Jahrgang 
1932
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ihre Vollmacht haben. Wie ich höre, ist dieser geistliche Herr sehr fromm und ein Mann des Gebetes. Das ist sehr schön. Aber nicht alle frommen Menschen sind auch gehörig klug. Gott gebe ihm in allem die gehörige Klugheit. Ich habe die hl. Messe für 5 Taler nicht gelesen. Ich habe Messen genug. Ich zahle Dir lieber die 5 Taler.

Der himmlische Vater wolle Dich stärken und einen

die

kräftigen Mut Dir lassen, auszuharren in Deinen Schmerzen. Gott mit uns. Empfehle mich der ganzen gräflichen Familie.

Dein treuer Bruder Fr. Ephrem, Abt.

Rom am 5. Juni 1870. Liebe Karoline,

Heute Pfingsttage möchte ich Dich gerne be- grüßen. Ich habe diesen Morgen St. Deter besucht, was ich jeden Sonntag zu tun pflege. Sonst war ich in keiner Kirche und las wie immer meine heilige Messe um

5 ½ Uhr in unserer kleinen Kirche.

am

Frau von Kimsky erkundigt sich immer nach Dir, so oft ich sie besuche. Sie wird sehr alt und muß sich immerfort plötzlichen Tod vorbereiten. Alle 14 Tage pflege ich abends eine Stunde sie zu besuchen, der Regel mir freundliche Vorwürfe nicht öfters komme. Ich habe wo ich sehr willkommen bin,

Ich halte mich aber zurück, ich möchte nicht gerne meine Ansichten über Kirchenversammlung ausdrücken. Ich habe nur wenige

auf einen dann in macht, daß mehrere Häuser, öfters komme.

wo sie ich hier wenn ich denn unsere

Menschen, bei denen ich mich freimütig aussprechen kann. Dann mag ich auch keine näheren Bekannt- schaften haben; solche nehmen die wenige Zeit, die uns hier übrig bleibt, ganz weg...

Sobald ich sicher weiß, wann ich von Rom ab- reisen darf, werde ich Dir wieder schreiben.

Gib den eingeschlossenen Brief an die Frau Gräfin mit freundlichen Grüßen an den Herrn Grafen und die jungen Gräfinnen.

Gott mit uns! Ich verlange nach dem Kloster. Ich

bin nicht mehr gerne in Rom. Harre aus im Gebet und leide für die hl. Kirche. Wenn Du Deine Schmerzen dem hl. Geiste aufopferst, so wirst Du dafür einen

großen Lohn empfangen. Dein Ephrem, Abt.

8 Rom am 1. Juli 1870. Liebe Karoline,

Seit mehreren Tagen habe ich Dir schreiben und mitteilen wollen, daß ich Deine lieben Briefe erhalten habe; ich komme aber nicht dazu. Wir haben jetzt

immer Sitzungen, welche gegen 4 Stunden dauern und uns dem Essen in solche Müdigkeit versetzen, daß nichts fähig Ich bin wohl, muß aber, um etwas Luft zu schöpfen, einen Wagen Ich brauche nur 10 Minuten zu gehen, dann ganz mit Schweiß bedeckt.

nach wir zu sind. Lanz

nehmen.

bin ich

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Alle Bischöfe wünschen, daß man auf einige Mo- nate Rom verlassen könnte; es sind aber noch über 50, die jedoch noch erst reden wollen. Ich höre alle die lateinischen Reden an, sie mögen mir angenehm oder zuwider sein; ich werde aber durch das lange Aufmerken ungemein müde und wünsche dann nichts mehr, als allein zu sein, um ein wenig auf dem Stuhle einschlum- mern zu können.

Da ich nun jeden Tag soviele lateinische Reden höre, so werden meine Gedanken oft ganz lateinisch, ich denke lateinisch, ich wiederhole mir die besten Ge- danken lateinisch, ja, ich rede lateinisch innerlich zu Gott, daß er doch machen möchte, daß ich bald ins Kloster reisen könnte.

Neulich redete ein italienischer Bischof so schön, so gründlich, so überzeugend, mit solchem Feuer für die Einheit der katholischen Kirche und die Vereinigung im Papste, daß ich mich der Tränen nicht enthalten konnte. Ich suchte dieses natürlich verbergen, sah vor mich und suchte mich hinter der Wand einer Bank zu verbergen, bis das Weinen vorbei war.

Es sind Bischöfe hier, aber Franzosen, welche mit einer solchen Begeisterung Macht des Glaubens reden, daß man sie stundenlang anhören könnte. Heute war ich bei zwel spanischen Bischöfen, von denen der eine Erzbischof von Granada und der andere Bischof von Cuenca ist. Ich sprach mit

Zu

und und

keine Deutsche

jedem wohl mehr als eine halbe Stunde allein. Sie sprachen mit mir so offenherzig, wie wenn wir uns lange gekannt hätten. Ich hatte jedem vorerst meine

Erfahrungen und meine Ansicht über Papst und Kirche mitgeteilt. Da tat sich das Herz dieser Männer auf, und ihre ganze innere lleberzeugung lag vor mir. Wir Deutsche sind so stolz auf unsere Wissenschaft und meinen, wie wir größere wissenschaftliche Bildung hät- ten als Spanier und Italiener, aber da habe ich gesehen, wie weit ganz Deutschland in der Theologie zurück ist. Der eine von diesen Spaniern hatte in der geheimen Sitzung mehr als eine und eine halbe Stunde geredet und alle Väter des Konzils so gefesselt, daß niemand

von seinem Platze wegging. In ganz Deutschland ist kein Drofessor, der so gründlich seine Theologie ver- steht und so schön und frei lateinisch spricht, wie

dieser Spanier. Du weifßt, Caroline, daß Gott mir eine gewisse Gewandtheit in der deutschen Sprache gegeben hat, wenn ich rede. Aber nun denke Dir, dieser Spanier

spricht ohne Anstoß, ohne Stocken, ohne verkehrtes Wort sein Latein zehnmal geläufiger als ich mein Deutsch. Ich sprach mit ihnen italienisch, französisch

können die Spanier nur ein ganz wenig sprechen, Deutsch ist ihnen durchaus unbekannt. Ich fing mit diesen Herren absichtlich italienisch an, denn darin hatte ich Hoffnung, gut ausdrücken Und wir uns in dieser vortrefflich mit. Ich hütete mich, lateinisch mit ihnen anzufangen, denn da ich in dieser Sprache gar keine Uebung gehabt habe, so hätte ich mit der größten Mühe meine Worte müssen und die Fehler, welche ich gemacht hätte, würden sie in der Auffassung meiner Gedanken gestört haben.

mich so zu können als sie.

teilten Sprache alles ganz

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