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Um solcher Verwirrung der gesunden Gefühle unsrer Mädchen vorzubeugen, bedarf es des einmütigen und verständnisvollen Zusammenwirkens von Haus und Schule. Daher richten wir an die Eltern unsrer Schülerinnen die dringende Bitte, unter keinen Umständen solchen Schundlesestoff in den Händen ihrer Kinder zu dulden, sondern ihn unerbittlich zu vernichten. Denn hier vor allem gilt das Wort Goethes:„Für Kinder ist das Beste gerade gut genug.“
Die Eltern erweisen ihren Kindern durch sorgfältige und genaue Aufsicht über ihren Lesestoff einen guten Dienst nicht nur für die Schulzeit, sondern für das ganze Leben. Und die Schule ist jederzeit gern bereit, ihnen mit Rat und Tat nach Kräften beizustehen, um durch guten Lesestoff in unsrer heranwachsenden weiblichen Jugend das Streben nach dem Wahren, Guten und Schönen zu fördern.
Besonders sei darauf hingewiesen, daß die Schülerinnenbücherei der Schule sich in den Dienst dieses Strebens stellt, und daß wir den Schülerinnen die lebhafte Benutzung der Bücherei, die ihnen von Ostern 1910 ab freisteht, warm empfehlen.
I. Stellung der Anstalt.
l. Verfassung.
Die Ostern 1908 eröôöffnete Schillerschule der Stadt Frankfurt am Main ist eine simultane öffentliche Höhere Mädchenschule im Sinn der„Bestimmungen über die Neu- ordnung des höheren Mädchenschulwesens in Preußen“ vom 18. August 1908 und der Ausführungsbestimmungen“ vom 12. Dezember 19003.
Die Anstalt erhält demgemâß 10 aufsteigende Klassen, von denen die Klassen 10, 9. 8 die Unterstufe(ohne Fremdsprachen), die Klassen 7, 6, 5 die Mittelstufe(mit Französisch) und die Klassen 4, 3, 2, 1 die Oberstufe(mit Französisch und Englisch) bilden.
Im abgelaufnen Schuljahr waren die Klassen 10, 9; 7, 6. 5; 4, 3 eingerichtet.
An die vollendete Oberstufe schließen sich die Ostern 1901 vom Verein„Frauen- bildung— Frauenstudium“ begründeten, Ostern 1008 von der Stadt Frankfurt am Main übernommenen Aufbauklassen, die Realgymnasialkurse, die in 5 aufsteigenden Klassen zur Reifeprüfung eines Realgymnasiums führen.
Seit Ostern 1900 ist mit der Schule eine nach der Klasse 4 abzweigende realgvm- nasiale Studienanstalt verbunden, von der im abgelaufnen Schuljahre die Anfangsklasse (Untertertia) eingerichtet war. 1
Die Anstalt befindet sich in dem von Hugo Eberhard in den Jahren 1906— 1908 erbauten Gebäude zu Sachsenhausen, Gartenstraße 57— 61 und Morgensternstraße 1— 3.
2. Patronat.
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, in dessen Auftrag das Kuratorium der Höheren Schulen als Patronatsbehörde handelt. Das Kuratorium bildeten im Jahre 1909 die Herren:—


