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dadurch die sittliche Festigkeit in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die
Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder einschließlich der Tagespresse sorgsam überwachen, das versteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, daß dem Übel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern, wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geis'ige Ent- wicklung eignen. Zu diesem Zwecke werden es sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmann'’schen Verlage zu Berlin er- schienene Buch des Direktors Dr. T. Johannesson„Was sollen unsere Jungen lesen?“* wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können.*)
Verlauf des Schuljahres.
Das Schuljahr begann Montag, den 16. April. Auf der Eröffnungsfeier führte der Direktor ein neues Mitglied des Lehrkörpers, Herrn Heinrich Sonntag,I in sein Amt ein.
Heinrich Sonntag, geboren am 51. Dezember 1876 zu Bad Wildungen, besuchte zunächst das Realgymnasium, dann die Präparandenanstalt seiner Vaterstadt, später das Kgl. Lehrerseminar zu Erfurt. Die erste Lehrerprüfung legte er hier im Jahre 1896, die zweite 1899 zu Eisleben ab. Seine musikalische Vorbildung erhielt er auf dem 5 Grossherzogl. Sächs. Konservatorium der Musik zu Weimar, auf der Akademie der Tonkunst zu Erfurt und dem Dr. Hoch'schen Konservatorium zu Frankfurt a. M. Die Prüfung für Organisten bestand er 1905. Seine erste Anstellung erhielt er in Drasch- witz(Kreis Zeitz), wurde dann Musiklehrer an der Präparandenanstalt Berlin-Charlotten- burg, Lehrer und Organist an der St. Andreaskirche in Erfurt. 1905 wurde er in Frankfurt a. M. angestellt, und zwar zunächst an der Karmeliter-, dann an der Bismarck- schule und Ostern 1912 an der Viktoriaschule. Ausserdem ist er Organist an der St. Lukasgemeinde..
Der Gesundheitszustand ließ namentlich in den untersten Klassen zu wünschen übrig. Die zehnte und die neunte Klasse mußten vom 3. bis zum 12. Januar ge- schlossen werden, weil etwa die Hälfte der Schülerinnen an Masern erkrankt war.
Von kleinen Unterbrechungen abgesehen, mußten krankheitshalber den Unter- richt aussetzen:
*) Auch der Verband zum Schutze der Jugend gegen Schundliteratur und der Jugendschriftenausschuß
des Frankfurter Lehrervereins haben Verzeichnisse empfehlenswerter Bücher herausgegeben. Eine Ausstellung von Jugendschriften befindet sich im Schulmuseum, Gr. Friedbergerstr. 28, geöffnet Montag bis Freitag von 4— 6.


