1. Oberlehrer Heinrich Sander, katholischer Konfession, wurde am 31. Dezember 1879 zu Homburg v. d. Höhe als Sohn des Kaufmanns Friedrich Sander geboren. Zuerst besuchte er die Mittelschule und das damalige Realprogymnasium seiner Vaterstadt, um dann auf das Realgym- nasium Wöblerschule in Frankfurt a. M. überzugehen. Dort wurde ihm Ostern 1898 das Zeugnis der Reife zuerkannt. Hierauf widmete er sich auf der Universität Marburg dem Studium der Natur- wissenschaften und der Mathematik. In seiner Staatsprüfung erlangte er die Lehrbefähigung in Physik, Zoologie, Botanik und Mathematik. Nach Ableistung des Militärjahres wurde er dem pädagogischen Seminar am Königl. Gymnasium in Fulda überwiesen. Nachdem er dann während des ersten Vierteljahres seiner Probezeit am Städt. Reformrealgymnasium in Wiesbaden tätig ge- wesen war, wurde er am Königl. Gymnasium zu Marburg als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäf- tigt. In gleicher Funktion befand er sich hierauf an der Sachsenhäuser Oberrealschule in Frankfurt und schließlich wieder am Städt. Reformrealgymnasium in Wiesbaden.
2. Klara Valentin, geb. am 1. Dezember 1882 in Frankfurt a. M., evangelischer Konfession, besuchte die Humboldtschule(1889— 1896). Von 1899— 1902 nahm sie an verschiedenen Kursen in der Schule des Frauenbildungsvereins teil und bestand nach einjähriger Vorbereitung an der gleichen Anstalt die Prüfung als Handarbeitslehrerin am 1. April 1903. Vom Oktober 1903 bis April 1905 besuchte sie das Seminar für Koch- und Haushaltungsschulen von H. Heyl im Pestalozzi- Fröbelhaus II zu Berlin und bestand dort die Prüfung als Hauswirtschaftslehrerin am 23. März 1905. Von April 1905 bis Oktober 1906 erteilte sie Privatunterricht in Frankfurt a. M. Vom 1. November 1906 bis 1. April 1909 war sie als Lehrerin an der Haushaltungsschule der Höchster Farbwerke, vorm. Meister, Lucius und Brüning, angestellt. Von April 1909 bis 1910 wurde sie an der Elisa- bethenschule zu Frankfurt a. M. vertretungsweise beschäftigt.
Zum Schlusse gedenke ich des schweren Schlages, der die Viktoria-Schule im vergangenen Winter getroffen hat. Am 31. Januar starb ihr ehemaliger Direktor Dr. Schirlitz, seit 1906 Bei- geordneter und I. Schulrat in Elberfeld. Niemand hatte das frühe Ende des 52 jährigen ahnen können. Aus vollster Tätigkeit wurde er weggerissen. Er hatte noch an dem von ihm gegründeten Lyzeum eine Unterrichtsstunde gegeben und war auf dem Wege zu seinem Amtszimmer, als er, vom Schlage getroffen, zusammenbrach. Wenn der Verstorbene die letzten Jahre auch nicht mehr unter uns tätig war, so ist es doch, als ob wir einen der unseren verloren hätten. Sieben Jahre lang hat er seine ganze, ungewöhnliche Kraft in den Dienst der Viktoriaschule gestellt. Mit dem Feuereifer, der seiner Natur eigen war, hat er vom ersten Tage seines Direktorates an daran gearbeitet, sie zu fördern. Großes hat er erreicht. In allen Fächern hat er den Unterricht durch- greifend umgestaltet; daß die Viktoriaschule nicht länger in den alten, unzureichenden Räumen in Bockenheim ihr Dasein fristen mußte, war in erster Linie sein Verdienst. So ist sein Name unauflöslich mit der Schule verbunden. Durch seine Arbeitskraft, seinen Berufseifer und seine Liebe zur Jugend ist er uns allen ein unvergeßliches Vorbild. Tief erschüttert stehen wir an seinem Grabe. Am 1. Februar versammelten sich Lehrerkollegium und Schülerinnen zur Trauer- feier. Der Direktor sprach zu ihnen über das Wesen des Entschlafenen und über das, was er für die Schule gewesen ist. Am folgenden Tage reiste er mit Herrn Prof. Velde und Herrn Ewald
zur Beerdigung nach Elberfeld und legte zwei Kränze an der Bahre nieder.
IX. Uebersicht über die in den einzelnen Klassen behandelten Lehrstoffe.
Klasse I, Klassenlehrerin Kraut. Religion: ev.: 2 Std. Hönes, im Winterhalbjahr Schmidt. Kirchengeschichte, Lektüre (neuere Zeit), Grundlehren der Ethik, Schriften der wichtigsten Propheten im Zusammenhang der Geschichte des israel. Volkes.— Kath.: 2 Std. Braum. a) Biblische Geschichte: No. 87/103 die Kirche zur Zeit der Apostel. Das Markusevangelium. b) Katechismus: das erste Hauptstück. c) Kirchengeschichte: Allgemeine Uebersicht, die erste Periode. Das Kirchenjahr.


