derzwingende Kraft. Was bedeuten für Schlacht und Sieg die Worte? Da reden die Taten. Und dieſe werden die Lügen unſerer Gegner zu ſchanden machen.
Gewiß iſt das Größte und Schwerſte noch zu tun. Wir harren in Hoffnung und in freudigem Stolze über das ſchon tatſächlich Erreichte. Wir vertrauen auf Gott, den Lenker der Völkerge⸗ ſchicke, den Lenker der Schlachten, wir vertrauen auf den Kaiſer, auf die Heerführer nnd unſere herrlichen Truppen.
Auch in dieſe Schule warf der Krieg ſeine Wellen hinein. Euer verehrter Direktor und manche liebe Lehrer zogen ins Feld, andere, kaum hier eingetreten, folgten ihnen, unabläſſig wechſeln die Wachmannſchaften in der Turnhalle.
Aber ich denke, auch in Eure Herzen, liebe Schüler, warf der Krieg ſeine Wellen. Möge er hin⸗ wegſpülen, was eitel und oberflächlich und nichtig iſt, möchte er Euch erkennen laſſen, daß es in dieſem Völkerringen um des Reiches Beſtand, ja um die deutſche Seele geht und welche Wunder⸗ kraft in dieſer liegt! Möchtet Ihr ſie in Euch hegen und pflegen! Und wenn dadraußen immer wieder den tapferen Feldgrauen die Parole ausgegeben wird:„Unter allen Umſtänden“, ſei es, daß ein Schützengraben oder ein Bahndamm oder ein Waldrand oder ein Dorf genommen werden muß —„unter allen Umſtänden“— ſo muß ein jeder von Euch ſich ſelbſt immer wieder ſagen:„Unter allen Umſtänden muß aus mir ein tüchtiger Kerl werden!“
Seht, dann handelt auch Ihr im Dienſte des Vaterlandes und im Sinne des Kaiſers, der für uns alle ein Vorbild des Pflichtgefühls und echter, ernſter Männlichkeit iſt.
Wir wollen am heutigen Tage von ganzem Herzen wünſchen, daß das neue Lebensjahr, in das unſer Kaiſer nunmehr eingetreten iſt, ihm den Sieg und den von ihm erhofften ehrenvollen Frieden bringe. Und ſomit bitte ich alle Anweſenden, ſich zu erheben und mit mir einzuſtimmen in den Ruf: Es lebe Se. Majeſtät der Kaiſer Wilhelm II Hoch! Hoch! Hoch!
Ende Februar gelangte die Trauerkunde hierher, daß Herr Oberlehrer Dr. Henkel, Leutnant und Adjutant und Ritter des Eisernen Kreuzes, den Heldentod fürs Vaterland erlitten habe. Der Unterzeichnete widmete ihm am 27. Februar vor versammelter Schule folgende Worte ehrenden Gedächtnisses:
Sehr geehrte Herren Kollegen! Meine lieben Schüler!
Was iſt der Menſch, daß Du ſein gedenkeſt? Der Menſch iſt wie Gras, das da frühe blühet und das Abends abgehauen wird und verdorret.
So klagt der Pſalmiſt. Und in unſerer ſchweren Kriegszeit, wo der Mäher Tod die Aehren die jungen Männer dahinmäht, werden wir immer wieder an die Vergänglichkeit alles Irdiſchen ge⸗ mahnt. In wie viele Familien unſeres Volkes, in wie viele Stadt⸗ und Schulgemeinden hat der Krieg die traurige Mär hineingetragen: Gefallen! Und ſo habt auch Ihr ſchon die ſchmerzliche Kunde vernommen: Oberlehrer Dr,. Henkel iſt gefallen! Ich weiß, die Kunde hat alle Herzen derer, die ihn kannten, tief erſchüttert. Ich weiß, daß auch Ihr lieben Jungen, die Ihr ihn liebtet, weil
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