Jahrgang 
1935
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ſtellten die Vollbürger nur eine Minderheit gegenüber der eingeborenen Bevölkerung und den Sklaven dar; dieſe waren, wenigſtens in Athen, zu einem großen Teile vorderaſiatiſcher Herkunft. Daher war mit der Aufhebung der ſtändiſchen Anterſchiede durch die Demokratie und mit der nunmehr einſetzenden hemmungsloſen Vermiſchung der Raſſen, beſchleunigt durch die zunehmende Kinder⸗ armut(Polibios!), das Schickſal der nordiſchen Raſſe in Griechenland beſiegelt, und der Verfall der griechiſchen Kultur griff mit ſo reißender Geſchwindigkeit um ſich, daß das griechiſche Volk in kaum 200 Jahren zu völliger Bedeutungsloſigkeit herabſank.(Nachweiſe über die raſſiſche Seite dieſer Entwicklung bei Günther, Raſſengeſchichte des helleniſchen und römiſchen Volkes).

Die Geſchichte der nordiſchen Völker Italiens hat ebenfalls in Mitteleuropa zu beginnen, damit auch hier die raſſige Verwandtſchaft gefühlt wird. Der Kampf der Patrizier und Plebejer iſt vorwiegend als Raſſenkampf zu verſtehen; daher auch der beſonders heftige Widerſtand gegen die Gewährung der Ehegemeinſchaft an die Plebejer. Der nordiſche Beſtandteil der Römer wird in unaufhörlichen Kriegen beinahe aufgerieben. Zur Zeit des Tiberius lebten von den altpatriziſchen Geſchlechtern nur noch ſechs! Die übergroße Mehrheit der Geſamtbevölkerung Italiens beſtand aus Nachkommen orientaliſcher Sklaven. Dieſe Hoffnungs⸗ loſigkeit der Lage war der Hintergrund für die ſtoiſche Weltanſchauung der Römer. So war um die Wende der Zeiten die Entnordnung des europäiſchen Südens nahezu vollendet.

Die Bedeutung der germaniſchen Völkerwan⸗ derung liegt zutiefſt darin, daß ſie dem in ſeinem Raſſenmiſchmaſch entarteten nordiſches Blut zuführte. Daher entfaltete ſich auch die neue Kulturblüte des Mittelalters nur in den Ländern, wo ſich germaniſche Völker dauernd niederließen; in Nord⸗ italien(nicht in Süditalien), in Spanien, Frankreich und England; nichte aber auf dem Balkan; der blutsmäßige Einfluß der nordiſchen Waräger in Rußland war zu gering, als daß er das gewaltige Gebiet mit kultur⸗ ſchöpferiſchen Kräften hätte durchſetzen können. Nur aus der Tatſache, daß die germaniſche Oberſchicht in Mittel⸗, Weſt⸗ und Südeuropa Träger der mittelalterlichen Kultur war, iſt es zu verſtehen, daß die Blüte des europäiſchen Rittertums überall ein ſo gleichartiges Gepräge aufweiſt.

Stärkerer Nachdruck als bisher iſt auf die größte Tat des deutſchen Mittelalters, die Wiedergewinnung der oſtelbiſchen Gebiete, zu legen. Hierbei iſt unter Anknüpfung an die Verhältniſſe vor der Völker⸗ wanderung erneut darauf hinzuweiſen, daß dieſe oſtelbiſchen Gebiete bis über die Weichſel hinaus einſt germaniſcher Volksboden waren zu einer Zeit, als die ſlaviſchen Völker noch als ärmliche Fiſcher in den Pripetſümpfen hauſten.

Im übrigen darf jedoch die Betonung des Böl⸗ kiſchen nicht zu einer ungerechten Beurteilung des Mittelalters führen, das eine Zeit größter deutſcher Macht⸗ entfaltung war. Die Gründung völkiſcher Staaten gelang damals in keinem einzigen Lande Europas, wie beiſpiels⸗ weiſe Frankreich mit ſeinen Anterſtaaten Provence, Bur⸗ gund, Normandie, Francien und Lothringen zeigt.

