Jahrgang 
1932
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Heinrich Bonc, von dem zwei prachtvolle Briefe zur Veröffentlichung kommen, war ein bedeutender Schulmann(18151893). Er war Lehrer an den Gym- nasien zu Köln, Düsseldorf und an der Eitterakademie zu Bedburg. 1856 wurde er Gymnasialdirektor in Reck-

linghausen, 1850 in Mainz; infolge des Kulturkampfes wurde er 1875 in den Ruhestand versetzt und starb am 10. 6. 1893 zu Hattenheim bei Erbach. Er ist ins-

besondere bekannt durch seinLesebuch,Gedichtsamm- lungen und seineGedenkblätter für Schule und Le- ben(1875).

Johanna Dastor ist die Schwester des großen Geschichtsschreiber der DPäpste, Ludwig PDastor, dessen Lebensbild ja im Jahrbuch der Selektenschule 1928/20 von Chefredakteur Dr. Karl Hoeber, Köln, gezeichnet wurde.

Die Dfarrer B. Jurt(Basel), von Bostel(Em merich) und Heynek(Rhede) sind Abt Ephrem be freundet.

Erwähnen wir nun zum Schluß noch die beim Grafen Hoensbroech als Beschließerin lebende Schwester Abt Ephrems, Karoline, mit ihrer herzerfrischenden tiefen Glaubenstreue, so glaube ich, daß die Briefschreiber die Papsttreue des Adels, der Bürger und des Klerus in den gewaltigen Geistesstürmen der damaligen Zeit cin wenig widerspiegeln. Ihrem tiefgläubigen Sinne konn- ten die Stürme, die Säulen fällten, nichts anhaben. Wenn man sich dessen einmal in den Wirren unserer Zeit recht bewußt wird, hat sich das ergänzende Ka pitel gelohnt.

Der als Anhang veröffentlichte Brief Johanna Dastors an Abt Ephrem gibt interessante Erinnerungen an den Kulturkampf.

Das Vatikanische Konzil

Um die Briefe zu verstehen, in Kürze das Vatikanische Konzil in seiner Entstehung und in seinem Verlaufe geschildert werden.

Der Papst-König DPius IX.(184678), aus dem alten lombardischen Adel der Grafen Mastai-Ferretti, erließ unter dem 29. Juni 1868 das Apostolische Schreiben, durch das das zu Rom abzuhaltende und am 8. Dezember 1869, am Tage der unbefleckten Empfängnis der jung- fräulichen Gottesmutter zu eröffnende ökumenische Kon- zil angekündigt wurde.

möge

In der Indictionsbulle wies Dius IX. darauf hin, daß die Religion und bürgerliche Gesellschaft von so großen Uebeln und Gefahren bedroht sei, wie kaum jemals. Daher habe er die Bischöfe der ganzen Welt zusammengerufen, um zu beraten, wie Schäden von der Kirche und der bürgerlichen Gesellschaft abgewendet werden könnten durch Abwehr moderner Irrtümer und

eine zeitgemäße Revision der kirchlichen Gesetzgebung.

Was ist ein Konzil? Ein allgemeines Konzil ist die Versammlung aller Bischöfe der Kirche als Nachfolger der Apostel, unter dem Vorsitze des Dapstes als Nach- folger des hl. Petrus zur Beratung über die wichtigsten Angelegenheiten der Kirche. Ein solches Konzil ist die höchste unfehlbare kirchliche Autorität, durch welche der hl. Geist selber, der Geist der Wahrheit, zu den Menschen redet, gemäß den Worten der hl. Schrift: (Joh. 14, 17 und 16, 15)Der Geist der Wahrheit wird bei Euch bleiben und in Euch wohnen, er wird Euch alle Wahrheit lehren und Euch alles in Erinnerung zurückrufen, was ich Euch gesagt habe, und(Matth. 28, 20):Sehet, ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Seitdem die Apostel selber einmal unter dem Vorsitze des hl. Detrus in Jerusalem zu einem solchen

Konzil zusammengetreten waren, hatten 19 all-

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gemeine Konzile stattgefunden. Das 19. Konzil hatte von 15451565 in Trient getagt; die Zahl der Teil- nehmer an der 25. und letzten Sitzung hatte 256 be- tragen.

Und nun berief Pius IX. nach dreihun- dert Jahren das 20. ökumenische Konzil auf den 8. Dezember 1860 und zwar in die Basilika des Vati-

kans neben der Grabstätte der Apostelfürsten. Im nörd- lichen Kreuzarm der Peterskirche war der Konazilssaal eingerichtet.

Die Tatsache, der Verlauf und Erfolg Kon- zilien im Laufe von zwei Jahrtausenden bewiesen, daß die Kirche stets von mächtigen Feinden bekämpft wurde, daß sie diese Kämpfe stets siegreich bestanden und daß sie die Reinheit ihrer Lehre stets unversehrt bewahrt hat.

Auch das 20.

der

ökumenische Konzil im Natikan ent-

fachte heftige Kämpfe außerhalb und innerhalb des Konzils; die verschiedenen Meinungen prallten heftig aufeinander; aber die Kraft des Glaubens und der

Liebe trugen den gewohnten Sieg davon.

Zur Sicherung des ungestörten Verlaufs des Kon-

zils wurden päpstliche Truppen in Rom zusammenge- zogen; die römische Garnison wurde erhöht auf 10 Bataillone Infanterie, 5 Batterien Artillerie, 4 Schwa-

dronen Kavallerie, 1000 Gendarme und einige hundert Sicherheitswachen. Die Ritter des Johanniter-Ordens und die päpstliche Nobelgarde bewachten den Eingang zum Konzilssaale.

Die Konzilsväter wurden zur strengsten Verschwiegen- heit über die Verhandlungen verpflichtet; über diese finden wir daher auch nichts in den Briefen Abt Ephrems.

Die Zahl der Konzilsväter, die berechtigt und be- rufen waren, betrug 1057 geistliche Würdenträger. Davon konnten in Rom erscheinen 764, während die übrigen vom Papst Dispens erhalten hatten. Aus allen Welt-