teilen waren erschienen: 40 Kardinäle, 127 Erzbischöfe, 522 Bischöfe, 24 generale, 1 Prälat.
Die Strapazen der Reise waren für viele Konzils- väter, die aus dem Orient oder den Polargegenden kamen, außerordentlich groß, zumal wenn ihre Mittel bescheidene waren. Einige starben infolge ihres hohen Alters oder der Strapazen der Reise.
Das Konzil tagte vom 8. Dezember 18690 bis zum 20. Oktober 1870. In dieser Zeit fanden 80 General- kongregationen und 4 öffentliche Sitzungen statt. Diese letzteren waren am 8. Dezember 1860 zur Eröffnung, am 6. Januar 1870 zur Ablegung des Glaubensbekennt-
10 Patriarchen, Aebte, 27 Ordens-
nisses, am 24. April zur Verkündigung der Konsti- tution De ecclesia Christi mit dem Dogma von der
päpstlichen Unfehlbarkeit.
Die Unfehlbarkeitsfrage war die das ganze Konzil beherrschende Frage. Die Mehrheit aller Bi- schöfe erklärte die Dogmatisierung der Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit als dringend notwendig und den Zeitverhältnissen entsprechend.
Am 17. Juli 1870 erklärten 55 Bischöfe der Mi- norität in einem Schreiben an den Dapst, sie könnten nicht mit„ja“ in der öffentlichen Sitzung stimmen und würden fernbleiben.
Zu den Gegnern gehörten auch eine Anzahl deut- scher Bischöfe, wie die den hier veröffentlichten Briefen genannten Bischöfe von Mainz und Köln. Frhr. Wilh. Emmanuel von Ketteler, Bischof von Mainz(1850—77), war ein unermüdlicher Verfechter der Rechte der Kirche, Reformator seiner Diözese und ein unermüdlicher Vorkämpfer für die katholische Sozial- politik. Noch vor seiner Abreise von Rom erklärte er seine Unterwerfung und zeigte auch hierin seine wahr- hafte Größe. Kardinal DPDaulus Melchers, Erz- bischof von Köln, vertrat gleichfalls auf dem Konzil den Standpunkt, die Verkündigung des Dogmas der päpstlichen Infallibilität sei z. Zt. nicht opportun, ver- kündete aber schon am 24. Juli 1870 die Konzilsbeschlüsse. Eintreten für die Rechte der Kirche brachte ihn in Konflikt mit der Preußischen Regierung, die ihn 1874
1876 für abgesetzt er- Maastricht aus seit De-
in
Sein
sechs Monate gefangen setzte, klärte und ihn, weil er von zember 1875 die Erzdiözese weiter verwaltete, in con- tumaciam zu Gefängnis verurteilte und steckbrieflich ver- folgte. Da er eine spätere Amnestierung ablehnte, ver- zichtete er 1885 auf Wunsch Papst Leos XIII. auf seinen Bischofssitz und wurde zum Kardinal, mit dem Sitze in Rom, ernannt.
In der 4. öffentlichen Sitzung des Vatikani- schen Konzils am Montag, den 18. Juli 1870, stimmten von 535 anwesenden Konzilsvätern nur 2 dagegen. Diese beiden sowohl, wie auch alle abwesenden Kirchenväter gaben nach der Verkündigung des Dogmas ausnahms- los ihre Zustimmung.
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Am 20. Oktober 1870 wurde das Konzil auf un- bestimmte Zeit vertagt, da die Besetzung Roms durch die DPiemontesen die Rückkehr der in der größten Mehr-
zahl beurlaubten Bischöfe unmöglich machte.
Was besagtnun dasso heiß umkämpfte Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit, Katholiken etwas ganz Selbsft- wird?
das für den gläubigen
verständliches war, ist und sein
Sie bedeutet, daß der Papst nicht irren kann, wenn er ex cathedra(vom Lehrstuhl aus) spricht, d. h., wenn er 1. als höchster Hirt und Lehrer der Kirche, also im vollen Gebrauch seiner obersten Machtvollkommenheit, 2. eine Entscheidungs in Sachen Glau- bens- und Sittenlehre Sibt, die 5. für die Gläu-
der
bigen der ganzen Kirche verpflichtend ist.
Diese Lehre, die sich für jeden vernunftgemäß Den- kenden klar und deutlich aus der hl. Schrift ergibt, galt bereits seit den der Kirche.
Von Anfang die Beschlüsse der all- gemeinen Konzilien vom PDapste bestätigt werden, damit sie Gültigkeit hatten; die letzte Entscheidung lag also immer beim Dapste.
ersten Jahrhunderten
an mußten
Das 20. ökumenische(vatikanische) Konzil hat eine
uralte kirchliche Lehre nur als Dogma verkündet.
Und nun lies diese schlichten Briefe eines von Liebe zu seinem Glauben glühenden Driesters, Mönches und Bruders, der in Erfüllung höchster und schönster Lebens- arbeit beim Aufbau höchsten Gutes, unserer hl. Religion, in schweren und entscheidungsvollen Augen-
blicken so klar seinen Weg vor sich sieht und ihn so
unseres
sicher und froh geht, der gleichzeitig unter dem Leid, Mitbrüder in die Irre gehen zu sehen, oft zusammenzu- brechen droht, der aber vertrauensvoll auf Gott seine Hoffnung setzt.
Lies die warmherzigen Briefe katholischer Laien und Priester, die in schwerster Notzeit in unbeirrbarem gläu- bigem Aufblick zum Dapste als Christi Stellvertreter und St. Petri zielsicher Glaubensstern folgen, ohne daß ein noch so trügerisch leuchtendes Irrlicht sie auf Abwege zu führen vermag.
Nachfolger so wunderbar ihrem
Und dann, Ihr von Sorgen Bedrängten, Ihr von der täglichen Not des Lebens Bedrückten, von seelischen Nöten Gequälten sei Eurem Lebensschifflein gleiche ziel- sichere und ruhige Fahrt durch die sich hochauftürmen- den Wogen und die aufgepeitschte Brandung, durch das die zahllosen Wirrnisse unserer stürmischen Zeitenwende gewünscht.
finstere Dunkel und St. Petri Wort lehrt geraden, klaren, wahren Wes! St. Petri Stern leuchtet strahlend und hell zum Ziel!
St. Petri Felsen steht unerschütterlich fest in allen
Stürmen
gestern, heute, morgen und immerdar!


