich wieder zur Front geht. Herr Dr. Maurer kämpfte im Wasgau, musste aber dann wegen eines hartnäckigen Fussleidens beurlaubt werden und bildet gegenwärtig in Heilbronn Rekruten aus. Herr Dr. Rücker half zuerst bei den Schanz- arbeiten in der Umgebung von Mainz, trat dann als Freiwilliger beim Füsilierregiment