— 13—
No. 80 ein und kämpft seit Dezember in Frankreich. Er ist zum Unteroffizier beför- dert worden. Herr Oberlehrer Sander steht bei einem Landsturm-Bataillon und war zuerst im Elsass, dann in Belgien als Leutnant im Etappendienst beschäftigt.
Trotz des Fehlens so vieler Lehrkräfte wurde der Unterricht fast ganz aufrecht erhalten. Nur wenige Stunden mussten ausfallen. Dagegen wurden manche Klassen ganz oder in einigen Fächern zusammengelegt. Es war das nur möglich durch die Bereitwilligkeit aller Mitglieder des Lehrkörpers, ihre Kräfte über ihre Pflicht hinaus in den Dienst der Schule zu stellen. Es halfen ausser den schon genannten Damen die Hilfslehrerin Fräulein Haas, die Probekandidatin Fräulein Strebel und Herr Professor Dr. Schaumberger(vom hiesigen Philanthropin), ausserdem ehrenamtlich Frau Dr. Marks und die Herren Professoren Kraemer, Arndt, Voigt, Rechtsanwalt und Dozent an der Universität Dr. Sänger. Allen diesen Damen und Herren sei für ihre freundliche Hilfe herzlichst gedankt.
Wie die Schule den Krieg erlebt hat, ist in dem jüngst erschienenen„Kriegs- büchlein der Viktoriaschule“ zu lesen.(Preis 1 M.)
Ludwig Weise, geboren am 9. September 1884, evangelisch, bestand im Februar 1903 die Reife- prüfung am Realgymnasium in Giessen, studierte in Giessen Erdkunde, Naturwissenschaften und Mathe- matik, bestand ebendort die Oberlehrerprüfung am 9. März 1907, genügte vom 1. April 1907 bis zum 1. April 1908 seiner Dienstpflicht beim Infanterie-Regiment No. 116, legte sein Seminarjahr vom April 1908 bis zum März 1909 am dortigen Gymnasium ab, trat dann am Realgymnasium in Giessen das Probejahr an, wurde am 1. Oktober 1909 an die höhere Mädchenschule in Metz berufen, am 1. April 1910 zum Oberlehrer ernannt, bekleidete bis zum 1. April 1914 eine Oberlehrerstelle am städtischen Lyzeum in Hanau. Die philosophische Doktorwürde hat er am 19. Juli 1912 erworben.
Hildegard Schäfer wurde am 21. Oktober 1890 zu Frankfurt a. M. geboren und besuchte von 1897 bis 1907 die Plisabethenschule. Sie bereitete sich 1909 für die Sprachlehrerinnenprüfung vor, die sie am 12. Mai 1910 in Coblenz bestand. 1911 legte sie die Turnlehrerinnenprüfung, 1912 die für Lehre- rinnen der weiblichen Handarbeiten zu Frankfurt a. M. ab. Von Herbst 1912 bis Ostern 1913 war sie vertretungsweise an der Viktoriaschule beschäftigt, von Ostern 1913 bis Ostern 1914 an der Ostend-Mittel- schule einstweilig angestellt.
N 8


