Jahrgang 
1935
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11. Wanderungen

Die monatlichen Wanderungen fanden an den amtlich vorgeſchriebenen Terminen ſtatt. Durch die Einrichtung des Staatsjugendtages wandern viermal im Jahre ſämtliche Klaſſen mit allen Lehrern. In den anderen Monaten wandern nur die dem Jungvoolk nicht

angehörenden Schüler.

12. Sechſte Studienfahrt der Unterſekunda, vom 17.19. Sept. 1934: Fahrt an Rhein und Nahe

Leitung: Studienrat Dr. Georg Schneider

Montag, 17. September

Abfahrt 6.24 Uhr über Wiesbaden nach Eltoille am Rhein; Ankunft 8.28 Uhr. Marſch nach Kiedrich (Beſichtigung der St. Valentinkirche und der St. Martinskirche unter Führung von Herrn Chorregent Halbritter), Kloſter Eberbach und nach Erbach i. Rheingau. Beſuch der Schloßkellerei. Weitermarſch nach Hattenheim. Bahnfahrt Hattenheim Geiſenheim. Marſch von Geiſenheim nach Rüdesheim. Ankunft gegen 18.30 Uhr.

Ouartier: Jugendherberge Rüdesheim(ſehr gut)

Dienstag, 18. September

Abmarſch 8.30 Uhr zum Niederwalddenkmal, Roſſel, Jagdſchloß nnd ſchließlich nach Aßmannshauſen. Nach einem Aufenthalt von etwa 2 Stunden überfahrt über den Rhein, Aufſtieg zum Schloß Rheinſtein. Weiter⸗ marſch auf dem Rheinhöhenweg über Schweizerhaus, Bingerbrück nach Bingen. überfahrt über den Rhein und Rückkehr nach Rüdesheim gegen 18 Uhr.

Quartier: wie vorſtehend,.

Mittwoch, 19. September

überfahrt über den Rhein nach Bingen, zum Bahnhof Bingerbrück, Abfahrt in Bingerbrück 8.50 Uhr nach Bad Kreuznach: Ankunft 9.30 Uhr. Kurze Beſichtigung von Bad Kreuznach, dann Marſch über Theodors⸗ halle nach Bad Münſter am Stein. Überfahrt mit der Fähre über die Nahe, Aufſtieg zum Rheingrafenſtein. Weiter über die Gans nach Bad Kreuznach. Abfahrt dort 13.21 Uhr über Gaualgesheim nach Mainz. Beſichtigung der Stadt, vor allem des Domes und der Rheinfront. Abfahrt Mainz 18.20 Uhr, Ankunft

Frankfurt a. M. 19.17 Uhr.

Koſten der Studienfahrt

II. Nachtquartiere

l. Bahnfahrt und überfahrten..

B. Erziehung

1. Unſere Schulbühne von Studienrat A. Michel

Immer neu und unvermindert blüht auf unſerer Bühne die Begeiſterung der Schüler für die Selbſtentfaltung und Betätigung im Theaterſpielen.

Ende Februar 1935 brachte die Spielſchar der Schule wieder eine Darbietung auf der Schulbühne heraus; Stre⸗ ben und Können von nahezu zwanzig jugendlichen Kräften fanden freundliche Aufnahme. Wir haben diesmal Friedrich Wilhelm Webers Sang vonDreizehnlinden gewählt, deſſen Vollklang Franz Hillmann in ſeiner Nachdichtung für die Bühne glücklich zu neuem Tönen bringt. Die Hinwendung der deutſchen Seele zum Chriſtentum, die Erfüllung des tiefen Sehnens und Suchens germaniſcher Menſchen wird in den ergreifenden Erlebniſſen und Schick⸗ ſalsfügungen, die dem Sachſenjüngling Elmar zuteil werden, lebendig. Man ſieht den reinen Helden bedrängt und ver⸗ folgt von dem ränkeſchmiedenden Nebenbuhler, der ihm Hand und Herz der Frankenjungfrau neidet, man hört die giftige Verleumdung des heimtückiſchen Widerſachers beim Thing, das der Gaugraf abhält. Die ſchwere Ver⸗ wundung durch den Pſeil des Böſewichtes wirft den Geächteten und Gehetzten vor der Pforte des Kloſters nieder, die milden Mönche pflegen ſeinen Leib geſund

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und führen ſeine Seele zum Heile. Mächtig packt das Ringen des gepeinigten Körpers gegen Fieber und Todes⸗ not, des Gequälten Träume tragen den Sinn des Hörers mit hin zu den Kämpfen im Nordland. Schließlich wird die Ehre des Verkannten wieder hergeſtellt, es winkt die Vereinigung mit der Erſehnten.

Von den Zeugen deutſcher Art ſeien zwei genannt, denn ihre Worte und ihr Weſen ſind im Spiel bedeutſam. Da iſt bei dem ſtrahlenden Helden der ſchlichte Dienſtmann, der des Ruhmbegierigen ſchweifendes Herz mit ernſten Worten zurückführt zur Pllicht gegen die Heimat. Da iſt der treue Freund Rab, der Eſchenburger, der zum Freunde ſteht bei der Gerichtsverſammlung, deſſen Biederſinn ſich ob des Anrechtes empört und deſſen Einſatzwille nicht ruht, bis der zu Anrecht Verklagte wieder heimkehrt zu Recht und Glück.

Jeder der jugendlichen Darſteller erfüllte ſeine Aufgabe mit Eifer, ob er im ſchimmernden Gewande des Edlen, im würdig⸗ernſten des Gottesmannes, oder im einfachen des Bauern aufzutreten hatte. Alle verſpürten die Freude der Zuſammenarbeit; ſie hatte Erfolg, weil die durch An⸗

ſpannung erzielte Einzelleiſtung ſich der Geſamtaufgabe einfügte. 3