Jahrgang 
1912
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Lehrer den größten Wert darauf legen, mit den Eltern und deren Stellvertretern in be- ständiger Fühlung zu bleiben, und immer gern bereit sind, den Eltern nach Kräften mit ihrem Rat zur Seite zu stehen.

a) Sprechstunden der Lehrer. Deshalb sind feste wöchentliche Sprech- stunden der Lehrer eingerichtet, die ein Anschlag am Schwarzen Brett im unteren Flur des Schulgebäudes bekannt macht. Auch müssen die Schüler in der Lage sein, ihren Eltern über Zeit und Ort dieser Sprechstunden Auskunft zu geben. G

Da die Klassenarbeiten, die bislang in der Regel jede Woche oder alle vierzehn Tage geschrieben wurden und für das Elternhaus ein wichtiges Kontrollmittel bildeten, künftighin nahezu in Wegfall kommen(vergl. den Ministerial-Erlaß auf S. 18 des Berichtes), so werden sich die Eltern von jetzt ab weit häufiger als bisher bei den Herren Klassenleitern und Fachlehrern nach den Leistungen ihrer Söhne erkundigen müssen, falls sie vor unan- genehmen Uberraschungen bewahrt bleiben wollen. Auch bitten wir die geehrten Eltern, sich frühzeitig, nicht erst im Herbst oder gar erst gegen Ende des Schuljahres, über Fortschritte, Fleiß und Betragen ihrer Kinder Gewißheit zu verschaffen.

Bei Erkundigungen über die Leistungen in einem einzelnen Unterrichtsfach wolle man sich immer an den Herrn Fachlehrer, bei Erkundigungen über den gesamten Kenntnisstand oder das Gesamtverhalten eines Schülers zunächst an den Herrn Klassenleiter, erst dann nötigenfalls an den Leiter der Anstalt wenden. Es ist aber dringend erwünscht, daß die Eltern ihren Besuch spätestens einen Tag vorher schriftlich oder mündlich durch ihre Kinder anmelden, damit seitens der Herren Klassenleiter die zu einer erschöpfenden Auskunft nötigen Erkundigungen bei den übrigen beteiligten Herren vorher eingezogen werden können.

Die geehrten Eltern werden gebeten, etwaige Klagen der Schüler über die Schule oder über ihre Lehrer höchst vorsichtig aufzunehmen und in jedem Falle, wo sie Bedenken über Dinge hegen, die sich nach den meist parteiisch getrübten Berichten der Kinder in der Schule ereignet haben sollen, sich erst beim Klassenleiter oder beim Unterzeichneten nach dem wahren Sachverhalt zu erkundigen, ehe sie urteilen.

Während der Pausen ist es uns nicht möglich, die Eltern oder deren Stell- vertreter zu empfangen. Auch müssen wir es ablehnen, in den letzten vier Wochen vor Beginn der Osterferien über das voraussichtliche Endergebnis des Schuljahres noch Auskunft zu geben.

b) Häusliche Kontrolle der Arbeiten. Die Eltern werden in ihrem eigenen Interesse dringend gebeten, durch stete und sorgsame Beaufsichtigung der Schüler bei ihren häuslichen Arbeiten die Lehrer in ihren Bemühungen zu unterstützen. Sämtliche Schüler haben ein Aufgabenbuch zu führen,I in das von den betreffenden Lehrern die Aufgaben für jede Stunde- bis einschl. Quarta aufwärts unter gleichzeitigem Anschreiben an die Tafel- diktiert werden, so daß die Angehörigen unserer Schüler die Aufgaben für jeden Schultag an der Hand des Aufgabenbuches kontrollieren können. Auf sorgfältiges Eintragen der Aufgaben seitens der Schüler wird von den Lehrern be sonderer Wert gelegt.

Es empfiehlt sich, die Schüler nicht nur zur gewissenhaften Erledigung der münd- lichen Aufgaben anzuhalten, sondern auch darauf zu achten, daß die schriftlichen häuslichen Arbeiten ordentlich und sorgfältig angefertigt werden. Ist eine Hausarbeit schlecht geschrieben, so wollen die Eltern die Arbeit noch einmal anfertigen lassen.

c) Tageseinteilung. Die häusliche Kontrolle ist am leichtesten durchzuführen, wenn der Schüler zu Hause gezwungen wird, bestimmte Arbeitszeiten innezu halten und sich so an eine feste Tageseinteilung zu gewöhnen. Die geehrten Eltern mögen besonders darauf achten, daß die Schüler ihre Hausarbeiten gleichmäßig auf die einzelnen Tage verteilen und das längere Zeit vorher Aufgegebene nicht erst am letzten Tage erledigen. Für Schüler mittlerer Begabung betrage die Zeitdauer der täglichen