Am 3. Juli.
In Deinem letzten Briefe erinnertest Du meine Melancholie in Bocholt. Meine jetzige Traurig- keit ist nicht eine solche wie damals. Damals war ich kränklich und war mit vielen Arbeiten überladen. Jetzt bin ich ganz gesund, und meine Arbeiten kann ich nach meinen besten Kräften einrichten. Ich muß trauern über Deutschland und seine Richtung. Wollte ich erklären, so würdest Du es nicht verstehen. Darin habe ich aber hier eine Freude, wenn
mich an
Dir dieses
ich daran denke, daß meine Melancholie in Bocholt mich aus Westfalen weg- geführt hat. Hätte ich mich in Westfalen wohlbefinden können, so müßte ich dieselbe Richtung in der Theo- logie haben, wie sie dort ist. Nach langem inneren Kampf und nach manchen Leiden hat mich Gott in eine andere Richtung gebracht und mir eine Ueberzeugung gegeben, welche ganz mit dem übereinstimmt, was hier immer über den DPapst gelehrt ist und jetzt zu einem feierlichen Beschluß kommen
in Rom was
auch wohl. wird. Gestern haben wir wieder einen Spanier und einen Italiener über die Unfehlbarkeit des Talent und Wissenschaft
gehört, welche
Dapstes mit solchem solcher sprachen, daß sie auch die Gegner zwangen, mit Auf- merksamkeit ihnen zuzuhören.
Ich werde, sobald ich weiß,
Sitzung ist, Dir einige Worte schreiben. Die Zeitungen
wann die öffentliche
aber wohl noch eher melden, als mein
Dir ankommen werde ich
werden es Brief bei
Wahrscheinlich reisen, von dort durch die nach Dort werde ich kaum 14 Tage mich aufhalten können; dann muß ich wieder einige Klöster besuchen.
Ich will in Geduld diese Arbeiten auf mich nehmen, solange Gott es will; trage auch Du nach Gottes Willen Sind sie sehr niederdrückend,
kann. München zurück-
Oelenberg.
über Schweiz
Deine Schmerzen. dann
wollen wir unseren Herrn anschauen, wie er sein schweres
Kreuz allein trägt. Ich werde 5 eiserne Nägel mit- bringen, die ganz mit dem wahren Nagel, womit Christus gekreuzigt war, übereinstimmen und die an
dem echten Nagel, der in dem hiesigen Kloster vom hl. Kreuz zu Jerusalem befindet, Du wirst später auch einen davon erhalten.
sich angerührt sind.
Die große Sammlung aller Photographien der Bi- schöfe des Konzils ist noch nicht fertig. Man sagt, sie kosten und einen kurzen Lebens- abriß eines jeden Mitgliedes des enthalten. Ich werde darüber an den Herrn Grafen schreiben.
würde 120 Francs
Konzils
Melde meine ergebensten Grüſte an den Herrn Grafen, Gräfin Gräfinnen.
Ich bin im Gebete mit Dir vereinigt, laß uns Leid
die Frau und die jungen
und Schmerzen tragen mit gänzlicher Ergebung in Gottes Willen. Dein treuer Fr. Ephrem, Abt. 9. Rom am 18. Juli 1870.
Liebe Karoline,
Heute hatten wir die vierte öffentliche Sitzung. Wir haben jetzt im in welchen 450
ganzen 84 geheime Sitzungen gehabt,
Reden gehalten worden sind.
525 Väter für des Papstes, 2 stimmten dagegen; es hatten aber
Heute stimmten die Unfehlbarkeit mehr als 100 Väter Rom verlassen, welche nicht in der Sitzung waren. Von diesen hatten vor einigen Tagen 88 schon die Unfehlbarkeit gestimmt.
Ich schreibe Dir dieses in aller Eile. Morgen oder übermorgen reise ich von hier ab. Wenn ich im Elsaß ankomme, wird dort wohl der ganze Rhein mit Soldaten
besetzt sein. Es scheint, daß ein schrecklicher Krieg im Anzuge ist. Gott wird alles nach seiner Weisheit ordnen. Nach dem Kriege wird gewiß ein besserer Frieden kommen, als er bisher war.
und kann die Hitze ziemlich Grafen und der Frau mich ihrem und der geehrten Kinder
Ich befinde mich wohl
gut vertragen. Sage dem Herrn Gräfin,
Wohlwollen Gott
daß ich empfehle. mit uns Dein treuer Bruder Frater Ephrem, Abt.
Laß mir etwas schreiben über Dich nach unserem
Kloster.
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