Erſt die neuere Geſchichte zeigt die Entwicklung zum völkiſchen Staat. Doch machen ſich ſeit Beginn der

römiſchen Weltreich friſches

Neuzeit nach und nach in ſtärkerem Maße auch inter⸗ nationale Einflüſſe geltend. Sie führen zu einer beklagens⸗ werten Aeberfremdung des deutſchen Blutes, der deutſchen Sprache, des deutſchen Rechts, der deutſchen Staatsauf⸗ faſſung und ſchließlich der geſamten Weltanſchauung. Ihnen gegenüber iſt die Entwicklung des deutſchen National⸗ bewußtſeins herauszuarbeiten, dem heute aus der vertieften Erforſchung des heimiſchen Altertums neue Kräfte zu⸗ ſtrömen. Dieſe Beſinnung auf das Arteigene führt zu ſtärkerer Betonung der Blutsbande, die uns mit den Volksgenoſſen in den Grenzgebieten und im übrigen Aus⸗ land verbinden. Sie läßt uns auch auf die zunehmende Einſicht in den ſtammverwandten germaniſchen Ländern hoffen, daß die nordiſchen Völker ſich als eine Schickſals⸗ gemeinſchaft fühlen müſſen, von deren Erhaltung der Beſtand aller nordiſchen Hochkultur ſchlechterdings ab⸗ hängig iſt.

Ein Hauptſtück der Geſchichtsbetrachtung haben die letzten beiden Jahrzehnte unſerer eigenen Zeit zu bilden. Das ungeheuere Erlebnis des Weltkrieges mit dem lebhaften Ringen des deutſchen Volkes gegen eine Welt von Feinden, die Zerſetzung unſerer Widerſtands⸗ kraft durch vaterlandsfeindliche Kräfte, die Entwürdigung unſeres Volkes durch das Verſailler Diktat und der ihm folgende Zuſammenbruch der liberaliſtiſch⸗marxiſtiſchen Welt⸗ anſchauung ſind ebenſo eingehend zu behandeln wie das beginnende Erwachen der Nation vom Ruhrkampf an bis zum Durchbruch des nationalſozialiſtiſchen Freiheits⸗ gedankens und bis zur Wiederherſtellung der deutſchen Volksgemeinſchaft am Tage von Potsdam.(Miniſter Dr. Frick auf der Miniſterkonferenz vom 9. Mai 1933).

Vorſtehende vom Herrn BReichsminiſter des Innern herausgegebenen Richtlinien werden hierdurch veröffentlicht.

Berlin, den 20. Juli 1933. Der Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung.

2. Pflege der Beziehungen der Schule zur Hitler⸗Jugend

Im neuen Staat haben neben Elternhaus und Schule die Bünde, in erſter Linie die Hitlerjugend, die bedeut⸗ ſame Aufgabe, die deutſche Jugend zu vollbewußten Gliedern des nationalſozialiſtiſchen Staates zu erziehen. Daher muß ich Wert darauf legen, daß dieſer Erziehungsarbeit ge⸗ nügend Raum und jede erforderliche Anterſtützung gewährt wird. Zugleich aber muß ich mit allem Nachdruck darauf beſtehen, daß da, wo der Staat ſelbſt Träger der Autorität iſt, wie das in der Schule der Fall iſt, dieſe Autorität in jeder Beziehung unerſchüttert bleibt. Jeder Eingriff von außen her in die Befugniſſe des Staates würde der nationalſozialiſtiſchen Staatsauffaſſung grundſätzlich wider⸗ ſprechen.

Die Schüler ſelbſt müſſen ſich bewußt ſein, daß es erſte und vornehmſte Pflicht eines jeden Nationalſozialiſten iſt, an der Stelle, an die er geſtellt iſt, ſeiner Aufgabe mit allen Kräften gerecht zu werden. Pflicht des Schülers iſt es, den Anforderungen, die der Staat durch die Schule billigerweiſe an ihn ſtellen muß, reſtlos nachzukommen.

Dem nationalſozialiſtiſchen Staat liegt auch die Sorge ob, daß der Erhaltung und Pflege des Familienlebens