c) Oberstufe: Ausbau der Erkenntnisse im Dreidimensionalen, des gedächtnismäſti- gen Ausdruds, der künstlerischen Auffassung und Anwendung künstlerischer Techniken.
UÜbungen nach dem ausgestopften Vogel, lebenden Tieren und Mitschülern. Malen nach Gegen- ständen, Stilleben und Früchten.
Freie und Augenpunktsperspektiven ganzer Innenräume, äuser, Hläusergruppen. Straſften und landschaftlicher Ausschnitte.
UÜbungen im Freien. in Museen, öffentlichen Gebäuden und auf Straßen wurden allen selbständig und künstlerisch arbeitenden Schülern von Untersekunda ab aufwärts jederzeit ein geräumt. Auf allen Stufen gaben Feste, Wanderungen, persönliche Erlebnisse und ähnliche Gelegenheiten Anlaß zur Betätigung in freier Darstellung des innerlich Geschauten.
II. Musik
1. Singen
a) Sexta. Theoretische Unterweisung: Die Note als melodisches und rhythmisches Zeichen; Bau der Tonleiter, die Tonarten C-, G- und F-Dur. Die Hauptdreiklänge, ihr Bau und ihre Verwandtschaft, ihre Umstellungen und Umkehrungen: der Dominant-Septimenak- kord; Takt und Taktarten: punktierte Halbe- und Viertelnoten: Stimmbildungs- und Gehör- übungen.—
Liedgesang: Erlernen einstimmiger Volks- und Kirchenlieder. Anleitung zum Erkennen der melodischen und rhythmischen Verhältnisse der Liedweisen. unter Selbstbetätigung der Schüler. Gegen Pnde des Schuljahres Einführung in die Zweistimmigkeit.
b) Quinta: Homophone und polyphone zweistimmige UÜbungen; Unterscheidung von Konsonanz und Dissonanz; der Vorhalt; der punktierte Rhythmus; die Tonarten D-, PB=, A- und Es-Dur; Einführung in das Mollgeschlecht, A- und E-Moll.
Einstimmige Kirchenlieder in Dur und Moll, zweistimmige Volks- und Kunstlieder; kleine Formenlehre, veranschaulicht an Schulliedern.
c) Quarta und Untertertia: Die nicht dem mehrstimmigen(grofßen) Chor an- gehörenden Schüler dieser Klassen waren in je einer Wochensingstunde vereinigt. Hier wurden ältere und neuere Volks- und Kunstlieder im Chor, einzeln oder im Wechsel ge- sungen.
Die theoretischen Unterweisungen wurden fortgesetzt und vertieft. Dazwischen und im Anschluft an die Lieder: Instrumentenlehre und musikgeschichtliche Darbietungen.
In diesen und den vorhergehenden Klassen wurden die ersten fünf Minuten jeder Singstunde zu Instrumentalspiel verwandt, und zwar so, daß diejenigen Schüler, welche ein Instrument spielen, abwechselnd Musikstücke, die sie erlernt hatten, ihren Mitschülern vor- trugen.
d) Der mehrstimmige Chor: Einübung und Vortrag vier-, z. T. fünfstimmiger Lieder aus älterer und neuerer Zeit. Berücksichtigung der verschiedenen Stilarten, Volks- und Kunstlieder in homophonem Satz und mit selbständig geführten Stimmen, mit und ohne In- strumentalbegleitung. Dabei überall Hinweise auf die Komponisten und, wo sich Gelegen- heit bot, Prörterung der Formen und Besonderheiten der Gesänge.
Die Hauptarbeit des mehrstimmigen Chores bildeten in diesem Schuljahre die Vor- bereitungen für die festlichen Veranstaltungen, die aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens der Schule und zu Ehren des scheidenden Direktors geplant sind.


