Jahrgang 
1935
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lI. TEIL

Verfügungen

1. Richtlinien für die Geſchichtslehrbücher

Die Richtlinien ſollen und können auch andeutungs⸗ weiſe keinen Leberblick über den Geſamtſtoff und die Art ſeiner Darbietung bringen. Sie weiſen vielmehr nur auf einige wichtige Geſichtspunkte hin, die bisher nicht ge⸗ nügend oder gar nicht beachtet worden ſind und daher künftig ſtärker zur Geltung kommen müſſen.

An erſter Stelle ſei die Vorgeſchichte genannt, weil ſie nicht nur den Ausgangspunkt für die geſchichtliche Entwicklung unſeres Erdteils in die mitteleuropäiſche Ur⸗ heimat unſeres Volkes verlegt, ſondern auch alshervor⸗ ragend nationale Wiſſenſchaft(Koſinna) wie keine zweite geeignet iſt, der herkömmlichen Anterſchätzung der Kultur⸗ höhe unſerer germaniſchen Vorfahren entgegenzuwirken.

Von der Vorzeit an durch alle ſpäteren Jahrtauſende hindurch bis zur Gegenwart muß ſodann die Bedeutung der Raſſe gebührend berückſichtigt werden, da ſie den Arboden darſtellt, aus dem alle wurzelhafte Eigenart der Einzelperſönlichkeit ſowohl wie die der Völker erwächſt.

Ein weiterer Geſichtspunkt iſt der völkiſche Ge⸗ danke im Gegenſatz zum internationalen, deſſen ſchleichendes Gift ſeit mehr als hundert Jahren gerade die deutſche Seele zu zerfreſſen drohte, weil der Deutſche mehr als andere Völker geneigt iſt, weltfremden Träumen nach⸗ zuhängen.

Eng mit dem völkiſchen hängt der volksbürger⸗ liche Gedanke zuſammen. Da heute ein volles Drittel aller Deutſchen außerhalb der Grenzen des Reiches wohnt, hat die Geſchichtsbetrachtung bei der Behandlung der deutſchen Geſchichte ſich nicht auf das innerhalb der deutſchen Grenzen liegende Gebiet zu beſchränken, ſondern ſtets auch das Schickſal unſerer außerhalb wohnenden Stammesbrüder im Auge zu behalten.

Gegenüber andersgerichteten Strömungen iſt zu fordern, daß die Darſtellung der zuſtändlichen(Kulturgeſchichte), ſo wichtig ſie zur Kennzeichnung größerer Entwicklungs⸗ abſchnitte iſt, nicht den Vorrang vor der politiſchen Geſchichte erhalten darf, die das Schickſal der Völker geſtaltet. Dabei gilt es, die geſchichtsbildenden Kräfte herauszuarbeiten, damit der Schüler nicht in der ver⸗ wirrenden Fülle einzelner Geſchehniſſe verſinkt, ſondern die große Linie und die tieferen Zuſammenhänge erkennt und ſo in ſeiner politiſchen Arteils⸗ und Willensbildung gefördert wird.

Den Geſchichtsunterricht aller Stufen muß der hel⸗ diſche Gedanke in ſeiner germaniſchen Ausprägung, verbunden mit dem Führergedanken unſerer Zeit, der an älteſte Vorbilder deutſcher Vergangenheit anknüpft, durchziehen. Beide zuſammen erwecken mit der ihnen innewohnenden, die Herzen mit ſich reißenden Gewalt die Begeiſterung, ohne die für die Mehrzahl der Schüler die geſchichtliche Betrachtung leicht zu einer langweiligen Anhäufung von Wiſſensſtoff wird.

Der heldiſche Gedanke aber führt unmittelbar zur heldiſchen Weltanſchauung, die uns als einem

germaniſchen Volke wie keine andere artgemäß iſt und uns im Ringen um die völkiſche Selbſtbehauptung inmitten einer feindlichen Welt immer wieder neue Kraft zu⸗ ſtrömen läßt.

Im einzelnen ſei noch folgendes bemerkt:

Die Lehrbücher haben mit einer Darſtellung der Argeſchichte Mitteleuropas(Eiszeit) zu beginnen und zu zeigen, wie beſtimmte Raſſen(Neanderthal, Au⸗ rignac, Cromagnon) Träger arteigener Kulturen geweſen ſind. Schon an der Argeſchichte läßt ſich dartun, daß Kultur eine Schöpfung der Raſſe iſt. Dieſe Tatſache wird durch die Raſſenmiſchungen ſpäterer Zeiten nur verdunkelt, nicht aber aufgehoben.

Vom Beginn der Vorgeſchichte(Nacheiszeit) an dehnen ſich über Mittel⸗ und Nordeuropa die nordiſche und die fäliſche Raſſe aus; ihre Hauptverbreitungsgebiete ſowie die der übrigen europäiſchen Grundraſſen ſind durch einſache Skizze zu veranſchaulichen. Die Geſchichte Europas iſt das Werk nordraſſiſcher Völker, über deren Kulturhöhe uns nicht nur ihre Hinterlaſſenſchaft in Stein⸗ und Bronze⸗ werkzeugen, ſondern auch die für die Wiſſenſchaft erſchließ⸗ baren Leiſtungen auf geiſtigem Gebiet belehren, nicht zum wenigſten die hochentwickelte nordiſche(indogermaniſche) Grundſprache, die die Sprachen der übrigen Raſſen Eu⸗ ropas bis auf Reſte verdrängt hat.

Den Weg nach Vorderaſien und Nordafrika nehmen wir mit den früheſten nordiſchen Einwanderungen, die bereits im fünften vorchriſtlichen Jahrtauſend ſtatt⸗ gefunden haben müſſen. Hierfür ſprechen Funde nordiſcher Schädel in den älteſten ägyptiſchen Gräbern und die früh beurkundete blonde Bevölkerung der nordafrikaniſchen Küſtengebiete(vergl. Lapouge, L'Aryen, son röôle social. Paris 1885). Die raſſiſche Herkunft der Sumerer iſt noch nicht geklärt, doch geſtattet ihre Sprache Hunderte von Vergleichen mit indogermaniſchen Sprachwurzeln, was am leichteſten durch die Annahme einer ehemaligen nordiſchen Erobererſchicht erklärt werden könnte.

Eine entſcheidende Beeinfluſſung der Geſchichte Vorder⸗ aſiens iſt erſt das Werk der urſprünglich nordraſſiſchen Inder, Meder, Perſer ſowie der Hettiter. Der Schüler muß die Schickſale dieſer Völker als die ſeiner eigenen Blutsverwandten erleben, die ſchließlich unter der Lebermacht fremdraſſigen Blutes zugrunde gehen, nachdem ſie in Indien und Perſien Hochkulturen geſchaffen haben.

Die Geſchichte der Griechen hat abermals vom mittel⸗ europäiſchen Raume auszugehen. Erneut iſt zu betonen, daß es ſich um unſere nächſten raſſiſchen Brüder handelt. Daher auch unſer inniges Verhältnis zur griechiſchen Kunſt, ganz anders als etwa zur chineſiſchen, japaniſchen oder altmexikaniſchen. Die nordiſchen Griechen bildeten als Eroberer die Herrenſchicht des Landes. Noch zur Zeit des Pauſanias wurde in Attika auf dem Lande von der einheimiſchen Bevölkerung ſtellenweiſe kariſch geſprochen. Der Kampf der Stände beruhte hier im Süden auf einem Gegenſatz der Raſſen. Sowohl in Sparta wie in Athen